Wiltshire Lardy Cake (Fruchtkuchen mit Schweinespeck)

Wiltshire Lardy Cake (Fruchtkuchen mit Schweinespeck)

Im Supermarkt hier unten in Süddeutschland steh ich manchmal vor dem Butterregal wie früher vor’m Sicherungskasten: viele Optionen, aber am Ende muss es einfach funktionieren. Neulich hatte ich so eine Lust auf was „Richtiges“ zum Kaffee – nix Feines mit Glasur und Gedöns, sondern ein Stück Kuchen, das satt macht und nach Handwerk schmeckt. Da fiel mir dieser Wiltshire Lardy Cake wieder ein. Fruchtkuchen mit Schweineschmalz. Klingt erstmal schräg, ist aber verdammt gut – süß, saftig, ein bisschen karamellig und mit ordentlich Rosinen drin.


Warum ausgerechnet Lardy Cake? Weil der Kuchen ehrlich ist

Der kommt aus Wiltshire in England, und da hat man früher nicht lange diskutiert: Wenn Schmalz da ist, wird’s genutzt. Das ist so eine Küche, die ich mag. Bodenständig, ohne Theater. Und ganz ehrlich: Schweineschmalz macht den Teig mürber und saftiger, als man denkt. Zusammen mit Butter ist das eine Mischung, die nach dem Backen fast wie Blätterteig-Feeling hat – nur eben als dicker, fruchtiger Blechkuchen.

Meine Partnerin hat beim ersten Mal auch geguckt: „Schmalz im Kuchen, Heinz?“ Ich hab nur gesagt: „Wart ab.“ Nach dem zweiten Stück war das Thema erledigt.

Die Zutaten: wenig Schnickschnack, aber bitte ordentlich

Hier lohnt es sich, bei zwei Sachen nicht zu sparen: bei der Butter und bei den Trockenfrüchten. Wenn die Rosinen ewig im Schrank lagen und staubtrocken sind, wird’s nix. Und beim Schmalz: ungesalzen ist gut, sonst wird’s schnell komisch im Süßen.

  • 15 g Hefe
  • 300 ml Wasser, lauwarm
  • 450 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 75 g Schweineschmalz (ungesalzen)
  • 75 g Butter, in Würfel geschnitten
  • 175 g Sultaninen und Rosinen gemischt
  • 50 g Zitronat und Orangeat gemischt, gehackt
  • 50 g Zucker

Wenn du nur eine kleine Küche hast (Wohnmobil, Ferienwohnung, Mini-Arbeitsplatte): Du brauchst im Grunde nur eine Schüssel, einen Löffel, ein Nudelholz (zur Not geht auch eine saubere Flasche) und eine Form. Mehr ist das nicht.

Teig, der was abkann: so gehe ich Schritt für Schritt vor

Ich schreib’s dir so, wie ich’s in der Praxis mache – ohne große Kunststücke, aber sauber der Reihe nach.

  1. Hefe ansetzen: Hefe mit dem lauwarmen Wasser mischen, gut verrühren und 15 Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet. (Wenn nix schäumt: Wasser war zu heiß oder Hefe zu alt. Passiert. Dann lieber neu ansetzen.)

  2. Mehl mischen: Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Etwa 1 Esslöffel Schweineschmalz dazu und mit dem Mehl verreiben.

  3. Teig kneten: In die Mitte eine Kuhle machen, Hefe-Wasser rein und alles zu einem Teig verkneten, bis er sich vom Schüsselrand löst. Wenn’s zu trocken ist: schluckweise noch etwas Wasser dazu.

  4. 10 Minuten kneten und gehen lassen: Teig auf bemehlte Fläche geben und ca. 10 Minuten kneten, bis er weich und elastisch ist. Zurück in die Schüssel, mit einem sauberen Tuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Mein Tipp für unterwegs: Im Wohnmobil stell ich die Schüssel gern in die ausgeschaltete, geschlossene Spüle und leg ein leicht warmes Handtuch drüber. Keine Sauna, nur gemütlich.

Die „Falt-Nummer“: hier entsteht der saftige Kern

Das ist der Teil, der den Kuchen ausmacht. Nicht hektisch werden. Einfach ruhig arbeiten, wie beim Tapetenwechsel: Schritt für Schritt, dann passt das.

  1. Teig auf bemehlter Fläche zu einem Rechteck (ca. 0,5 cm dick) ausrollen.

  2. Jetzt jeweils ein Drittel von Butter, Schmalz, Zitronat/Orangeat, Rosinen/Sultaninen und Zucker gleichmäßig drüberstreuen.

  3. Oberes und unteres Drittel zur Mitte falten (wie einen Brief).

  4. Teig um ein Viertel drehen, wieder ausrollen und erneut mit einem Drittel der Füllung bestreuen. Falten.

  5. Das Ganze noch einmal wiederholen, bis alles drin ist.

Wenn unterwegs die Butter zu weich wird: kurz in den Kühlschrank damit oder – wenn’s draußen kalt ist – einfach ans Fensterbrett. Improvisieren gehört dazu.

Backen, Duft in der Küche und die beste Art zu servieren

  1. Eine feuerfeste Backform (ca. 20 x 25 cm) einfetten.

  2. Teig ausrollen, so dass er in die Form passt. Rein damit, abdecken und nochmal ca. 30 Minuten gehen lassen.

  3. Teig mehrfach diagonal einschneiden, damit ein rautenförmiges Muster entsteht.

  4. Im vorgeheizten Ofen bei 220°C etwa 30 Minuten backen, bis er schön aufgegangen und goldbraun ist.

  5. Sofort warm servieren oder auf einem Gitter auskühlen lassen.

Warm ist das Ding eine Wucht: außen leicht knusprig, innen weich, und die Zucker-Schichten werden so karamellig, dass man kurz still wird. Abgekühlt ist er auch gut, aber frisch aus dem Ofen – da schlägt er die meisten „Sonntagskuchen“ locker.

Wenn was übrig bleibt (kommt vor, aber selten): In Folie oder Dose hält er 1–2 Tage saftig. Kurz anwärmen macht ihn wieder wie neu. Und ja: zum Kaffee. Oder, wenn keiner guckt, auch mal zum Frühstück. Ich sag’s keinem.

Wiltshire Lardy Cake (Fruchtkuchen mit Schweinespeck)

Wiltshire Lardy Cake (Fruchtkuchen mit Schweinespeck)

Gericht Kuchen
Küche Wiltshire
Portionen 12 Stück

Zutaten
  

  • 15 gr Hefe
  • 300 ml Wasser lauwarm
  • 450 gr Mehl
  • 1 Tl Salz
  • 75 gr Schweineschmalz ungesalzen
  • 75 gr Butter in Würfel geschnitten
  • 175 gr Sultaninen und Rosinen gemischt
  • 50 gr Zitronat und Orangeat gemischt und gehackt
  • 50 gr Zucker

Und so wird's gemacht:
 

  • Hefe mit dem warmen Wasser mischen und gut verrühren. 15 Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet.
  • Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Etwa einen Esslöffel Schweineschmalz zugeben und mit dem Mehl verreiben. In die Mitte des Mehls eine Kuhle machen und das Hefe-Wasser-Gemisch hineingeben. Alles zu einem Teig verkneten, bis dieser sich vom Schüsselrand löst. Evtl. mehr Wasser zugeben.
  • Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und ca. 10 Minuten kneten, bis ein weicher, elastischer Teig entsteht. Den Teig zurück in die Schüssel geben, mit einem sauberen Tucj abdecken udn an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.
  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 0,5 cm ausrollen. Den Teig mit jeweils 1/3 Butter, Schmalz, Zitronat, Orangeat, Korinthen, Rosinen und Zucker bestreuen. Dann jeweils das obere und untere Drittel des Rechtecks zur Mitte hin falten. Den Teig um ein Viertel drehen, wieder ausrollen und erneut mit einem Drittel der Füllung bestreuen. Diesen Vorgang noch einmal wiederholen.
  • Eine feuerfeste Backform von ca. 20x25 cm einfetten. Den Teig ausrollen, so dass er in die Form passt. Den Teig in die Form geben, mit einem Tuch abdecken und noch einmal ca. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Den Teig mehrfach diagonal einschneiden, so dass ein rautenförmiges Muster entsteht. Im vorgeheizten Backofen bei 220°C etwa 30 Minuten backen, bis der Kuchen schön aufgegangen und goldbraun ist.
  • Sofort warm servieren oder auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.