Piti-Suppe

Piti-Suppe

Trockenpflaumen in einer Fleischsuppe haben mich erst kurz stutzig gemacht. Ich kenne sie eher aus dem Müsli oder als Snack aus der Tüte. In der Piti-Suppe aus Aserbaidschan geben sie aber keine Dessert-Süße ab, sondern eine dunkle, leicht fruchtige Note. Mit Hammelfleisch, Kichererbsen und Safran klingt das erst ungewohnt. Im Topf ergibt es aber eine erstaunlich ruhige, kräftige Suppe.

Eine kleine Suppe mit viel Zeit im Topf

Piti wird traditionell oft in kleinen Tontöpfen gegart. Die Version hier funktioniert auch ganz unkompliziert in einem normalen Topf, was mir als Kochanfänger sehr entgegenkommt. Entscheidend ist weniger komplizierte Technik als Geduld. Das Hammelfleisch soll langsam weich werden, und die eingeweichten Kichererbsen brauchen ebenfalls ihre Zeit.

Die Kichererbsen würde ich wirklich rechtzeitig einweichen. Vier bis sechs Stunden sind das Minimum, über Nacht ist entspannter. Ohne Einweichen werden sie nicht nur sehr viel später gar, sie bleiben manchmal auch innen etwas zu fest. Das ist mir bei Kichererbsen schon passiert, und dann hilft auch langes Hoffen vor dem Topf nicht mehr besonders viel.

Beim Fleisch sind große Stücke sinnvoll. Sie trocknen beim Köcheln nicht so schnell aus und geben gleichzeitig Geschmack an die Brühe ab. Hammelfleisch hat einen deutlicheren Eigengeschmack als Lamm. Wer das noch nie gegessen hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Die anderen Zutaten fangen den kräftigen Geschmack gut auf.

Safran und Pflaumen sind hier nicht bloß Deko

Safran fällt in so einer einfachen Zutatenliste sofort auf. Es braucht aber wirklich nur wenig davon. Ich würde die Fäden kurz in etwas heißem Wasser ziehen lassen und dieses Safranwasser dann zur Suppe geben. So verteilt sich die Farbe besser, und der Safran schmeckt nicht nur an einer Stelle konzentriert.

Die Trockenpflaumen wirken in der Suppe eher wie ein Gewürz als wie Obst. Sie bringen eine sanfte Süße und etwas Säure mit. Gerade zu den erdigen Kichererbsen und dem würzigen Fleisch passt das überraschend gut. Ich würde sie nicht kleiner schneiden. Ganz mitgekocht werden sie weich und geben ihren Geschmack langsam ab, ohne die Brühe völlig süß zu machen.

Auch die Zwiebeln dürfen ruhig ordentlich mitkochen. Sie verschwinden fast in der Brühe und machen sie runder. Salz und Pfeffer würde ich erst gegen Ende vorsichtig nachlegen. Durch das Einkochen kann die Suppe schnell salziger werden, als man am Anfang denkt.

Bei den Kartoffeln auf die Größe achten

Die Kartoffeln kommen später dazu, und das hat einen guten Grund: Sie sollen gar werden, aber nicht komplett zerfallen. Größere Stücke funktionieren hier besser als kleine Würfel. Nach ungefähr 30 Minuten sind sie meistens weich. Wenn sie beim Anstechen mit dem Messer noch Widerstand haben, braucht die Suppe einfach noch ein paar Minuten.

Falls die Brühe zu stark reduziert, würde ich etwas heißes Wasser nachgießen. Piti darf kräftig sein, aber sie soll natürlich noch eine Suppe bleiben. Umgekehrt kann man sie am Ende ein paar Minuten ohne Deckel weiterköcheln lassen, wenn sie zu dünn geraten ist.

So würde ich Piti servieren

Für eine Portion ist das eine ziemlich sättigende Angelegenheit. Fleisch, Kichererbsen und Kartoffeln machen schon ordentlich voll. Ein Stück Fladenbrot oder anderes schlichtes Brot passt für mich am besten dazu, weil man damit die würzige Brühe aufnimmt.

Ich finde, diese Suppe schmeckt nicht nach einem schnellen Alltagsgericht, obwohl die Zubereitung nicht kompliziert ist. Sie braucht Ruhe. Und genau das merkt man am Ende: weiche Kichererbsen, zartes Fleisch, Kartoffeln und diese kleine fruchtige Spur von den Pflaumen bleiben noch eine Weile im Kopf.

Piti Suppe

Piti-Suppe

Gericht Suppen
Portionen 1 Portionen

Zutaten
  

  • 60 gr Hammelfleisch
  • 50 gr Kichererbsen Mindestens 4- 6 Stunden, besser über Nacht eingeweicht
  • 2 Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Trockenpflaumen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Safran

Und so wird's gemacht:
 

  • Hammelfleisch in große Stücke schneiden, in einen Topf geben und beinahe gar kochen. Kichererbsen zugeben und Kichererbsen und Hammelfleisch gar köcheln lassen.
  • Kartoffeln schälen und in größere Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten zu den Kichererbsen und dem Fleisch geben und für weitere 30 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

Notizen

Piti wird in Aserbaidschan traditionell in einem speziellen Topf
portionsweise gekocht und auch in diesem Topf serviert. Daher sind die
Angaben im obigen Rezept für eine Person. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.