Sächsische Fliederbeersuppe

Sächsische Fliederbeersuppe

Ein Duft, der sofort Herbst ist

Fliederbeersuppe ist für mich untrennbar mit dem Spätsommer verbunden. Mit diesen Tagen, an denen es morgens schon kühl ist, aber die Sonne mittags noch Kraft hat. Ich kann mich gut daran erinnern, wie meine Großmutter früher sagte, jetzt sei genau die richtige Zeit für Holunder. Der Duft der kochenden Beeren hat sich durch die ganze Küche gezogen, schwer, fruchtig und ein kleines bisschen herb. Bis heute ist das für mich der Geruch von Übergang, wenn der Sommer langsam Platz macht.


Ein sächsischer Klassiker

In Sachsen gehört Fliederbeersuppe einfach dazu. Sie ist kein Dessert im modernen Sinn, sondern eher eine süße Mahlzeit, die für sich steht. Warm serviert, sättigend und gleichzeitig leicht säuerlich. Die Zitronenschale bringt Frische, die Birnen sorgen für milde Süße. Ich finde, genau diese Balance macht das Gericht so angenehm. Nichts ist zu viel, alles bleibt ruhig.

Kochen mit Geduld

Die Zubereitung braucht Zeit, vor allem das Kochen und Passieren der Beeren. Das ist kein Arbeitsschritt, den man abkürzt. Wenn ich die Suppe mache, plane ich bewusst Ruhe ein. Während die Beeren köcheln, passiert nichts weiter. Kein Multitasking, kein Nebenbei. Vielleicht ist das der Grund, warum mir dieses Rezept so gefällt. Es zwingt einen, langsamer zu werden.

Eiweißnocken wie früher

Die Eiweißnocken wirken heute fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Für mich gehören sie unbedingt dazu. Sie machen die Suppe weicher, runder, fast schon festlich. Als Kind habe ich sie immer zuerst gegessen und den Rest der Suppe aufgespart. Das hat sich bis heute nicht geändert. Manche Gewohnheiten bleiben einfach.

Ein Gericht mit Geschichte

Ich weiß, dass viele bei süßen Suppen skeptisch sind. Das ging mir früher nicht anders. Aber Fliederbeersuppe ist mehr als nur süß. Sie ist Erinnerung, Jahreszeit und Region in einem Topf. Wenn ich sie heute koche, dann nicht aus Nostalgie allein, sondern weil sie mir zeigt, wie viel Tiefe in einfachen, alten Rezepten stecken kann. Und manchmal ist genau das das Schönste am Kochen.

sächsische fliederbeersuppe

Sächsische Fliederbeersuppe

Küche Sachsen
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 750 g Frische Fliederbeeren Holunderbeeren
  • 2 Streifen Zitronenschale
  • 50 g Zucker
  • 2 Reife Birnen
  • 40 g Speisestaerke
  • Etwas Milch
  • Zitronensaft

Und so wird's gemacht:
 

  • Beeren washcen und abzupfen. Zusammen mit 1,5 l Wasser und den Zitronenschalen in einen Topf geben und 30 Minuten kochen. Durch ein Sieb in eine Schüssel gießen. Die Beeren mit einem Löffel durch das Sieb pressen. Zucker zum Kompott geben und umrühren. Das Kompott zurück in den Topf geben und wieder erhitzen.
  • Die Birnen schälen und in Stücke schneiden, zum noch heissen Kompott geben und kurz darin ziehen lassen. Stärke mit etwas kalter Milch anrühren und in die heusse Suppe geben, umrühren und köcheln lassen, bis die Suppe andickt. Mit Zitronensaft abschmecken. Vom Feuer nehmen.
  • Eiweiss steif schlagen, mit einem Esslöffel Nocken abstechen und auf der Suppe verteilen. Die Suppe mit einem Deckel zudecken und die Eiernocken kurz im Dampf ziehen lassen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.