Tschechischer Hammelbraten

Es gibt Sonntage, die riechen schon am Vormittag nach Ofenwärme und Bratenfett. An solchen Tagen denke ich besonders gern an Gerichte wie den tschechischen Hammelbraten. Er braucht Zeit, Aufmerksamkeit und ein bisschen Geduld – genau das, was man sich im Alltag oft nicht gönnt. Hammelfleisch ist heute nicht mehr selbstverständlich, und vielleicht macht gerade das seinen Reiz aus. Für mich ist dieses Gericht ein stiller Gegenentwurf zur schnellen Küche: kräftig, ehrlich und tief in der mitteleuropäischen Tradition verwurzelt.
Hammel- und Lammfleisch spielten in der tschechischen Küche über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Rolle, besonders in ländlichen Regionen. Schafe waren genügsam, lieferten Wolle, Milch und Fleisch und passten gut in die kleinstrukturierte Landwirtschaft Böhmens und Mährens. Während heute häufiger Schwein oder Rind auf den Tisch kommt, erinnern traditionelle Rezepte wie dieser Hammelbraten an eine Zeit, in der das gesamte Tier verwertet wurde und Fleisch etwas Besonderes blieb.
Charakteristisch für diesen Braten ist die gefüllte Hammelschulter. Das vergleichsweise aromatische Fleisch eines jungen Tieres eignet sich hervorragend zum Schmoren. Durch das Auslösen der Knochen und das Aufrollen entsteht eine kompakte Roulade, die gleichmäßig gart und saftig bleibt. Die Füllung aus Schweine- oder Kalbfleisch, Semmel, Ei, Petersilie und Zwiebel ist typisch für die böhmische Küche. Sie erinnert an klassische Knödel- oder Hackfüllungen und dient hier nicht nur dem Geschmack, sondern auch der Textur: Sie mildert das kräftige Hammelaroma und sorgt für eine feine Saftigkeit.
Knoblauch spielt dabei eine wichtige Rolle. In der tschechischen Küche wird er großzügig verwendet, vor allem in Fleischgerichten. Er verbindet sich beim Braten mit Butter und Bratensaft zu einem intensiven, aber runden Aroma. Das anfängliche scharfe Anbraten gibt dem Fleisch Röstaromen, während das anschließende Garen mit etwas Flüssigkeit dafür sorgt, dass der Braten zart wird und nicht austrocknet.
Serviert wird der Hammelbraten traditionell mit grünen Bohnen sowie Brat- oder Salzkartoffeln. Diese schlichten Beilagen lassen dem Fleisch den Vortritt und nehmen den würzigen Bratensaft dankbar auf. Für mich ist genau das der Kern dieses Gerichts: keine Effekte, keine Umwege, sondern ein kräftiger Hauptgang, der satt macht und lange nachhallt. Ein Stück tschechischer Küchentradition, das Geduld belohnt und Erinnerungen an eine langsamere Art des Kochens wachruft.
Tschechischer Hammelbraten
Zutaten
- 750 g Hammelschulter - von einem jungen Tier
- 1 El Butter
- Salz
- Knoblauch; nach GeschmackFüllung
- 250 g mageres Schweinefleisch oder Kalbfleisch
- 100 g
- 1 Semmel
- etwas Milch
- frische Petersilie
- 1/2 Zwiebel
- 1 Ei
- 1 El Butter
- etwas Öl
- Salz
- 1 Prise geriebene
Uns so wird's gemacht:
- Das Schweine- (oder Kalb-) und Bauchfleisch mit der eingeweichten und ausgedrückten Semmel durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen.
- Die feingeschnittene Zwiebel und die gequetschten Knoblauchzehen in etwas Öl glasig anbraten und mit der feingehackten Petersilie der Fleischmasse zufügen. Das verquirlte Ei unterrühren, die Masse salzen, nach Geschmack würzen und gut vermischen.
- Die Hammelschulter waschen, die Knochen auslösen, und zu einer Platte aufschneiden. Das Fleisch salzen und mit der Masse bestreichen, fest zusammenrollen und mit einem dünnen Bindfaden umwickeln.Die Roulade in die in der Bratpfanne zerlassenen Butter geben und am Anfang ohne Begießen scharf anbraten, danach mit etwas Wasser aufgießen und eine Stunde garen, ab und an mit dem Bratensaft begießen.
- Dazu grüne Bohnen, Brat- oder Salzkartoffeln servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
