Optimist

Optimist

Im Wohnmobil ist ein Cocktailabend schnell eine Frage des Platzes: ein Shaker, ein paar Eiswürfel und nicht zehn verschiedene Gläser, die bei der nächsten Kurve klappern. Der Optimist passt da gut rein. Er hat eine schöne dunkle Farbe, riecht fruchtig und bleibt trotz Gin eher auf der freundlichen Seite. Meine bessere Hälfte meint, der Name verpflichtet schon ein bisschen – nach dem ersten Schluck sieht der Feierabend jedenfalls meist ordentlicher aus als vorher.

Fruchtig, dunkel und nicht zu süß gedacht

Beim Optimist trifft der Gin auf Creme de Cassis, also schwarzen Johannisbeerlikör. Dazu kommen Ananas und Maracuja, am Ende wird mit Orangensaft aufgefüllt. Das klingt erst einmal nach ziemlich viel Obst im Glas, aber der Gin hält die Sache zusammen. Er darf ruhig erkennbar bleiben, sonst wird aus dem Cocktail schnell flüssiger Obstsalat.

Ich nehme dafür einen normalen, trockenen Gin. Es muss keine teure Sonderedition sein, die nach elf Kräutern und einem Waldspaziergang schmeckt. Ein klarer, solider Gin macht hier seine Arbeit bestens. Der Cassis bringt Farbe und eine kräftige, leicht herbe Süße mit. Gerade deshalb ist der Orangensaft am Ende nicht bloß Füllmaterial, sondern sorgt dafür, dass alles etwas leichter wirkt.

Der Shaker braucht ordentlich Eis

Bei solchen Drinks ist kaltes Arbeiten wichtiger, als man zunächst denkt. Der Shaker sollte mit genügend Eis gefüllt sein, damit der Cocktail beim Schütteln rasch herunterkühlt. Ein paar energische Bewegungen reichen; man muss daraus keinen Frühsport machen. Wenn der Shaker außen deutlich kalt wird, passt das normalerweise.

Den Orangensaft gebe ich tatsächlich erst im Glas dazu. So bleibt die Mischung aus Gin, Cassis und den tropischen Säften schön konzentriert, während der Saft den Drink nachher auf die richtige Trinkstärke bringt. Wer ihn etwas kräftiger mag, füllt nicht ganz bis zum Rand auf. Wer nach einem warmen Reisetag lieber etwas Sanfteres im Glas hat, darf beim Orangensaft großzügiger sein.

Obstspieß: nett anzusehen, aber nicht nur Dekoration

Die halbe Orangenscheibe, ein Stück Ananas und die Cocktailkirsche machen aus dem Optimist einen kleinen Urlaub im Glas, ohne dass man gleich eine Strandbar nachbauen muss. Im Wohnmobil nehme ich für den Spieß kurze Holzspieße. Die passen besser in die Schublade und stehen nicht dauernd irgendwo über.

Die Ananas darf ruhig frisch sein, wenn gerade eine gute da ist. Ansonsten funktioniert auch Ananas aus der Dose, gut abgetropft. Das ist kein Drama. Wichtig ist nur, dass sie nicht tropft wie ein undichter Wasserhahn, sonst wird der Glasrand schnell klebrig.

Ein Feierabenddrink mit Spielraum

Der Optimist macht sich gut als einzelner Drink vor dem Essen, etwa wenn auf dem Campingplatz langsam Ruhe einkehrt oder zu Hause das Abendessen noch ein paar Minuten braucht. Durch die Fruchtsäfte ist er kein Cocktail zum hastigen Wegtrinken. Lieber ein paar Eiswürfel im Glas lassen und ihm Zeit geben.

Falls kein Maracujasirup im Schrank steht, würde ich nicht anfangen, dafür drei Ersatzsachen zusammenzurühren. Ein kleiner Schuss Maracujasaft oder notfalls etwas mehr Ananassaft geht auch, nur wird der Drink dann weniger süß und ein wenig heller im Geschmack. Mit dem Cassis sollte man dagegen nicht übertreiben. Der kann sich nämlich breitmachen wie ein Reisebus auf einem zu engen Stellplatz.

Am besten schmeckt mir der Optimist richtig kalt, mit viel Eis und einer Orange, die noch frisch und saftig ist. Dann hat er etwas Sommerliches, auch wenn draußen gerade süddeutscher Nieselregen gegen die Scheibe klopft.

Optimist

Optimist

Gericht Cocktails
Portionen 1 Portionen

Zutaten
  

  • 30 ml Gin
  • 20 ml Creme de Cassis
  • 20 ml Ananassaft
  • 1 Schuss Maracujasirup
  • Orangensaft
  • 1/2 Orangenscheibe
  • 1 Stück Ananas
  • 1 Cocktailkirsche

Und so wird's gemacht:
 

  • Alle Zutaten außer dem Orangensaft im Shaker mit Eis schütteln und in ein Cocktailglas mit Eiswürfeln geben. Mit Orangensaft auffüllen. Das Obst auf einen Sticker pieken und auf das Glas legen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.