Allgäuer saurer Käse

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Eine Brotzeit, die Mut braucht
Allgäuer saurer Käse ist eines dieser Gerichte, die man nicht zufällig entdeckt. Man muss entweder damit aufgewachsen sein oder jemanden kennen, der sagt: „Probier das, das gehört so.“ Bei mir war es letzteres. Kurz nachdem ich vor vielen Jahren von NRW nach Bayern gezogen bin, hat mir eine Kollegin diese Brotzeit vorgesetzt. Ohne große Erklärung, einfach Käse, Zwiebeln, Brot. Der Geruch war ehrlich gesagt eine Herausforderung. Aber genau das gehört dazu.
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Ankommen im Süden
Als Zugezogene aus dem Ruhrgebiet habe ich am Anfang oft gemerkt, wie unterschiedlich Essgewohnheiten sein können. Im Allgäu ist saurer Käse nichts Besonderes, sondern Alltag. Brotzeit eben. Kein warmes Essen, kein großes Kochen, sondern etwas, das man abends auf den Tisch stellt, wenn der Tag lang war. Mir hat gefallen, wie selbstverständlich damit umgegangen wurde. Kein Rechtfertigen, kein Erklären.
Zwischen Skepsis und Gewöhnung
Beim ersten Bissen war ich vorsichtig. Der Käse kräftig, die Zwiebeln roh, die Marinade säuerlich. Aber nach ein paar Minuten hat sich alles zusammengefügt. Das Fettige vom Käse, die Säure vom Essig, die leichte Süße, der Pfeffer. Heute weiß ich: Genau diese Balance macht den sauren Käse aus. Und er wird besser, je ruhiger man ihn isst.
Inzwischen gehört Allgäuer saurer Käse bei uns fest dazu. Nicht ständig, aber immer wieder. Vor allem an Abenden, an denen niemand Lust auf Kochen hat. Thomas mag ihn inzwischen sehr, Jonas hält Abstand, Lena probiert zumindest. Für mich ist er ein Stück Angekommensein. Ein Gericht, das mir gezeigt hat, dass regionale Küche manchmal Zeit braucht.
Mehr als nur Käse
Allgäuer saurer Käse ist keine Delikatesse im klassischen Sinn. Aber er erzählt viel über die Region, über einfache Zutaten und darüber, wie wichtig Brotzeit hier ist. Für mich ist er ein gutes Beispiel dafür, wie Essen Brücken schlagen kann. Zwischen Herkunft und Gegenwart. Zwischen Skepsis und Gewohnheit.
Allgäuer saurer Käse
Zutaten
- 500 g Limburger oder Romadur
- 1-2 Zwiebeln
- Essig
- Öl
- Salz
- Pfeffer
- Zucker
- Nach Geschmack Paprikapulver oder Kümmel
- Schnittlauch
Uns so wird's gemacht:
- Die Rotschmiere vom Käse abwaschen bzw. abbürsten, dann den Käse in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und auf Teller anrichten.
- Zwiebeln schälen und in dünne Streifen schneiden. Eine Marinade aus je etwa einem Drittel lauwarmem Wasser, Essig und Öl herstellen und die Zwiebeln dazugeben. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und ggf. mit Paprikapulver und/oder Kümmel abschmecken und über den Käse verteilen. Etwa 10 Minuten ziehen lassen.
- Schnittlauch waschen und in Röllchen schneiden. Über den sauren Käse streuen.
- Mit Brot servieren. Dazu passt ein kühles Pils.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
