Karpfen aus der Pfanne

Inhalt
- Warum der montenegrinische Pfannen-Karpfen bei mir hängen geblieben ist
- Zutaten, wie ich sie in der Küche gut im Griff behalte
- So läuft das in der Pfanne: erst Bräune, dann Ruhe
- Worauf ich bei Karpfen achte (damit’s nicht trocken wird)
- Wohnmobil-tauglich und alltagsehrlich: so mach ich’s mit wenig Platz
- Karpfen aus der Pfanne
Neulich stand ich am Bodensee am Fischstand und hab wieder gemerkt: Manche Sachen sind gleichzeitig simpel und ein kleines Abenteuer. Karpfen ist so einer. Im Ruhrpott war das früher eher „joa, kann man machen“, hier unten gehört er irgendwie dazu. Und dann hab ich ein altes Rezept aus Montenegro wieder rausgekramt – mit Zwiebeln, Dörrpflaumen, Apfel und Quitte. Klingt erst mal schräg, schmeckt aber richtig rund: süß-sauer, kräftig, und der Fisch bleibt saftig.
Warum der montenegrinische Pfannen-Karpfen bei mir hängen geblieben ist
Ich bin kein Fisch-Flüsterer, aber Karpfen krieg ich hin, wenn ich ihm Zeit und Ruhe gebe. Das Rezept hab ich vor einer Weile online aufgeschnappt, irgendwo in einer Kochgruppe – und es hat mich interessiert, weil es nicht geschniegelt ist. Viel Zwiebel, bisschen Paprika, Tomatenmark, Essig, Zucker. Dazu Obst, das man sonst eher im Kompott vermutet. Am Ende gibt’s eine Soße, die fast wichtiger ist als alles andere.
Und das passt zu mir: Pfanne auf den Herd, einmal ordentlich anbraten, dann leise vor sich hin schmoren lassen. Keine Show, kein Stress.
Zutaten, wie ich sie in der Küche gut im Griff behalte
Für 4 Portionen (je nachdem, wie groß der Hunger ist und wie viel Beilage du machst):
- 1 Karpfen (ca. 2,5–3 kg)
- 2 kg geschälte Zwiebeln
- 250 g Dörrpflaumen
- 1 Boskopapfel
- 1 Quitte
- 1 TL Paprikapulver
- 125 g Tomatenmark
- 1 EL Zucker
- 4 EL Weinessig
- 3 EL Mehl
- 2 Gläser Wasser
- Salz
- ca. 0,5 l Öl (zum Braten – du brauchst nicht alles, aber es soll ordentlich heiß werden können)
Austauschbar, wenn’s sein muss:
- Boskop: geht auch ein anderer säuerlicher Apfel.
- Quitte: wenn du keine kriegst, nimm noch einen Apfel oder eine feste Birne. Quitte bringt halt diesen herben Duft, aber ohne geht’s auch.
- Dörrpflaumen: Backpflaumen sind perfekt. Zur Not gehen auch getrocknete Aprikosen, dann wird’s etwas heller und fruchtiger.
- Weinessig: geht auch Apfelessig, dann wird’s milder.
So läuft das in der Pfanne: erst Bräune, dann Ruhe
Ich mach das gern in einer großen, schweren Pfanne oder in einem breiten Bräter. Wichtig ist: Der Fisch soll später in der Soße liegen können, ohne dass du ihn zusammenfalten musst.
Karpfen vorbereiten. Den Karpfen auf beiden Seiten mehrmals rautenförmig einschneiden. Das hilft beim Garen und nimmt dem Fisch auch ein bisschen „Karpfen-Charakter“. Dann ordentlich salzen.
Fisch anbraten. Öl in der Pfanne erhitzen. Den Karpfen von beiden Seiten kräftig anbraten, bis er Farbe hat. Nicht totbraten – nur schöne Bräune. Danach Hitze etwas runternehmen.
Obst vorbereiten. Dörrpflaumen waschen. Apfel und Quitte waschen, schälen, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Grob ist gut – das soll später nicht komplett verschwinden.
Zwiebeln anschwitzen. Zwiebeln klein würfeln (ja, das sind viele – da wird man kurz still dabei). In etwas Öl glasig dünsten. Nicht dunkel werden lassen, nur weich und süßlich.
Soße anrühren. Paprikapulver und Tomatenmark zu den Zwiebeln geben, kurz mitrösten. Zucker dazu. Dann mit Essig ablöschen (Vorsicht, das zieht einmal in die Nase). Mehl einrühren, damit es leicht bindet. Nach und nach das Wasser dazugeben und gut rühren, damit keine Klümpchen bleiben.
Obst rein und abschmecken. Dörrpflaumen, Apfel und Quitte in die Zwiebel-Soße geben. Mit Salz abschmecken. Das darf ruhig süß-sauer sein – genau das macht’s aus.
Fisch fertig garen. Die Mischung über den angebratenen Karpfen gießen. Auf kleiner Flamme etwa 30 Minuten leise schmoren lassen. Deckel drauf, wenn du einen hast. Zwischendurch einmal schauen, ob genug Flüssigkeit da ist – zur Not ein Schluck Wasser nachgießen.
Worauf ich bei Karpfen achte (damit’s nicht trocken wird)
Der wichtigste Punkt ist für mich die Hitze. Karpfen mag kein Gebrüll auf dem Herd. Erst braten für die Röstaromen, dann runter mit der Temperatur. Wenn es nur noch sanft blubbert, bist du richtig.
- Einschneiden: Die Rauten helfen wirklich. Gerade bei so einem großen Fisch.
- Nicht zu lange: Die halbe Stunde passt meistens. Wenn der Karpfen sehr dick ist, kann’s ein paar Minuten mehr sein – aber lieber prüfen als blind verlängern.
- Soße als Schutz: Der Fisch liegt in der Zwiebel-Obst-Soße wie im Bett. Das hält ihn saftig.
Im Wohnmobil würde ich das Rezept nicht mit einem 3-Kilo-Karpfen anfangen, da muss man schon ein bisschen Realist bleiben. Aber die Idee klappt trotzdem.
- Alternative: Karpfen in Stücken oder Filets nehmen. Dann brätst du sie schneller an und lässt sie kürzer in der Soße ziehen (eher 10–15 Minuten, je nach Dicke).
- Eine Pfanne reicht: Erst Fisch rausnehmen, dann Zwiebeln/Soße in derselben Pfanne machen, Fisch wieder rein.
- Vorarbeit: Zwiebeln kann man zu Hause schon schneiden (Dose/Box), dann ist unterwegs weniger Gefummel.
Als Beilage passt bei mir ganz schlicht: Kartoffeln (Salzkartoffeln oder Püree) oder ein Stück Brot, um die Soße aufzutunken. Meine Partnerin nimmt gern noch was Grünes dazu, einfach fürs Gewissen. Ich sag dann: „Kannste machen.“
Karpfen aus der Pfanne
Zutaten
- Karpfen 2,5- 3 kg
- 2 kg geschälte Zwiebeln
- 250 gr Dörrpflaumen
- 1 Boskopapfel
- 1 Quitte
- 1 Tl. Paprika
- 125 g. Tomatenmark
- 1 El. Zucker
- 4 El Weinessig
- 3 El Mehl
- 2 Glas Wasser
- Salz
- 0,5 l Öl
Und so wird's gemacht:
- Karpfen auf beiden Seiten mehrmals rautenförmig einschneiden, salzen und von beiden Seiten in heißem Öl anbraten.
- Das getrocknete und frische Obst waschen, schälen, entkernen und in grobe Würfel schneiden. In der Zwischenzeit Zwiebeln in kleine Würfel schneiden un in Öl glasig dünsten. Nach und nach alle anderen Zutaten zugeben und gut umrühren. Mit Salz abschmecken. Die Mischung über den angebratenen Karpfen gießen und den Fisch darin auf kleiner Flamme in etwa einer halben Stunde fertig garen.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
