Vogtländer Karpfen

Vogtländer Karpfen

Ein Gericht aus einer anderen Zeit

Vogtländer Karpfen ist für mich eines dieser Gerichte, die sofort Bilder im Kopf erzeugen. Keine schicken Teller, keine großen Effekte, sondern ein Essen, das langsam entsteht und nach Geduld schmeckt. Ich habe dieses Rezept zum ersten Mal bei einer älteren Kollegin kennengelernt, die aus Sachsen stammt. Sie erzählte davon mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es das Normalste der Welt, an Festtagen Karpfen zu kochen. Und genau so fühlt sich dieses Gericht auch an.


Erinnerungen an lange Sonntage

Wenn ich Vogtländer Karpfen koche, denke ich automatisch an lange Sonntage. An Tage, an denen nichts drängelt und der Herd über Stunden leise vor sich hin arbeitet. Das Rezept verlangt Aufmerksamkeit, aber keine Hektik. Der Fisch wird sanft gegart, das Gemüse weich gekocht und anschließend passiert. Allein dieser Schritt wirkt heute fast altmodisch. Vielleicht ist genau das der Reiz.

Würze ohne Lautstärke

Was mich an diesem Gericht immer wieder überrascht, ist die Würzung. Lorbeer, Piment, Nelken und sogar ein Stück Saucen-Lebkuchen. Das klingt erst einmal ungewöhnlich, ergibt aber zusammen eine sehr runde, warme Sauce. Nichts sticht hervor, alles bleibt zurückhaltend. Der Karpfen selbst bleibt mild, fast zart, und wird von dem Gemüsepüree eher begleitet als überdeckt.

Kein Fisch für Ungeduldige

Karpfen ist kein Fisch für Eilige. Er braucht Zeit, und man sollte ihm diese auch geben. Ich verstehe gut, warum dieses Gericht früher vor allem an Feiertagen auf den Tisch kam. Bei uns gibt es dazu meist Salzkartoffeln und Rotkraut, so wie es im Rezept empfohlen wird. Das passt einfach. Alles andere würde sich falsch anfühlen.

Bodenständig und ehrlich

Vogtländer Karpfen ist kein Gericht, das beeindrucken will. Es ist ehrlich, ruhig und sehr bodenständig. Für mich ist es eine kleine kulinarische Reise in eine Region, in der Tradition noch eine große Rolle spielt. Und manchmal tut genau das gut. Einfach kochen, essen und wissen, woher ein Gericht kommt.

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Vogtländer Karpfen

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1 Karpfen ca. 1 5 kg
  • Zitronensaft
  • 2 Möhren
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Kohlrabi
  • 1/4 Stück Sellerie
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 Pfefferkörner
  • 3 Pimentkörner
  • 2 Gewürznelken
  • 1 Stückchen Saucen-Lebkuchen
  • 50 Gramm Butter
  • Salz
  • Pfeffer 

Uns so wird's gemacht:
 

  • Karpfen schuppen, waschen und in Portionsstücke teilen. Die Stücke innen salzen und außen mit Zitronensaft beträufeln.
  • Gemüse putzen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Zusammen mit einem halben Liter Wasser, dem Lorbeerblatt, ein paar Pfefferkörnern, Piment und Nelken das Gemüse mit dem Stücken Saucenkuchen weich kochen. Anschließend durch ein feines Siebe passieren.
  • Eine Kasserole mit Butter ausstreichen. Die Fischstücke hineingeben und mit dem Gemüsebrei begießen. Alles rasch zum Kochen bringen und dann auf kleiner Flamme 30 Minuten simmern lassen.
  • Fischstücke herausnehmen und warm stellen. Gemüsepürree abschmecken und auf Teller anrichten. Die Fischstücke darauf geben.
  • Mit Salzkartoffeln oder grünen Klößen und Rotkraut servieren. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.