Rindsuppe mit Kartoffelschöberl

Rindsuppe mit Kartoffelschöberl

Bei einer klaren Rindsuppe zeigt sich erstaunlich schnell, wer am Tisch wirklich Geduld hat: Erst wird erwartungsvoll über die dampfende Schüssel geschaut, dann wird das Kartoffelschöberl gesucht, und spätestens beim zweiten Stück ist die Frage geklärt, ob noch etwas davon da ist. Bei uns gewinnt dabei regelmäßig Jonas, obwohl er eigentlich behauptet, Suppe sei „nicht so sein Ding“. Tja. Kartoffeln und Butter können offenbar diplomatische Wunder vollbringen.

Österreichische Suppeneinlage mit ordentlich Substanz

Kartoffelschöberl sind eine herrlich bodenständige österreichische Suppeneinlage: eine gebackene, luftige Kartoffelmasse, die in Stücke geschnitten in die heiße Rinderbrühe kommt. Im südlichen Bayern begegnet man solchen Einlagen durchaus öfter als in meiner Ruhrgebiets-Kindheit. Dort war Suppe häufig eher der Auftakt, hier kann sie mit den richtigen Einlagen gefühlt schon ein halbes Mittagessen sein. Und ganz ehrlich: Das ist eine Entwicklung, hinter der ich voll und ganz stehe.

Das Schöberl bringt etwas mit, das einfachen klaren Suppen manchmal fehlt: Biss, Wärme und dieses leicht buttrige, herzhafte Etwas. Die Kartoffeln machen es angenehm weich, der Grieß gibt der Masse Halt, und die geröstete Petersilie sorgt für ein kräftiges Aroma. Es muss nicht geschniegelt aussehen. Ein paar unterschiedlich große Stücke in der Brühe wirken sogar besonders schön hausgemacht.

Locker wird die Masse vor allem durch den Eischnee

Beim Vermengen darf man ruhig ein kleines bisschen behutsam sein. Die Butter-Eigelb-Kartoffel-Masse darf gründlich verrührt werden, aber der steif geschlagene Eischnee sollte anschließend möglichst locker untergehoben werden. Der ist nämlich dafür zuständig, dass aus dem Kartoffelschöberl kein kompakter Kartoffelkuchen wird, der in der Suppe auf Tauchstation geht.

Die Petersilie wird vor dem Zugeben kurz in Fett angeröstet. Das klingt erst einmal nach einem zusätzlichen Pfännchen und damit nach mehr Abwasch – Projektmanagerin in mir hebt kurz die Augenbraue –, lohnt sich aber sehr. Sie schmeckt dadurch wärmer und nussiger als einfach nur frisch untergerührt. Gerade weil die übrigen Zutaten so schlicht sind, fällt dieser kleine Unterschied auf.

Goldbraun backen und nicht zu früh schneiden

Die Masse kommt in eine gut gebutterte und bemehlte Form und darf im Ofen goldgelb backen. Entscheidend ist weniger eine geschniegelt genaue Farbe als die Festigkeit: Die Oberfläche soll stabil wirken, in der Mitte darf nichts mehr weich nachgeben. Ein Holzstäbchen hilft, falls man unsicher ist.

Nach dem Backen lasse ich das Schöberl ein paar Minuten ruhen. Direkt aus der Form geschnitten, ist es gern noch etwas empfindlich und kann bröseln. Das ist nicht dramatisch – die Brösel schmecken in der Brühe schließlich genauso gut –, aber mit einem kurzen Päuschen lassen sich deutlich schönere Rauten oder Würfel schneiden. Für vier Portionen reichen eher kleinere Stücke völlig aus, denn in der heißen Brühe gehen sie geschmacklich ordentlich auf.

Die Brühe bleibt klar, das Schöberl kommt erst beim Servieren dazu

Die Rinderbrühe sollte richtig heiß sein, aber die Kartoffelschöberl müssen darin nicht lange kochen. Ich lege sie erst in die Teller oder Suppenschalen und gieße die heiße Brühe darüber. So bleiben sie außen noch leicht fest und saugen sich nicht schon im Topf komplett voll.

Falls etwas übrig bleibt, bewahre ich die Stücke getrennt von der Brühe im Kühlschrank auf. Am nächsten Tag lassen sie sich kurz im Ofen oder in einer Pfanne erwärmen und wieder frisch in die Suppe geben. Thomas nimmt so eine Schüssel auch gern als Abendessen, während Lena beim Wort „Rindsuppe“ erst skeptisch guckt und dann doch noch ein zweites Kartoffelschöberl angelt. Das ist bei uns die verlässlichste Qualitätskontrolle.

Rindsuppe Mit Kartoffelschoeberl

Rindsuppe mit Kartoffelschöberl

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 2.5 l Rinderbrühe
  • 100 g Butter
  • 4 Eigelb
  • 30 g Weizengrieß
  • Salz
  • 20 g
  • Petersilie
  • 120 g Kartoffeln passiert (200 g roh)
  • 4 Eiweiß
  • Butter und Mehl für die Form

Und so wird's gemacht:
 

  • Die schaumig gerührte Butter wird mit Eigelb, Salz gehackter und in Fett angerösteter Petersilie, Grieß, Mehl, gekochten passierten Kartoffeln und dem festen Schnee des Eiweiß vermengt.
  • Die Masse in einer befetteten, bemehlten Tortenform backen, in gleichmäßige Stücke schneiden und zur heißen Rinderbrühe reichen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.