Fränkischer Gerupfter

Fränkischer Gerupfter

Zwischen Franken und Bayern

Der fränkische Gerupfte ist so ein Gericht, das bei uns sofort Diskussionen auslöst. Kaum steht er auf dem Tisch, fällt früher oder später das Wort „Obatzta“, und dann geht es los. Mein Mann, Urbayer, sieht das Ganze entspannt. Für ihn ist es halt eine Brotzeit. Für mich ist der Gerupfte eindeutig etwas Eigenständiges. Kräftiger, direkter, weniger geschniegelt. Genau das mag ich an ihm.


Brotzeit ist mehr als nur Essen

Ich habe Franken lange unterschätzt. Erst durch Ausflüge, kleine Urlaube und natürlich durchs Essen habe ich gemerkt, wie eigenständig diese Region ist. Brotzeit spielt dort eine große Rolle, aber anders als im alpenländischen Bayern. Weniger Tracht, weniger Folklore, dafür ehrliche Wirtshäuser, dunkles Brot und Käse, der Charakter hat. Der Gerupfte passt da perfekt rein. Er ist nichts für Zurückhaltung, sondern will schmecken.

Der Gerupfte auf unserem Küchentisch

Zu Hause mache ich ihn gern, wenn wir Besuch haben oder einfach Lust auf einen unkomplizierten Abend. Während die Kinder Radieschen schneiden und sich streiten, wer die Zwiebeln hacken muss, stehe ich am Tisch und zerdrücke Camembert mit der Gabel. Das ist so ein Handgriff, der sofort entschleunigt. Kein Mixer, kein großes Tamtam. Einfach rühren, abschmecken, noch ein bisschen Kümmel, vielleicht etwas mehr Paprika.

Käse, der nicht gefallen will

Was ich am fränkischen Gerupften besonders schätze, ist seine Unangepasstheit. Der alte Gouda bringt Schärfe, der Quark nimmt ihm die Schwere, und die Butter macht alles rund. Das Eigelb sorgt für Bindung, ohne dass es zu fein wird. Der Gerupfte darf ruhig rustikal bleiben. Wenn er eine Stunde durchzieht, verbinden sich die Aromen genau richtig, und der Kümmel meldet sich erst im Abgang.

Brot, Bier und gute Gesellschaft

Serviert wird er bei uns meist ganz schlicht. Als Berg auf einem Brett, dazu Schwarzbrot oder Brezn, ein paar Radieschen und ein kühles Bier. Mehr braucht es nicht. Und während wir am Tisch sitzen, merke ich jedes Mal wieder, wie sehr solche einfachen Gerichte verbinden. Vielleicht ist das das eigentliche Geheimnis des fränkischen Gerupften.

Fraenkischer Gerupfter

Fränkischer Gerupfter

Das fränkische Gegenstück zum bayerischen Obatzta. 
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 300 g Camenbert weich
  • 100 g Gouda alt
  • 100 g Quark
  • 2 Eigelb
  • 1 Gr. Zwiebel
  • 100 g Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Tl Kümmel
  • 2 El Paprika 

Uns so wird's gemacht:
 

  • Alle Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen können. 
  • Zwiebel in feine Würfel schneiden. Den Gouda raspeln.
  • Den Camenbert mit einer Gabel zerkleinern und mit Quark, Gouda, Eigelb und den Zwiebeln vermischen. Dann die Butter und die Gewürze untermischen. AAlles zusammen gründlich mit einem Holzlöffel verrühren, bis er schön cremig beinahe schaumig ist, evtl. etwas mehr Quark zugeben.
  • Ca. 1 Stunde durchziehen lassen, dann noch einmal abschmecken
  • Den Gerupften als Berg auf einem Holzbrett anrichten und mit Zwiebelringen,
    Radieschen und Petersilie garnieren.Dazu paßt ein gutes Schwarzbrot oder auch Laugenbrezln und Bier. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.