Tschechischer Lendenbraten für festliche Anlässe

Es gibt Gerichte, die man automatisch mit besonderen Anlässen verbindet. Der tschechische Lendenbraten gehört für mich eindeutig dazu. Er ist nichts für zwischendurch, sondern ein Essen, das Planung verlangt – angefangen bei der Beize bis hin zum langsamen Schmoren im Ofen. Genau das macht ihn so passend für Feiertage oder Familienfeste. Wenn ich ihn zubereite, entsteht in der Küche diese ruhige, konzentrierte Stimmung, die sich einstellt, wenn man weiß: Das hier darf Zeit brauchen.
Dieser festliche Lendenbraten ist eng mit der böhmischen Küche verbunden und erinnert stark an die berühmte „Svíčková na smetaně“, eines der bekanntesten Gerichte der Tschechischen Republik. Die Technik des Beizens war früher vor allem eine Frage der Haltbarkeit, entwickelte sich aber schnell zu einer geschmacklichen Veredelung. Essig, Wein, Wurzelgemüse und Gewürze durchziehen das Fleisch über mehrere Tage und verleihen ihm eine Tiefe, die sich später in der Soße widerspiegelt.
Im Mittelpunkt steht das Rinderfilet, ein besonders zarter Zuschnitt, der hier zusätzlich mit Schweinespeck gespickt wird. Das sorgt dafür, dass das Fleisch beim Schmoren saftig bleibt und ein feines, leicht rauchiges Aroma bekommt. Das Wurzelgemüse – Möhren, Sellerie und Petersilienwurzel – bildet die Basis der Soße. Diese Kombination ist typisch für die böhmische Küche und findet sich in vielen klassischen Gerichten wieder. Sie bringt Süße, Erdigkeit und Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Die Gewürze sind bewusst zurückhaltend eingesetzt. Wacholder, Lorbeer, Piment und Thymian geben der Beize Würze und Tiefe, ohne dominant zu wirken. Durch das langsame Schmoren verbinden sich Fleisch, Gemüse und Marinade zu einer harmonischen Einheit. Das anschließende Pürieren des Gemüses und das Verfeinern mit saurer Sahne ergibt eine cremige, leicht säuerliche Soße, die das Gericht prägt und unverwechselbar macht.
Serviettenknödel sind die klassische Begleitung, weil sie die reichhaltige Soße perfekt aufnehmen. Zusammen ergibt sich ein Hauptgericht, das festlich wirkt, ohne überladen zu sein. Für mich steht dieser Lendenbraten sinnbildlich für die tschechische Festtagsküche: traditionsbewusst, sorgfältig zubereitet und darauf ausgelegt, gemeinsam am Tisch genossen zu werden. Ein Gericht, das nicht nur satt macht, sondern auch den Anlass würdigt.
Tschechischer Lendenbraten für festliche Anlässe
Zutaten
- 1 kg Rinderfilet
- 250 g Schweinespeck
- 4 Zwiebeln mittelgroß
- 6 Möhren
- 1/2 Sellerieknolle
- 1 Petersilienwurzel
- 10 Pfefferkörner
- 10 Pigmentkörner
- 3 Lorbeerblätter
- 2 Prisen Thymian
- 10 Wacholderbeeren
- 1/2 l Wasser
- 125 ml Rotwein
- 2 El Essig
- Salz Pfeffer
- 1 Becher Saure Sahne
Uns so wird's gemacht:
- Für die Beize Essig, Wein und Wasser mischen. Mit Salz, Pfeffer, Wacholder, Lorbeer, Thymian und Piment würzen. Die Beize kurz aufkochen und abkühlen lassen. Das Rinderfilet waschen, enthäuten und mit Speckstreifen spicken. Anschließend in der erkalteten Marinade für zwei bis drei Tage im Kühlschrank einlegen.
- Gemüse in kleine Würfel schneiden und 10 Minuten in Butter dünsten. Das eingelegte Fleisch in einer separaten Pfanne mit Butter anbraten.
- Einen Teil des gedünsteten Gemüses in einem Schmortopf als Boden auslegen. Darauf das Fleisch legen und mit dem restlichen Gemüse bedecken. Die Beize hinzugießen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad mindestens eine Stunde lang schmoren.
- Anschließend das Fleisch warm stellen. Für die Soße das Gemüse pürieren, mit saurer Sahne mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Dazu passen Serviettenknödel.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
