Gjuvech (Mazedonischer Geflügeleintopf)

Gjuvech (Mazedonischer Geflügeleintopf)

 

Ein Topf, viele Erinnerungen

Gjuvech ist so ein Gericht, das bei mir sofort Bilder im Kopf auslöst. Nicht, weil ich in Nordmazedonien aufgewachsen wäre, sondern weil mich dieser Eintopf an eine Reise erinnert, die Thomas und ich vor vielen Jahren durch den Balkan gemacht haben. Damals noch ohne Kinder, mit viel Zeit, einem alten Auto und einer groben Route im Kopf. Wir sind eher zufällig in kleinen Orten gelandet, haben gegessen, was auf den Tisch kam, und selten gefragt, wie es genau heißt. Später habe ich gelernt, dass vieles davon unter dem Sammelbegriff Gjuvech lief.

Zwischen Ofenhitze und Gastfreundschaft

In einem Dorf, irgendwo nicht weit von der Grenze, wurden wir von einer Familie zum Essen eingeladen. Die Verständigung lief mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Englisch. Aus dem Ofen kam eine große, schwere Form. Reis, Gemüse, Fleisch – alles zusammen, alles durchzogen von diesem warmen, runden Geschmack, den nur Zeit und Geduld hinbekommen. Kein Chichi, kein „das ist jetzt besonders raffiniert“, sondern ehrliches Essen. Genau das verbinde ich bis heute mit der Küche der Nordmazedonien.

Warum Gjuvech perfekt in meinen Alltag passt

Heute, mit zwei Kindern, Job und dem ganz normalen Alltagschaos, koche ich Gjuvech aus anderen Gründen gern. Es ist ein Gericht, das man vorbereiten kann. Während der Ofen arbeitet, mache ich Hausaufgaben-Kontrolle oder sortiere gedanklich meine To-do-Liste für den nächsten Tag. Und am Ende steht etwas auf dem Tisch, das alle satt und zufrieden macht. Jonas mag den Reis, Lena pickt sich zuerst das Huhn raus, und Thomas freut sich über ein Essen, das „nach richtigem Essen“ schmeckt.

Einfache Zutaten, viel Wirkung

Was mich an diesem Geflügeleintopf immer wieder begeistert, ist die Schlichtheit. Ein Suppenhuhn, Wurzelgemüse, Reis. Mehr braucht es eigentlich nicht. Die Brühe gibt Tiefe, der Ofen sorgt für Röstaromen, und die Butter am Ende macht alles rund. Ich habe ein bisschen recherchiert, weil ich wissen wollte, wie „authentisch“ meine Version ist. Wie so oft gibt es unzählige Varianten, je nach Region und Familie. Das beruhigt mich ungemein, weil es zeigt: Gjuvech ist kein starres Rezept, sondern ein Prinzip.

Ein Gericht zum Teilen

Für mich ist Gjuvech kein Sonntagsbraten, sondern ein Essen für viele. Für Familie, Freunde, für Abende, an denen man zusammensitzt und nicht auf die Uhr schaut. Vielleicht ist es genau das, was mir von dieser Reise geblieben ist: die Erinnerung daran, dass gutes Essen vor allem verbindet.

Gjuvech

Gjuvech (Mazedonischer Geflügeleintopf)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1 Mittelgroßes Suppenhuhn
  • 2 L Wasser
  • 1 Gemüsebund " Karotten, 1 Petersilienwurzel, 1 Pastinake, 1/2 Sellerieknolle, 1 Stange Lauch
  • 1 Chilischote
  • Salz
  • Pfefferkörner
  • 250 gr. Reis
  • 40 gr. Öl oder Schweineschmalz
  • 1 Zwiebel
  • 40 geschmolzene Butter
  • Frisch gemahlener Pfeffer

Und so wird's gemacht:
 

  • Suppenhuhn waschen, in kaltem Wasser ansetzen und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, Schaum und Fett abschöpfen, dann die geputzten und gewaschenen Gemüse, Salz und Pfefferkörner zugeben. Auf kleiner Flamme sieden lassen, bis das Huhn gar ist.
  • Reis waschen, dann mit lauwarmem Wasser übergießen. 10-15 Minuten stehen lassen und anschließend durch ein Sieb abgießen.
  • Öl oder Schweineschmalz in einer feuerfesten Form erhitzen. Die feingehackte Zwiebel darin glasig andünsten. Das Hühnchen aus der Brühe nehmen und in Stücke zerteilen. Die Brühe durch ein Sieb abgießen. Das Suppengemüse in Würfel schneiden.
  • Den Reis zu den Zwiebeln in die feuerfeste Form geben, kurz mitdünsten und mit 0,75l Brühe aufgießen. Reis halb gar kochen. Suppengemüse zu dem Reis geben, umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Geflügelstücke auf den Reis verteilen und mehr Brühe angießen, falls notwendig. Im vorgeheizten Backofen bei 175-200°C backen, bis der Reis gar und das Hähnchen gebräunt ist. Mit der flüssigen Butter begießen mit und frisch gemahlenen Pfeffer bestreuen.
  • Mit Rote Bete Salat mit Meerrettich, grünem Salat oder Gurkensalat mit Joghurt oder saurer Sahne servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.