Carlings (Kichererbsen-Plätzchen)

Carlings (Kichererbsen-Plätzchen)

Manchmal stolpere ich über Rezepte, die klingen wie ein kleiner Insiderwitz aus einer Gegend, in der ich noch nie war. „Carlings“ ist so eins: Kichererbsen-Plätzchen aus Durham und Teesside, gefunden in einem alten Rezept-Scan, der irgendwo zwischen Facebook-Kommentaren und „macht man halt so“ herumgeisterte. Ich mag diese Art Küche. Unprätentiös, sättigend, ein bisschen rustikal – und am Ende erstaunlich gut zu einem modernen Dresdner Feierabend passend.


Durham und Teesside auf dem Teller: bodenständig, aber nicht langweilig

In meinem Kopf sind das diese nordenglischen Landschaften: Wind, Stein, Arbeit. Essen, das nicht fragt, ob es fotogen ist. Carlings passen da rein. Hülsenfrüchte, Zwiebel, Kräuter, Butter. Mehr braucht’s nicht, wenn die Idee stimmt.

Ich mache sie gern als Beilage, aber ehrlich: Mit einem Salat und etwas Joghurt oder einem schnellen Chutney sind sie auch ein komplettes Abendessen. Sie haben diesen angenehmen „Ich bin satt, aber nicht erschlagen“-Effekt.

Einweichen, köcheln, warten: das Rezept hat seinen eigenen Rhythmus

Das ist kein 20-Minuten-Ding, und genau das ist auch der Punkt. Einweichen über Nacht, dann 1,5 bis 2 Stunden köcheln. Ich setze die Hülsenfrüchte meistens an, während ich nebenbei Mails wegklicke oder die Küche auf Autopilot bringe. Es ist eher Routine als Projekt.

Wichtig ist nur: wirklich weich kochen. Wenn die Bohnen oder Kichererbsen noch Biss wie „Ich wehre mich“ haben, wird die Masse später krümelig und lässt sich nur mit Gewalt zu Küchlein überreden. Weich heißt: mit zwei Fingern zerdrückbar, ohne Diskussion.

Die Masse: Semmelbrösel als Sicherheitsnetz, Butter als Stimmung

Semmelbrösel sind hier nicht Deko, sondern Struktur. Sie binden Feuchtigkeit, geben Halt und machen das Ganze brattauglich. Die geschmolzene Butter wirkt wie der kleine Trick, der aus „Hülsenfruchtbrei“ etwas macht, das nach Essen aussieht und auch so schmeckt.

Ich würze eher klar: Salz, Pfeffer, getrocknete Kräuter. Keine Gewürzorgie. Das Gericht lebt von der milden, nussigen Basis und der Zwiebel. Wenn die Zwiebel wirklich fein gewürfelt ist, verteilt sie sich besser und brät später nicht als einzelne harte Stückchen mit.

Braten in Butter: goldbraun ist das einzige Ziel

Die Küchlein forme ich nicht zu groß. Lieber handtellergroß oder kleiner, dann lassen sie sich sauber wenden. Einmal in Mehl wenden hilft – nicht als Panade, eher als dünne Schicht, die in der Butter schneller Farbe bekommt.

Die Pfanne sollte heiß sein, aber nicht so heiß, dass die Butter sofort dunkel wird. Wenn’s zu schnell bräunt, wird außen fertig und innen bleibt’s weich und ein bisschen fragil. Ich brate sie lieber moderat, dafür geduldig, bis sie auf beiden Seiten stabil sind und diese goldene Kante haben, die beim Reinbeißen leicht knackt.

Wie ich Carlings serviere, wenn Besuch in der Küche steht

Heiß servieren stimmt absolut. Warm sind sie nett, heiß sind sie richtig gut. Dazu passt fast alles, was Frische bringt: ein Gurkensalat, Zitronenjoghurt, ein bisschen eingelegtes Gemüse. Wenn Freunde da sind, stelle ich einfach alles in die Mitte und lasse die Küchlein als „essbare Beilage“ herumwandern.

Und ja: Sie sind unspektakulär. Genau das macht sie zuverlässig. Man hat etwas in der Hand, das funktioniert – und das ist an vielen Tagen mehr wert als jedes Showgericht.

Carlings Kichererbsen Plaetzchen

Carlings (Kichererbsen-Plätzchen)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 200 gr getrocknete grüne Bohnen oder Kichererbsen
  • 50 gr Semmelbrösel
  • 1 Zwiebel fein gewürfelt
  • 1/2 Gemischte getrocknete Kräuter
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 El geschmolzene Butter
  • 25 gr Butter

Und so wird's gemacht:
 

  • Bohnen oder Kichererbsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen.
  • Am nächsten Tag durch ein Sieb abgießen und mit ca. 1 l frischem Wasser zum Kochen bringen. 1 1/2-2 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen, dabei bei Bedarf Wasser nachgießen.
  • Bohnen oder Erbsen abkühlen lassen. In eine Schüssel mit den Semmelbröseln, Zwiebelwürfeln, Kräutern und der geschmolzenen Butter geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles zu einer festen Masse verkneten.
  • Die Masse zu runden Küchlein formen, in etwas Mehl wenden und in heißer Butter von beiden Seiten goldbraun braten. Heiss servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.