Sambusa (Gefüllte Somalische Teigtaschen)

Sambusa (Gefüllte Somalische Teigtaschen)

Ein Abend zwischen Kochtopf und Reportage

Das erste Mal, dass ich bewusst von Sambusa gehört habe, war nicht in einer Küche, sondern auf dem Sofa. Es lief eine Reportage über den Alltag somalischer Familien in Europa, über Feste, Fastenmonat Ramadan und das Essen, das dabei eine zentrale Rolle spielt. Immer wieder tauchten diese kleinen, dreieckigen Teigtaschen auf. Sie wurden gefüllt, gefaltet, frittiert, weitergereicht. Ich weiß noch, wie ich dachte: Das sieht vertraut aus und doch ganz anders.


Sambusa erinnern auf den ersten Blick an Samosas aus Indien oder Empanadas aus Südamerika. Und tatsächlich gibt es historische Verbindungen. Die ostafrikanische Küche ist stark geprägt von Handelsrouten über den Indischen Ozean. Gewürze, Ideen und Rezepte reisten mit. Sambusa sind heute ein fester Bestandteil der somalischen Küche, besonders während des Ramadan, wenn sie traditionell zum Fastenbrechen serviert werden.

Gewürze mit Geschichte

Was mich an diesem Rezept sofort gereizt hat, war die Gewürzkombination. Kreuzkümmel und Kardamom sind auch in meiner Küche keine Exoten, aber hier spielen sie eine andere Rolle. Kreuzkümmel bringt diese warme, leicht erdige Tiefe, die wunderbar zu Rinderhack passt. Kardamom setzt einen fast überraschenden, leicht süßlichen Akzent. Ich musste ehrlich gesagt kurz nachlesen, wie typisch diese Mischung für Somalia ist, und ja: Sie ist es. Gewürze werden dort sparsam, aber sehr gezielt eingesetzt.

Auch Rindfleisch ist kein Zufall. Schweinefleisch spielt aus religiösen Gründen keine Rolle, dafür ist Rind weit verbreitet. Oft werden Sambusa auch mit Linsen oder Gemüse gefüllt, aber die Variante mit Hackfleisch gilt als besonders festlich.

Ein Rezept für ruhige Abende

Ich habe Sambusa an einem Freitagabend gemacht, nach einer langen Arbeitswoche. Thomas war noch unterwegs, die Kinder hatten Hunger, aber keinen Stress. Das Falten der Teigblätter hat fast etwas Meditatives. Lena fand es spannend, Jonas eher den Frittiermoment. Am Ende standen wir alle in der Küche und haben probiert, noch vorsichtig, weil alles sehr heiß war.

Was mir gefallen hat: Sambusa sind unkompliziert, aber nicht langweilig. Man kann sie vorbereiten, man kann sie teilen, man kann dabei erzählen. Genau solche Gerichte mag ich.

Kleine Teigtaschen, große Bedeutung

Sambusa sind kein Alltagsessen im klassischen Sinn. Sie gehören zu besonderen Momenten, zu Gemeinschaft, zu Festen. Vielleicht haben sie mich deshalb so angesprochen. Sie erzählen von Austausch, von Reisen und davon, wie Essen Menschen verbindet, auch wenn man selbst nur aus einer Reportage davon erfahren hat. Manchmal reicht genau das als Anfang.

sambusa

Sambusa (Gefüllte Somalische Teigtaschen)

Gericht Snacks
Küche Somalia

Zutaten
  

  • 1 Paket Frühlingsrollenteigblätter
  • 2 El Olivenöl
  • 1 kg Rinderhack
  • 1 Stange Lauch gehackt
  • 2 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 Tl gemahlener Kardamom
  • 1 Tl Salz
  • 1 Tl Pfeffer
  • 1 Kleine Zwiebel in feine Würfel geschnitten
  • 1 Zehe Knoblauch fein gehackt
  • 1 El Mehl
  • 1 El Wasser
  • Öl zum Frittieren

Und so wird's gemacht:
 

  • Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Lauch und Knoblauch zugeben und dünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Rinderhack zugeben und etwa halbgar anbraten. Mit Kreuzkümmel, Kardamom, Salz und Pfeffer würzen. Alles gut mischen, vom Feuer nehmen und abkühlen lassen.
  • Mehl und Wasser in einer kleinen Schüssel zu einer dicken Paste verrühren.
  • Je ein Blatt Frühlingsrollenteig an allen Rändern mit der Mehlpaste bestreichen und so zusammenrollen, dass es wie eine Eistüte aussieht. Mit der Hackfleischmasse füllen. Den oberen Teil umklappen und mit Mehlpaste verkleben. Auf allen Seiten gut andrücken, dass die Masse beim Frittieren nicht herausquellen kann. 
  • Die Sambusas in heißem Fett goldbraun frittieren. Herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.