Kolumbianische Cazuela

Inhalt
Eine Reportage, die hängen geblieben ist
Vor ein paar Jahren habe ich abends zufällig eine Reportage über die Karibikküste Kolumbiens gesehen. Eigentlich lief der Fernseher nur nebenbei, ich war noch mit ein bisschen Büroarbeit beschäftigt. Irgendwann blieb ich hängen. Fischerboote im frühen Morgenlicht, Frauen auf dem Markt mit Bergen von Tomaten, Fisch und Muscheln, dazwischen dampfende Töpfe. Eine dieser Szenen drehte sich um eine Cazuela, reich gefüllt mit allem, was das Meer hergibt. Ich wusste sofort: Das will ich irgendwann nachkochen.
Kolumbien auf dem Teller – zumindest ein bisschen
Kolumbien ist für mich kulinarisch lange ein blinder Fleck gewesen. Klar, Kaffee, vielleicht noch Arepas, aber dann hört es bei vielen schon auf. Erst beim Recherchieren habe ich gemerkt, wie stark die Küche vom Meer, von kreolischen Einflüssen und von einfachen, aber intensiven Grundzutaten geprägt ist. Die Cazuela passt da perfekt hinein. Sie ist üppig, fast verschwenderisch, und trotzdem bodenständig.
Hogao – das Herz der Sache
Was mich beim Lesen besonders fasziniert hat, war Hogao. Diese Tomaten-Zwiebel-Basis taucht in Kolumbien ständig auf, mal als Beilage, mal als Grundlage. Als ich sie das erste Mal gemacht habe, hat mich der Duft sofort abgeholt. Butter, Zwiebeln, Tomaten, mehr braucht es im Grunde nicht. Darauf kommt dann alles andere. Fisch, Garnelen, Muscheln. Schicht für Schicht entsteht etwas, das viel mehr ist als die Summe seiner Teile.
Kochen zwischen Alltag und Fernweh
Ich gebe zu, ganz authentisch ist meine Cazuela sicher nicht. Manche Zutaten musste ich ersetzen, anderes habe ich nach Gefühl angepasst. Während der Sud vor sich hin köchelte, saß Jonas am Küchentisch und hat Hausaufgaben gemacht, und ich habe nebenbei Muscheln ausgelöst. Diese Mischung aus Fernweh und Alltag mag ich sehr. Man steht in der eigenen Küche in Bayern und hat trotzdem kurz das Gefühl, am Meer zu sein.
Ein Topf für viele
Die Cazuela ist kein feines Einzelgericht, sondern etwas, das man in die Mitte stellt. Bei uns landet der Topf auf dem Tisch, dazu Brot oder Reis, und jeder schöpft sich nach. Sie wärmt, sie macht satt, und sie erzählt eine Geschichte von Küste, Märkten und langen Nachmittagen. Genau solche Gerichte liebe ich.
Kolumbianische Cazuela
Zutaten
- 750 g Riesengarnelen
- 1 kg Venusmuscheln
- 500 g Tintenfische in Streifen geschnitten
- 750 g Dorade oder Kabeljau
- 200 g Karotten gerieben
- 2 Stangensellerie feingehackt
- 750 g Tomatenmark
- 250 ml Creme Fraiche oder süße Sahne
- 250 ml Weißwein oder trockenen Sherry
- 2 große reife Tomaten
- 1 große Gemüsezwiebel
- 30 g Butter
- Salz
- Schwarzer Pfeffer
Uns so wird's gemacht:
- Die Venusmuscheln in 250 ml Wasser fünf Minuten lang kochen. Danach durch ein Haarsieb gießen. Sud aufbewahren, die Muscheln auslösen.
- Riesengarnelen im restlichen kochenden Wasser vier Minuten garen, herausnehmen und schälen. Die Schalen pürieren und in die Suppe geben.
- In dieser Suppe werden die Karotten, der Stangensellerie und die Tintenfische nun 15 Minuten geköchelt.
- Tomaten und Gemüsezwiebel klein schneiden und in der heißen Butter anbraten. 5 Minuten abdecken und weiterköcheln lassen. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Fertig ist der Hogao, die beliebte Tomaten-Zwiebel-Mischung, die zu vielen Speisen als Beilage gereicht wird.
- Die Dorade (Kabeljau) und die Riesengarnelen in den Hogao geben und fünf Minuten darin köcheln. Tomatenmark, Muschelsud und Gemüsesuppe dazu geben und abschmecken. Zwei Minuten kochen lassen dann den Wein zugießen und eine weitere Minute aufkochen.
- Zum Schluss die Creme Fraiche oder Sahne unterziehen und servieren.
Notizen
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
