Ofenschlupfer (Schwäbischer Auflauf mit Brötchen und Äpfeln)

Inhalt
Ofenschlupfer gab es bei uns immer dann, wenn der Brotkorb verdächtig voll war. Alte Brötchen, ein paar Äpfel aus dem Keller, sonst nichts geplant. Meine Frau stellte die Auflaufform auf den Tisch, noch leer, und allein das war schon die Ansage. Heute wird nichts neu gekauft. Heute wird verwertet.
Ein Gericht aus dem echten Alltag
Ich kenne kaum ein schwäbisches Gericht, das so ehrlich ist wie Ofenschlupfer. Er ist keine Idee, sondern eine Konsequenz. Brötchen sind da, Äpfel auch, Milch sowieso. Man schichtet, gießt, wartet. Mehr Logik als Rezept. Und genau deshalb funktioniert das Ganze seit Jahrzehnten. Kein Mensch hat je gefragt, ob Rosinen wirklich nötig sind. Sie waren halt da.
Der Geruch aus dem Backofen
Wenn der Ofenschlupfer im Ofen ist, verändert sich die Küche. Nicht schlagartig, eher schleichend. Erst Apfel, dann Vanille, dann dieses warme, leicht süße Brot-Aroma. Das ist der Moment, in dem Gespräche langsamer werden. Einer schaut in den Ofen, obwohl er weiß, dass das nichts bringt. Ein anderer fragt, wie lange es noch dauert. Immer dieselbe Frage.
Diskussionen am Tisch
Bei uns wurde Ofenschlupfer nie einheitlich gegessen. Die einen mögen ihn saftig, fast löffelbar. Die anderen warten, bis er etwas fester wird. Puderzucker oder nicht, Vanillesauce oder pur – das sind ernsthafte Gespräche. Kein Streit, aber klare Positionen. Ich gehöre zur Fraktion „pur“. Alles andere lenkt ab.
Kein Dessert, eher ein Zustand
Ofenschlupfer ist für mich kein Nachtisch im klassischen Sinn. Er steht irgendwo zwischen süßem Hauptgericht und spätem Trostessen. Man isst ihn nicht nebenbei, aber auch nicht feierlich. Er passt zu Nachmittagen, an denen Besuch kommt oder auch nicht. Zu Tagen, an denen nichts geplant ist und trotzdem alles stimmt.
Ofenschlupfer (Schwäbischer Auflauf mit Brötchen und Äpfeln)
Zutaten
- 6 alte Brötchen
- 2 säuerliche Äpfel
- Saft einer halben Zitrone
- 50 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 50 g Rosinen
- 50 g Mandelblättchen
- 2 Eier
- 500 ml Milch
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Zimt
- Butter
Und so wird's gemacht:
- Die Brötchen in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Äpfel waschen, schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. Sofort mit dem Zitronensaft beträufeln.
- Eine Auflaufform ausbuttern.
- Milch mit den Eiern, Zucker, Vanillezucker, Salz, und Zimt schaumig schlagen.
- In die Auflaufform eine Lage Brötchen legen. Darauf eine Lage Apfelscheiben geben und Rosinen und Mandelblättchen darauf streuen.
- Das Ganze so lange wiederholen bis die Zutaten aufgebraucht sind. Dabei unbedingt mit einer Lage Brötchenscheiben abschließen. Die Eiermilch darüber gießen und etwas stehen lassen bis die Brötchen durchweicht sind.
- Im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 45 Min. backen. Falls der Ofenschlupfer oben zu braun wird, mit Alufolie abdecken.
- Mit Puderzucker bestreut servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
