Deptford Pudding (Brotpudding)

Deptford Pudding (Brotpudding)

Sechs Scheiben Weißbrot sehen auf der Arbeitsplatte erst einmal nicht nach Dessert aus. Mit Zitrone, Milch und luftigem Eiweiß wird daraus aber ein Pudding, der zwischen Auflauf und Soufflé liegt: außen leicht gebräunt, innen weich und erstaunlich frisch.

Ein Brotpudding aus Surrey mit Zitronenschale

Deptford Pudding wird der englischen Küche aus Surrey zugeordnet und gehört zu den Rezepten, die sehr selbstverständlich mit Resten arbeiten. Altes Weißbrot wird nicht versteckt, sondern bildet die Basis. Das gefällt mir an solchen Gerichten: Sie sind sparsam gedacht, aber geschmacklich nicht unerquicklich.

Die Zitrone ist hier entscheidend. Ohne sie wäre die Mischung aus Brot, Milch und Zucker schnell etwas schwer und sehr mild. Fein abgeriebene Schale bringt ein leicht herbes Aroma hinein, der Saft setzt einen klaren, säuerlichen Punkt. Ich würde deshalb unbedingt eine unbehandelte Zitrone nehmen, weil die Schale deutlich mitisst.

Im Vergleich zu einem klassischen, kompakteren Brotpudding wirkt diese Variante deutlich leichter. Dafür sorgt vor allem das steif geschlagene Eiweiß. Es wird vorsichtig untergehoben und hebt die Masse beim Backen sichtbar an.

Die Brotbrösel dürfen wirklich fein sein

Am unkompliziertesten funktioniert leicht trockenes Weißbrot. Frisches Brot geht ebenfalls, lässt sich aber etwas schlechter fein reiben. Ich schneide die Rinde vorher sauber ab und zerkleinere das Innere im Mixer zu gleichmäßigen Bröseln. Große Stücke machen den Pudding rustikaler, aber auch etwas unruhiger in der Konsistenz.

Die Brösel sollen sich mit der Milch-Eigelb-Mischung gut vollsaugen können. Es lohnt sich, die Masse nach dem Verrühren zwei, drei Minuten stehen zu lassen, bevor das Eiweiß dazukommt. So bleibt später weniger trockenes Brot im Inneren zurück.

Beim Eischnee ist eher Geduld als Kraft gefragt. Die Eier müssen sauber getrennt sein, und die Schüssel sollte fettfrei sein. Sobald das Eiweiß sehr steif ist, hebe ich es in zwei Portionen unter. Nicht zu lange rühren: Ein paar helle Schlieren dürfen anfangs noch bleiben. Sie verschwinden beim vorsichtigen Weiterheben, ohne dass die Luft gleich wieder entweicht.

Wasserbad statt trockener Ofenhitze

Der Pudding wird in einer hohen, gefetteten Form im Wasserbad gebacken. Das klingt etwas altmodisch, ist hier aber praktisch. Das heiße Wasser bremst die direkte Hitze und hält die Masse innen saftig, während sie oben trotzdem Farbe bekommt. Eine runde Auflaufform oder kleine Souffléform passt gut, solange sie sicher in einer tiefen Fettpfanne oder einem größeren Bräter steht.

Das Wasser sollte heiß sein und etwa ein bis zwei Zentimeter hoch an der Form stehen. Ich fülle es erst ein, wenn die Form schon im Ofen steht. So muss ich kein Blech mit heißem Wasser durch die kleine Küche balancieren – eine Maßnahme, die bei mir mehr mit Selbsterhaltung als mit Kochtechnik zu tun hat.

Nach 30 Minuten lohnt sich der erste Blick. Der Deptford Pudding soll deutlich aufgegangen sein, oben goldbraun wirken und in der Mitte nicht mehr flüssig wackeln. Je nach Formhöhe kann er bis zu 40 Minuten brauchen. Ein Holzstäbchen muss nicht komplett trocken herauskommen; ein wenig feuchte, puddingartige Krume ist genau richtig.

Direkt aus der Form auf den Tisch

Dieses Dessert wartet nicht besonders geduldig. Direkt nach dem Backen ist es am höchsten und hat diesen angenehmen Kontrast aus luftiger Oberfläche und weichem Kern. Beim Abkühlen fällt es etwas zusammen, was völlig normal ist, aber die frisch gebackene Textur ist der eigentliche Reiz.

Ich mag dazu schlicht etwas kalte Sahne oder einen Löffel Crème fraîche, besonders wenn die Zitrone recht kräftig ist. Auch ein paar Beeren passen gut, müssen aber nicht sein. Der Pudding bringt schon genug eigenes Aroma mit: Milchigkeit, warme Brotkrume, Zucker und diese helle Zitronennote, die ihn überraschend leicht wirken lässt.

Deptford Pudding Brotpudding

Deptford Pudding (Brotpudding)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 6 Scheiben Weißbrot ohne Rinde
  • 2 Eier getrennt
  • 50 gr Zucker
  • 300 ml Milch
  • Schale von 1 Zitrone
  • 2 Tl Zitronensaft

Und so wird's gemacht:
 

  • Das Brot fein reiben oder im Mixer mixen. Eigelb, Zucker und Milch in einer Schüssel gut verrühren, dann die Brösel, die Zitronenschale und den Zitronensaft unterheben.
  • Die Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen und vorsichtig unter die Brotmasse heben. Die Masse in eine hohe gefettete, feuerfeste und runde Form (Puddingform) geben. Die Form in die Fettpfanne des Backofens stellen und diese mit heißem Wasser füllen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 180°C 30-40 Minuten backen, bis der Pudding sehr hochgegangen, fest und goldbraun ist. Sofort servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.