Fliederbeersuppe

Fliederbeersuppe

An der Obstkiste im Laden bleibe ich im Herbst zuverlässig bei den dunklen Beeren hängen, die ein bisschen nach Wald und ein bisschen nach „Oma hat’s irgendwie immer hinbekommen“ riechen. Fliederbeersuppe ist so ein Gericht: schlicht, sächsisch-anhaltisch verortet, und trotzdem überraschend modern, wenn man es nicht totzuckert. Ich mag daran, dass sie eher nach Frucht als nach Nostalgie schmeckt.


Fliederbeeren: tiefdunkel, leicht herb und ziemlich direkt

Fliederbeeren (Holunderbeeren) sind nicht die Sorte „nebenbei snacken“. Die wollen gekocht werden, und sie wollen Zeit. Diese halbe Stunde leises Köcheln ist kein romantisches Ritual, sondern einfach der Punkt, an dem aus harten Beeren ein runder, dunkler Saft wird, der nach etwas schmeckt.

Die Zitronenschale macht dabei mehr als Deko: Sie hebt die Frucht, ohne sie zu übertönen. Ich nehme die Schale wirklich nur von der Hälfte, sonst wird’s schnell parfümiert. Und ja: Danach durch ein Sieb streichen. Das ist der Moment, in dem man kurz über Küchenmaschinen nachdenkt und dann doch einfach weitermacht.

Die Bindung mit Stärke – damit es Suppe bleibt und nicht Saft

Speisestärke ist in süßen Suppen so ein kleiner Realitätscheck. Ohne Bindung wirkt das Ganze schnell wie Kompottwasser. Mit Bindung wird es eine Suppe, die am Löffel bleibt.

Wichtig ist nur: Stärke erst mit etwas Milch glatt rühren, dann in die heiße Suppe geben. Nicht umgekehrt. Sonst hat man sehr schnell kleine Klümpchen, die aussehen, als hätte man sich „Textur“ ausgedacht.

Beim Abschmecken halte ich es simpel: erst Zitronensaft für die Kante, dann Zucker für die Balance. Lieber vorsichtig anfangen. Fliederbeeren bringen schon eine eigene Tiefe mit, die man nicht plattbügeln muss.

Birnen in der Suppe: weich, saftig, ein bisschen Luxus ohne Aufwand

Die Birnen sind für mich der angenehmste Teil an der Sache. Dünne Spalten, nicht zu dick, damit sie in der heißen Suppe schnell weich werden, aber nicht zerfallen. Reif heißt: Sie geben nach, wenn man sie anfasst, aber sie sind nicht schon dabei, innerlich aufzugeben.

In Kombination mit der herben Beerensuppe ist das genau die Art Süße, die ich mag: fruchtig, nicht nach „Dessertbuffet“.

Eiweißklößchen: sieht nach mehr aus, als es ist

Eiweiß steif schlagen ist kein Hexenwerk, aber es ist ein bisschen Timing. Ich mache die Suppe fertig, die Birnen sind drin, alles schmeckt – und erst dann kommt das Eiweiß.

Mit zwei Teelöffeln kleine Klößchen abstechen, auf die heiße Suppe setzen und dann nur ziehen lassen. Nicht wild kochen. Drei bis fünf Minuten reichen, je nach Größe. Die Klößchen sollen gar sein, aber nicht trocken. Sie wirken in dieser dunklen Suppe fast wie Schnee. Ein bisschen kitschig, aber auf die gute Art.

Rezept: Fliederbeersuppe mit Birnen und Eiweißklößchen

Portionen: 4

Zutaten

  • 500 g Fliederbeeren (Holunderbeeren), vorbereitet
  • Schale von 1/2 Zitrone
  • 1 l Wasser
  • 40 g Zucker
  • 30 g Speisestärke
  • etwas Milch (zum Anrühren der Stärke)
  • Zitronensaft (zum Abschmecken)
  • Zucker (zum Abschmecken)
  • 2 reife Birnen
  • 2 Eiweiß

Zubereitung

  1. Fliederbeeren mit Zitronenschale im Wasser aufkochen. Dann ca. 30 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen. Durch ein Sieb streichen und 40 g Zucker einrühren.
  2. Speisestärke mit etwas Milch glatt rühren. In die heiße Suppe geben und damit binden. Mit Zitronensaft und Zucker abschmecken.
  3. Birnen in dünne Spalten schneiden und in die Suppe geben.
  4. Eiweiß steif schlagen. Mit zwei Teelöffeln kleine Klößchen abstechen, auf die Suppe geben und 3–5 Minuten garziehen lassen.
Fliederbeersuppe

Fliederbeersuppe

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 500 g Fliederbeeren Holunderbeere
  • Schale von 1/2 Zitrone
  • 1 l Wasser
  • 40 g Zucker
  • 30 g Speisestärke
  • etwas Milch
  • Zitronensaft
  • Zucker
  • 2 reife Birnen
  • 2 Eiweiß 

Und so wird's gemacht:
 

  • Vorbereitete Fliederbeeren mit Zitronenschale im Wasser aufkochen und ca. 30 Minuten auf kleine Flamme köcheln lassen. Durch ein Sieb streichen und den Zucker unterrühren.
  • Speisestärke mit Milch anrühren und die Suppe damit binden. Mit Zitronensaft und Zucker abschmecken.
  • Birnen in dünne Spalten schneiden und in die Suppe geben.
  • Eiweiß steif schlagen, mit zwei Teelöffeln kleine Klößchen davon abstechen, auf die Suppe geben und 3 bis 5 Minuten garziehen lassen. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.