Black and Tan

Inhalt
Ein Glas mit klarer Linie
Das erste Black and Tan habe ich nicht am St. Patrick’s Day getrunken, sondern an einem ganz normalen Abend in Irland. Wir saßen in einem Pub, draußen war es schon dunkel, drinnen voll, laut und gemütlich zugleich. Neben uns stand ein Glas auf dem Tresen, zweigeteilt, beinahe wie mit dem Lineal gezogen. Unten hell, oben tiefdunkel. Ich habe erst gefragt, was das ist, bevor ich überhaupt daran gedacht habe, einen Schluck zu nehmen.
Mehr Symbol als Durstlöscher
Black and Tan ist kein Getränk, das man aus purer Laune mischt. Es ist eher ein Statement, ein Ritual. Das helle Lager unten, das Stout obenauf, meist Guinness. Dass sich die beiden Schichten nicht vermischen, ist kein Zufall, sondern fast schon eine kleine Disziplin. Im Pub wurde mir erklärt, wie wichtig Geduld dabei ist. Nicht kippen, nicht hastig sein. Langsam gießen, sonst ist der Effekt dahin.
Zwischen Faszination und Zurückhaltung
Ich gebe zu: Ich habe lange gezögert. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen der Geschichte, die der Name mit sich trägt. In Irland ist Black and Tan kein ganz unproblematischer Begriff. Das habe ich erst später wirklich verstanden. Im Pub damals wurde es trotzdem ganz selbstverständlich serviert, ohne großes Nachdenken. Vielleicht ist es genau das, was mich bis heute daran zwiespältig macht. Optisch beeindruckend, geschmacklich interessant, historisch nicht ganz leicht.
Zuhause eher selten im Glas
Zu Hause mache ich Black and Tan kaum. Nicht, weil es schwierig wäre, sondern weil es für mich so stark an diesen einen Ort gebunden ist. Wenn ich es doch einmal einschenke, dann sehr bewusst. Ein großes Glas, ein Löffel, Ruhe. Thomas findet es spannend, Lena schaut fasziniert auf die klare Trennung der Farben, Jonas will wissen, warum sich das Bier „nicht mag“. Es ist mehr Gesprächsanlass als Feierabendgetränk.
Ein Getränk, das hängen bleibt
Black and Tan ist für mich weniger ein Rezept als eine Erinnerung. An Pubs, an Gespräche, an das Gefühl, dass Essen und Trinken immer auch Geschichte transportieren. Manchmal trinkt man nicht nur ein Bier, sondern gleich ein Stück Kultur mit. Und genau deshalb passt dieses Glas so gut zu einem Tag wie dem St. Patrick’s Day – auch wenn ich es lieber leise und ohne großes Tamtam genieße.
Black and Tan
Zutaten
- 0,25 l Helles Bier Lager oder Export
- 0,25 l Irish Stout Guinness
Uns so wird's gemacht:
- In ein Halbliter- oder ein Pint-Glas zuerst das helle Bier einschenken. Dann dass dunkle Guinness über einen Esslöffel vorsichtig auf das helle Bier schenken. Die beiden Biere sollten sich nicht vermischen sonder die beiden Farben getrennt bleiben.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
