Gâche (Normannisches Hefebrot)

Inhalt
Ein Brot, das nach Wochenende schmeckt
Gâche ist für mich kein Brot für den Alltag. Es ist ein Brot für langsame Morgen, für gedeckte Tische und für diesen Moment, wenn man merkt, dass der Tag nichts weiter vorhat. Kennengelernt habe ich Gâche in der Normandie, bei einer Reise, die wir ohne großen Plan gemacht haben. Viel Autofahren, kleine Orte, Bäckereien, in denen es nach Butter und Hefe roch. Dieses Brot lag dort oft neben Croissants und Brioche, sah unscheinbar aus und war doch etwas ganz Eigenes.
Normandie zwischen Apfelbäumen und Backstuben
Die Normandie verbinde ich mit sattem Grün, alten Steinmauern und Apfelbäumen, die überall stehen. Essen wirkt dort bodenständig, aber nie grob. Gâche passt perfekt dazu. Es ist weich, reichhaltig und trotzdem zurückhaltend. Kein süßes Hefegebäck, aber auch kein klassisches Brot. Eher etwas dazwischen, gemacht für Butter, Marmelade oder einfach nur eine dicke Scheibe pur.
Viel Butter, viel Geduld
Was mir an diesem Rezept sofort aufgefallen ist, ist der hohe Butteranteil. Das ist nichts, was man nebenbei zusammenrührt. Der Teig braucht Zeit, Kraft und ein bisschen Geduld. Genau das mag ich daran. Während des Knetens merkt man, wie sich alles langsam verbindet. Für mich ist das einer dieser Küchenmomente, in denen der Kopf ruhig wird und der Alltag kurz Pause macht.
Am besten noch leicht warm
Frisch gebacken, leicht abgekühlt und dann angeschnitten – so schmeckt Gâche für mich am besten. Die Krume ist weich und saftig, die Kruste zart. Bei uns wird das Brot meist zum Frühstück oder am späten Nachmittag gegessen. Mit etwas gesalzener Butter, vielleicht einem Löffel Apfelkonfitüre. Mehr braucht es nicht.
Ein Stück Reise für zu Hause
Ich weiß nicht, wie oft Gâche in der Normandie tatsächlich gebacken wird und wie viele Varianten es gibt. Wahrscheinlich mehr, als man zählen kann. Für mich ist dieses Brot vor allem eine Erinnerung. An ruhige Tage, gutes Essen und das Gefühl, dass einfache Dinge oft genau richtig sind.
Gâche (Normannisches Hefebrot)
Zutaten
- 1 Würfel Hefe oder
- ½ Kaffeetasse Wasser
- 250 g zimmerwarme Butter
- 500 ml Milch
- 4 Eier
- 1 TL Salz
- 1 kg Mehl
Uns so wird's gemacht:
- Bei Verwendung von frischer Hefe: Die Hefe mit dem lauwarmen Wasser verrühren und 5-10 Minuten zugedeckt stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
- Butter und Milch verrühren, Eier, Salz, Hefelösung bzw. Trockenhefe zugeben. Nach und nach das Mehl zugeben und gründlich unterrühren bzw. verkneten. Den Teig ca. 15 Minuten gründlich kneten, bis ein fester aber geschmeidiger Teig entsteht.
- Zu einem länglichen Laib formen. Mit etwas Mehl bestäuben und mehrmals mit einem Messer quer einschneiden. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 45 Minuten backen, bis das Brot hohl klingt, wenn man von unten mit dem Fingerknöchel dagegen klopft.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
