Sillisalaatti (Finnischer Heringssalat)
Inhalt
Winter, Fernsehen und ein merkwürdiger Salat
Sillisalaatti habe ich das erste Mal nicht gegessen, sondern gesehen. In einer Reportage über den Alltag in Finnland, an einem dieser dunklen Winterabende, an denen draußen alles grau ist und man selbst mit einer Decke auf dem Sofa sitzt. Es ging um Weihnachten, Kälte, lange Nächte – und um Essen, das satt macht und Farbe auf den Tisch bringt. Dieser Salat blieb mir sofort im Kopf: pink, cremig, mit Hering. Eine Kombination, die erst mal irritiert, aber genau deshalb neugierig macht.
Finnland zwischen Kälte und Gemütlichkeit
Je mehr ich mich danach mit der Küche von Finnland beschäftigt habe, desto besser passte Sillisalaatti ins Gesamtbild. Vieles dort ist pragmatisch, bodenständig und stark von dem geprägt, was verfügbar ist. Eingelegter Fisch, Wurzelgemüse, Kartoffeln – alles Zutaten, die lange haltbar sind und durch den Winter tragen. In der Reportage saßen die Menschen am Tisch, draußen Schnee, drinnen Kerzen, und dieser Salat war Teil eines großen Buffets. Kein Star, aber unverzichtbar.
Skepsis am eigenen Küchentisch
Als ich den Salat zum ersten Mal selbst gemacht habe, war ich ehrlich gesagt unsicher. Thomas schaute skeptisch auf die rote Bete, die Sahne und den Hering in einer Schüssel. Lena fragte, ob das ein „Experiment“ sei, und Jonas wollte wissen, ob man das auch ohne Fisch essen könne. Typischer Familienmoment. Am Ende wurde zumindest probiert. Und siehe da: Gerade diese Mischung aus süß, sauer, salzig und cremig funktioniert überraschend gut.
Ein Salat, der Zeit braucht
Sillisalaatti ist nichts für schnelle Mittagspausen. Er profitiert davon, wenn er ein bisschen durchzieht. Die Aromen verbinden sich, der Hering wird milder, die rote Bete färbt alles ein. Für mich ist das ein typisches Gericht für lange Abende, an denen man keinen Zeitdruck hat. Ich mache ihn gern, wenn Besuch kommt und sowieso mehrere Schüsseln auf dem Tisch stehen.
Kein schönes, aber ein ehrliches Gericht
Optisch ist Sillisalaatti sicher Geschmackssache. Aber genau das mag ich an solchen Rezepten. Sie wollen nicht beeindrucken, sondern satt und zufrieden machen. Und manchmal erzählen sie mehr über ein Land und seine Esskultur als jedes aufwendig angerichtete Gericht. Für mich ist dieser finnische Heringssalat genau so einer – eigenwillig, bodenständig und irgendwie tröstlich.
Sillisalaatti (Finnischer Heringssalat)
Zutaten
- 4 gekochte kalte Kartoffeln
- 4 rote Bete
- 3 Karotten
- 2 große Zwiebeln
- 2 Äpfel
- 2 Essig- oder Salzgurken
- 2 Heringsfilets
- 2 hartgekochte Eier
- Salz Pfeffer, etwas PetersilieSauce:
- 200 ml süße Sahne
- 1 Teelöffel Zucker
- 1 Esslöffel Essig
Und so wird's gemacht:
- Heringsfilets, Kartoffeln, rote Bete, Karotten, Gurken, Äpfel und Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles in eine Schüssel geben und mit der Petersilie und den in Scheiben geschnittenen Eiern garnieren. In einer extra Schüssel serviert man die geschlagene und mit Essig abgeschmeckte Sahne.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
