Múnla Bradáin (Gebackener Lachs)

Inhalt
Ein Sonntag zwischen Meer und Wolken
Diesen gebackenen Lachs verbinde ich unweigerlich mit einer Reise nach Irland. Wir waren damals an der Küste unterwegs, irgendwo zwischen kleinen Orten, schmalen Straßen und sehr viel Himmel. Es war einer dieser Tage, an denen sich Sonne und Regen im Stundentakt abwechseln. Zum Mittagessen sind wir eher zufällig in einem kleinen Gasthaus gelandet. Auf der Tafel stand „Baked Salmon“. Mehr Erklärung gab es nicht. Aber genau das hat gereicht.
Fisch ohne Umwege
Was mir an diesem Gericht sofort gefallen hat, war seine Unaufgeregtheit. Ein ganzer Lachs, Butter, etwas Wein, Sahne. Keine komplizierten Gewürzmischungen, kein großes Tamtam. Der Fisch stand im Mittelpunkt. So kenne ich das aus vielen irischen Küchen: gute Produkte werden nicht versteckt, sondern unterstützt. Die Petersilie im Bauchraum, ein Spritzer Zitrone am Ende – mehr braucht es eigentlich nicht.
Zurück nach Hause, zurück zum Ganzen
Einen ganzen Fisch zuzubereiten mache ich im Alltag selten. Das ist eher etwas für ein Wochenende, wenn Zeit da ist und kein Termin drängt. Wenn ich den Lachs in die Form lege, denke ich immer kurz darüber nach, wie selbstverständlich das dort war. Fisch als Sonntagsessen, nicht als Event. In meiner Küche fühlt es sich dann fast ein bisschen feierlich an, auch wenn parallel Schulranzen in der Ecke stehen und irgendwo Musik läuft.
Wenn alle am Tisch sitzen
Thomas mag besonders die Sauce. Diese Weißwein-Sahne-Mischung, die am Ende schön sämig wird, ist genau sein Ding. Lena ist beim Fisch immer vorsichtig, isst ihn dann aber doch gern, wenn er so saftig aus dem Ofen kommt. Jonas fragt jedes Mal, warum der Fisch „noch ganz“ ist. Nach dem ersten Bissen ist das Thema erledigt. Dazu einfache Salzkartoffeln, mehr braucht es nicht.
Ein leises Gericht mit Erinnerung
Múnla Bradáin ist kein spektakuläres Gericht. Aber vielleicht ist genau das seine Stärke. Es erinnert mich an diese ruhigen, etwas windigen Tage in Irland, an langsames Essen und daran, dass gutes Kochen oft einfach heißt, Dinge nicht zu kompliziert zu machen. Ein ganzer Fisch im Ofen, ein Tisch voller Leute – manchmal reicht das völlig.
Múnla Bradáin (Gebackener Lachs)
Zutaten
- 1 ganzer Lachs à ca. 2 kg geschuppt und ausgenommen
- 2 Zweige Petersilie
- 3 gehäufte Esslöffel Butter
- 150 ml trockener Weißwein oder Cider
- 300 ml Sahne
- Saft von 1 Zitrone
- Salz
- Weißer Pfeffer
Uns so wird's gemacht:
- Mit einer Schere die Flossen vom Fisch abschneiden, auch die Schwanzflosse. Die Petersilie in die Bauchhöhle des Lachses stecken und von innen salzen und pfeffern.
- Mit einem Teil der Butter eine feuerfeste Form einfetten. Den Lachs hineinlegen und mit Salz und Pfeffer würzen und die restliche Butter in Flocken auf dem Fisch verteilen, dann den Fisch mit dem Wein umgießen. Mit Alufolie abdecken und bei 180°C 15 Minuten für jedes halbe Kilo des Lachses backen; ein 2kg schwerer Lachs braucht also 1 Stunde.
- Nach einer halben Stunde den Fisch mit dem Wein bepinseln und mit der Sahne begießen. Wieder abdecken und für die restliche Zeit backen.
- Ist der Fisch gar, ihn aus der Form nehmen, die Haut entfernen und den Fisch warm stellen. Die Weißwein-Sahne Sauce einkochen lassen und mit dem Zitronensaft und evtl. Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas von der Sauce über den Fisch gießen, den Rest separat servieren. Mit Salzkartoffeln servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
