Gim Bab (Reisröllchen)

Gim Bab (Reisröllchen)

Mit Seetangblättern hatte ich früher im Ruhrpott ungefähr so viel am Hut wie mit Skispringen. Dann standen wir vor ein paar Jahren mit dem Wohnmobil irgendwo zwischen Bodensee und „ach, guck mal, da gibt’s einen Asia-Laden“ – und meine Partnerin meinte nur: „Nimm die Blätter mal mit, das kriegste schon hin.“ Tja. Seitdem sind diese Gim Bab Reisröllchen bei uns so ein kleiner Reise-Klassiker geworden: kalt, handlich, macht satt, und man kann beim Essen noch normal weiterquatschen, ohne dass einem die Soße übers Hemd läuft.


Wie ich mich an Gim Bab rangetastet hab (ohne groß Theater)

Ich hab das Gericht damals tatsächlich aus dem Internet – irgendwo auf Facebook hatte jemand ein Foto gepostet, so sauber gerollt, da dachte ich: „Ja klar, sieht einfach aus…“ Beim ersten Versuch war’s dann eher: Reis überall, Rolle schief, Seetang klebt am Finger, nicht am Reis. Aber: schmeckte trotzdem. Und das ist ja die Hauptsache.

Was ich daran mag: Du hast ein paar einzelne Bausteine – Reis, Fleisch, Gemüse, Ei, Rettich – und am Ende wird’s zusammen eine ordentliche, runde Sache. Kein „Sterneküche-Gefummel“, eher wie Brot schmieren, nur eben gerollt.

Reis, der mitmacht: worauf ich dabei achte

Der Reis ist hier der Chef. Wenn der nicht passt, kannst du rollen, bis der Arzt kommt. Ich hab gelernt: lieber ein bisschen Zeit geben, dass der Reis wirklich ausquellen kann. Der soll am Ende nicht suppig sein, aber auch nicht trocken wie Vogelfutter.

Und dann kommt dieser Moment: Sesam rösten. Das riecht sofort anders in der Küche, so nussig-warm. Da weiß ich: Jetzt geht’s los. Ich rühr den Sesam nicht nur aus Höflichkeit rein, der macht echt was aus – auch wenn’s nur „ein paar Körner“ sind.

Fleisch, Gemüse, Ei: alles nacheinander – das spart Nerven

In einer kleinen Küche (oder im Wohnmobil) wird’s schnell eng. Ich mach’s deshalb gern so, dass ich nicht alles gleichzeitig brate wie ein Jongleur. Nacheinander ist entspannter: erst das Fleisch, dann das Gemüse, dann das Ei. Die Pfanne muss ja nicht beweisen, dass sie drei Sachen auf einmal kann.

Beim Fleisch: dünne Streifen sind Gold wert, weil’s dann flott geht und nicht zäh wird. Knoblauch, ein bisschen Würze – mehr will das gar nicht. Und beim Gemüse mag ich’s, wenn’s noch ein bisschen Biss hat. Gim Bab soll nicht wie eine matschige Gemüserolle enden, dafür sind wir nicht losgefahren.

Das Ei als dünner Pfannkuchen ist so ein kleiner Trick, der immer gut aussieht, selbst wenn die Rolle später nicht ganz geschniegelt ist. Streifen schneiden, fertig. Kein Drama.

Rollen ohne Fluchen: so bleibt das Ganze zusammen

Das Zusammenbauen ist der Teil, wo man kurz ruhig atmen sollte. Nicht zu viel auf einmal draufpacken. Ich weiß, man denkt: „Ach komm, noch ein bisschen mehr Füllung.“ Genau da fängt das Elend an. Dann drückt’s an der Seite raus und du hast eher einen Salat im Seetangmantel.

Ich leg mir alles so hin, dass ich nicht suchen muss: Reis, Gemüse, Fleisch, Ei, Rettich. Dann geht’s wie am Fließband – nur ohne Chef, der meckert. Beim Rollen selber: ordentlich anziehen, aber nicht so, dass das Blatt reißt. Und die Kante mit ein bisschen Wasser – das ist wie Kabelbinder beim Elektriker: unscheinbar, aber hält den Laden zusammen.

Schneiden tu ich am liebsten mit einem Messer, das wirklich scharf ist. Wenn’s stumpf ist, drückst du mehr als du schneidest – und dann wird aus der Rolle schnell ein Haufen.

Warum Gim Bab bei uns oft unterwegs auf dem Tisch landet

Kalt essen ist hier kein Notnagel, sondern gehört dazu. Das macht die Röllchen so praktisch: Du kannst sie vorbereiten, einpacken, und später aus der Hand essen. Auf Reisen ist das für mich Luxus – nicht, weil’s fein ist, sondern weil’s einfach funktioniert.

Und geschmacklich hast du alles drin: dieses nussige Sesam-Ding, das kräftige Fleisch, das frische Gemüse, dazu der eingelegte Rettich mit seinem eigenen Charakter. Da wird’s nicht langweilig, auch wenn man zwei, drei Stück mehr nimmt. Passiert bei uns regelmäßig. Ich sag dann immer: „Ich ess nur zum Probieren.“ Klar.

Gim Bab Reisroellchen

Gim Bab (Reisröllchen)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 100 g Milchreis
  • Salz
  • 20 g Sesam
  • 125 g Rindfleisch aus der Keule
  • 4 El Sesamöl
  • Pfeffer
  • Zucker
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 g Möhren
  • 100 g Porree
  • 1 Ei
  • 40 g gelber eingelegter Rettich
  • 4 Seetangblätter

Und so wird's gemacht:
 

  • Den Milchreis in 300 ccm Salzwasser geben und 20 Minuten ausquellen lassen.
  • Sesam in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Das Fleisch in dünne Streifen schneiden und mit 1 EL Sesamöl, Salz, Pfeffer, Zucker und der gepellten, durchgepressten Knoblauchzehe würzen. Möhren und Porree putzen, waschen und in lange Streifen schneiden.
  • In jeweils 1 EL Sesamöl zuerst das Fleisch, dann das Gemüse nacheinander jeweils 5 Minuten braten.
  • Das Ei gut verquirlen und in 1 TL Sesamöl zu einem dünnen Pfannkuchen braten. Dann in 1 cm breite Streifen schneiden.
  • Den eingelegten Rettich in lange, dünne Scheiben schneiden.
  • Die Seetangblätter nebeneinander auf die Arbeitsplatte legen. Zuerst den mit dem Sesam gemischten Reis auf jeweils ein Drittel der Blätter verteilen, dann Möhren, Porre, Fleisch und zum Schluß einen Eistreifen auf den Reis legen. Das Ganze fest zusammenrollen. Die Ränder mit etwas Wasser befeuchten und gut andrücken.
  • Die Rollen in ca. 4 cm dicke Scheiben schneiden.
  • Röllchen auf einer Platte anrichten. Sie werden aus der Hand gegessen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.