Spinatstrudel

Inhalt
- Österreichischer Spinatstrudel: Bei uns schmeckt der nach Wochenende (auch wenn Mittwoch ist)
- Der Teig: glänzend, entspannt – wie ich gern nach Feierabend wäre
- Die Füllung: Spinat, Zwiebeln und ein bisschen „Trick 17“ mit Frischkäse
- Strudel rollen ohne Nervenzusammenbruch: So klappt’s mit dem Ausziehen und Aufwickeln
- Was bei uns dazu auf den Tisch kommt (und wer welche Ecke vom Strudel will)
- Spinatstrudel
- Teig
- Füllung
Neulich stand ich beim Einkaufen vorm TK-Regal und hab mich dabei ertappt, wie ich mit dem Blattspinat fast so diskutiert hab wie mit Jonas beim Zähneputzen: „Komm, das wird schon gut, du musst nur mit.“ Am Ende lagen gleich vier Packungen im Wagen – weil ich weiß, dass so ein Spinatstrudel bei uns zu Hause einfach Frieden stiftet: außen knusprig, innen saftig, und alle haben das Gefühl, es gäbe „was Besonderes“, obwohl ich das Ganze ziemlich alltagstauglich zusammenwerkel.
Österreichischer Spinatstrudel: Bei uns schmeckt der nach Wochenende (auch wenn Mittwoch ist)
Ich wohne ja seit Ewigkeiten hier unten nahe der österreichischen Grenze – und bei manchen Gerichten merk ich richtig, wie die Region rüberwinkt. Strudel ist so ein Fall: Im Ruhrgebiet wäre das bei uns eher „Rolle“ gewesen (und hätte vermutlich irgendwo eine ordentliche Portion Soße abbekommen), hier ist es ganz selbstverständlich: Teig, Füllung, ab in den Ofen, fertig ist das Glück.
Und das Schöne: Spinatstrudel wirkt ein bisschen nach Hüttenessen oder Wirtshausküche, ist aber komplett vegetarisch und macht trotzdem satt. Thomas nimmt sich davon zwei Stücke und sagt dann so einen Satz wie: „Da fehlt nix.“ Höheres Lob gibt’s bei ihm nicht.
Der Teig: glänzend, entspannt – wie ich gern nach Feierabend wäre
Strudelteig hat ja diesen Ruf, als müsste man dafür in eine österreichische Großfamilie eingeheiratet haben. Dabei ist das eher eine Frage von: Teig ordentlich kneten, dann in Ruhe lassen. Ich knete ihn, bis er wirklich geschmeidig ist und so leicht glänzt – und dann bekommt er seine kleine Wellness-Behandlung: mit zerlassener Butter einpinseln, Schüssel drüber (gern angewärmt) und 40–50 Minuten Pause.
Das ist tatsächlich der Moment, wo ich kurz das Gefühl hab, ich hätte mein Leben im Griff. In Wirklichkeit räum ich in der Zeit meistens Brotdosen aus, sortiere Schulzettel oder rette irgendein Ladekabel vor dem Staubsauger. Aber hey – der Teig ruht. Einer von uns muss ja.
Die Füllung: Spinat, Zwiebeln und ein bisschen „Trick 17“ mit Frischkäse
Bei der Füllung ist für mich der wichtigste Schritt: die Flüssigkeit muss raus. TK-Spinat ist superpraktisch (gerade in meiner 32-Stunden-Woche bin ich über jedes „schon vorbereitet“ dankbar), aber wenn man ihn nicht gut abgießt, wird der Strudel innen schnell eher… sagen wir mal: „feuchtfröhlich“.
Ich dünste die Zwiebeln im Olivenöl an, gebe den aufgetauten Spinat dazu und lasse alles kurz mitdünsten. Dann abkühlen lassen und konsequent abgießen. Gewürzt wird mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und frischen Kräutern – was halt da ist. Petersilie geht immer, Schnittlauch auch, und wenn ich mich fancy fühle, kommt noch ein bisschen Dill dazu.
Der körnige Frischkäse mit Eigelb macht das Ganze schön cremig, ohne schwer zu werden. Und das grobe Hafervollkornschrot ist so ein unscheinbarer Held: Der bindet nochmal, gibt ein bisschen Biss und rettet dich, falls der Spinat doch noch mehr Wasser mitbringt als gedacht.
Strudel rollen ohne Nervenzusammenbruch: So klappt’s mit dem Ausziehen und Aufwickeln
Ich sag’s, wie’s ist: Ich ziehe den Teig nicht jedes Mal kunstvoll über den Handrücken wie im Lehrbuch. Manchmal rolle ich ihn auf einem bemehlten Tuch einfach dünn aus – pragmatisch gewinnt im Familienalltag ziemlich oft.
Wichtig ist: erst dünn ausziehen/ausrollen, dann mit flüssiger Butter bestreichen. Die Spinatmasse verteile ich so, dass am Rand noch ein bisschen Platz bleibt. Und dann kommt das Tuch ins Spiel: Von der schmalen Seite her aufrollen, mit Hilfe des Tuchs – das fühlt sich beim ersten Mal an wie „Wohnzimmer-Origami“, aber man hat’s schnell raus.
Aufs gefettete Blech, nochmal mit Butter bestreichen und dann bei 200–220°C für 40–45 Minuten backen. Wenn es in der Küche nach Butter und Zwiebeln duftet, weiß ich: Gleich sind alle plötzlich „zufällig“ in der Nähe.
Was bei uns dazu auf den Tisch kommt (und wer welche Ecke vom Strudel will)
Ganz klassisch passt Tomatensoße dazu – und ich bin da schamlos unkompliziert: Wenn ich Zeit hab, koche ich eine schnelle Soße aus passierten Tomaten, Knoblauch und Kräutern. Wenn nicht, wird eine gute gekaufte aufgepeppt. Hauptsache, es gibt was zum Dippen und „Sauce drüber“-Diskutieren.
Lena mag am liebsten die knusprigen Endstücke (natürlich), Jonas nimmt die Stücke aus der Mitte, „weil da mehr Spinat drin ist“, und Thomas behauptet jedes Mal, er sei da völlig flexibel – und greift dann doch als Erstes nach dem größten Stück. So ist das eben: Strudel ist nicht nur Essen, Strudel ist Familienpolitik im Backofen.
Spinatstrudel
Zutaten
Teig
- 250 g Mehl
- 1/2 Salz
- 20 g Butter flüssige, oder Margarine
- 1 Ei
- 10 Wasser lauwarmes
- 20 g Butter flüssige, oder Margarine
Füllung
- 2 Zwiebeln
- 4 P. TK-Blattspinat
- 2 El Olivenöl
- Pfeffer frisch gemahlener
- Salz
- 1 Kräuter frische
- 200 g Frischkäse körniger
- 2 Eigelb
- 3 Hafervollkornschrot grobes
Und so wird's gemacht:
- Alle Zutaten für den Teig in einer Rührschüssel mit dem Handrührgerät zu einem geschmeidigen, glänzenden Teig zusammenkneten, zu einer Kugel formen. Mit zerlassener Butter bestreichen. Teig 40 - 50 Min. unter einer angewärmten Schüssel ruhen lassen.
- Inzwischen Zwiebeln schälen, würfeln, Spinat auftauen lassen. Zwiebeln im Öl andünsten, Spinat zugeben, mitdünsten; danach abkühlen lassen. Die beim Dünsten entstandene Flüssigkeit abgießen, und das Gemüse mit Pfeffer, Salz und feingehackten Kräutern abschmecken. Frischkäse mit Eigelb mischen und mit Hafervollkornschrot unter die Spinatmasse geben.
- Strudelteig über den Handrücken ausziehen oder auf einem bemehlten Tuch dünn ausrollen. Mit etwas flüssiger Butter bestreichen, Spinatmasse auftragen, den Strudel mit Hilfe des Tuches von der schmalen Seite her zusammenrollen. Auf ein gefettetes Backblech setzen, mit der restlichen Butter bestreichen und bei 200-220°C 40-45 Min. backen. Dazu schmeckt Tomatensoße.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
