Pommersche Klöße
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Klöße, die man nicht vergisst
Pommersche Klöße sind mir zum ersten Mal in einem alten Kochbuch begegnet, das ich auf einem Flohmarkt gefunden habe. Kein Hochglanz, keine Fotos, nur vergilbte Seiten und knappe Anleitungen. Dieses Rezept ist mir sofort ins Auge gefallen, weil es so anders klang als alles, was ich unter Klößen abgespeichert hatte. Brot, Speck, Wurst, Backobst und Rotwein in einem Teig – das wirkte erst mal wild, aber auch unglaublich spannend.
Küche zwischen süß und herzhaft
Was diese Klöße so besonders macht, ist genau diese Mischung. Süßes Backobst trifft auf herzhaften Speck, dazu Wurst und Zitronenschale. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern etwas Eigenständiges. Ich musste ein bisschen recherchieren, um zu verstehen, woher das kommt. In Mecklenburg-Vorpommern war diese Kombination früher gar nicht ungewöhnlich. Süß und salzig auf einem Teller gehörte einfach dazu, vor allem zu festlichen Fleischgerichten.
Vorbereitung mit Geduld
Allein das Einweichen des Backobsts über Nacht zeigt, dass dieses Gericht Zeit braucht. Am nächsten Tag duftet die Küche dann nach Rotwein, Nelke und Zitrone, während das Obst langsam weich kocht. Nebenbei brät der Speck, die Semmelwürfel werden knusprig, und der Teig wird so lange geschlagen, bis er Blasen wirft. Das hat etwas sehr Beruhigendes, fast Meditatives.
Klöße mit Charakter
Beim Formen merkt man schnell, dass diese Klöße keine glatten Schönheiten sein wollen. Sie dürfen rustikal aussehen, ein bisschen ungleichmäßig. Im Wasser ziehen sie ruhig vor sich hin und verbinden all die Aromen miteinander. Beim Anschneiden sieht man dann, was drinsteckt, und genau das mag ich daran. Jeder Kloß ist ein kleines Überraschungspaket.
Der richtige Platz auf dem Teller
Ich serviere pommersche Klöße am liebsten zu Wild oder kräftigen Braten. Sie brauchen etwas, das ihnen Paroli bietet. Als reine Beilage wirken sie fast zu schade, denn eigentlich erzählen sie ihre eigene Geschichte. Eine Geschichte von Vorratsküche, von klugen Kombinationen und davon, wie kreativ regionale Küche sein kann, wenn man ihr Raum lässt.
Pommersche Klöße
Zutaten
- 250 g Mehl
- 2 Eier
- 1/4 l Milch
- Salz
- 125 g durchwachsener Speck
- 2 Semmeln; frisch
- 125 g Cervelatwurst
- 400 g Backobst
- 1 Glas Rotwein
- 1 Nelke
- etwas ger. Zitronenschale
Und so wird's gemacht:
- Backobst über Nacht in kaltem Wasser einweichen.
- Am nächsten Tag das Backobst mit dem Rotwein und den Gewürzen garkochen. Abkühlen lassen und in Würfel schneiden.
- Aus Mehl, Eier, Milch und Salz in der Küchenmaschinen oder von Hand einen Teig herstellen und so lange schlagen, bis der Teig blasen wirft.
- Speck und Brötchen würfeln. Den Speck in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anbraten. Die Semmelwürfel zugeben und ebenfalls goldbraun anrösten. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
- Cervelatwurst in Würfel schneiden und zusammen mit dem Backobst und den Speck- und Semmelwürfel zum Teig geben. Alles gründlich verkneten.
- Mit 2 Esslöffeln Klöße abstechen und in reichlich Salzwasser 15 Minuten garziehen lassen.
- Als Beilage bspw. zu Wildgerichten reichen.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
