Poulet Yassa (Geschmortes Hähnchen mit Zwiebeln und Zitronensaft)

Poulet Yassa (Geschmortes Hähnchen mit Zwiebeln und Zitronensaft)

Neulich stand ich im Supermarkt vor einem Berg Zwiebeln und hab kurz überlegt, ob ich heimlich ein Schild dranhänge: „Achtung, heute wird’s emotional.“ Denn bei uns zu Hause ist Zwiebeln schneiden ja immer noch so ein Sport: Lena macht’s mit Drama, Jonas mit Taucherbrille (kein Witz) – und ich mit der pragmatischen Projektmanagerinnen-Miene: wird schon. Genau an so einem Tag ist bei mir Poulet Yassa gelandet: senegalesisches Hähnchen, das in Zitronensaft und Essig baden darf und dann mit einer ganzen Zwiebel-Familie zu einer Soße wird, die gleichzeitig frisch, herzhaft und ein kleines bisschen frech schmeckt.


Wie Poulet Yassa bei uns in Bayern auf den Tisch kam

Ich bin ja im Ruhrgebiet groß geworden – da war „sauer“ im Essen nichts Verdächtiges, sondern eher ein Lebensgefühl (hallo, Essig und eingelegte Sachen). Hier unten in Süd-Bayern, wo alles gern ein bisschen „g’schmeidig“ sein darf, ist so eine zitronige, essigfrische Soße erstmal erklärungsbedürftig. Thomas hat beim ersten Mal skeptisch in die Schüssel geschaut, so nach dem Motto: „Das ist jetzt Absicht, oder?“

Und dann: Ruhe am Tisch. Diese gute, konzentrierte Ruhe, wo alle nur noch kauen und ab und zu jemand „Boah“ murmelt. Poulet Yassa ist nämlich nicht kompliziert – aber es schmeckt, als hätte man sich richtig was vorgenommen.

Die Marinade: sauer, scharf, senfig – und genau deswegen genial

Das Herzstück ist die Marinade aus Zitronensaft, Apfelessig, Knoblauch, Lorbeer und (wenn du magst) Dijon. Ich nehme den Senf oft dazu, weil er der Soße später so eine runde Würze gibt. Nicht „Senfgeschmack“, eher so ein leises „Ich halte hier alles zusammen“ – wie ich im Marketing-Projekt, wenn alle gleichzeitig was wollen.

Wichtig ist wirklich die Zeit: ein paar Stunden sollten es schon sein, über Nacht ist noch besser. Das Hähnchen wird dadurch nicht nur würzig, sondern bekommt diese typische Yassa-Frische, die man irgendwie sofort wiedererkennt, wenn man sie einmal hatte.

  • Schärfe: Ich bin da vorsichtig, weil Jonas „scharf“ schon bei schwarzem Pfeffer sagt. Für Erwachsene: ein bisschen Cayenne und die halbe Chili sind top.
  • Salz: Lieber am Anfang moderat und am Ende nochmal abschmecken, vor allem wenn du Sojasauce statt Brühe nimmst.

Zwiebeln in Streifen: klingt harmlos, wird aber ein kleines Küchenprojekt

4–6 Zwiebeln in Streifen sind… sagen wir: kein Snack. Aber genau das macht’s aus. Die Zwiebeln werden später nicht „Beilage“, die sind die Soße. Ich schneide sie gern etwas dicker, damit sie beim Schmoren nicht komplett verschwinden, sondern schön weich und süßlich werden.

Und ja: Man heult dabei. Ich tue dann immer so, als wäre das ein sehr rührender Familienmoment. Funktioniert erstaunlich gut, bis Jonas wieder mit der Taucherbrille auftaucht.

Anbraten oder grillen: Hauptsache Röstaromen (und kein Stress)

Im Rezept steht Grill oder Ofen – und das ist super, wenn man Zeit und Lust hat. Ich mach’s im Alltag oft in der Pfanne: Öl heiß, Hähnchenteile trocken tupfen, rundherum kräftig anbraten. Es muss innen noch nicht gar sein, das passiert später beim Schmoren. Aber außen sollen diese Röstaromen ran, damit die zitronige Soße am Ende nicht nur „frisch“, sondern auch „deftig“ kann.

Dann kommt der Teil, den ich sehr liebe: Marinade durch ein Sieb, Zwiebeln in die Pfanne, glasig dünsten. Wenn optional Kohl und Karotten mit rein sollen, ist das der Moment. Danach die aufgefangene Marinade dazu und erstmal leise köcheln lassen. Das riecht ein bisschen nach „Urlaub“, ein bisschen nach „hier passiert was“ – und macht nebenbei die Küche warm, was im Winter wirklich ein Argument ist.

Soße schmoren lassen und am Ende: Reis, Couscous und glückliche Gesichter

Wenn die Zwiebeln weich sind und alles schön blubbert, kommen die angebratenen Hähnchenteile wieder dazu. Deckel drauf, sanft schmoren, bis das Fleisch durch ist. Ich rühre zwischendurch einmal um und prüfe am Ende die Soße: manchmal braucht sie noch eine Prise Salz, manchmal ein Hauch Cayenne, manchmal ein Schluck Brühe/Sojasauce, je nachdem wie „kräftig“ man’s mag.

Serviert wird bei uns ganz klassisch mit Reis, weil der diese Soße so brav aufsaugt. Couscous geht genauso gut – und fühlt sich ein kleines bisschen schneller an (was in einer 32-Stunden-Woche ein völlig legitimes Kriterium ist).

Und falls du jetzt vor dem Zwiebelberg stehst: Es lohnt sich. Wirklich. Das ist eins von diesen Gerichten, die nach mehr aussehen, als sie Arbeit machen – und die beim ersten Bissen so tun, als würden sie sagen: „Na? War doch gar nicht so wild, oder?“

Poulet Yassa (Geschmortes Hähnchen mit Zwiebeln und Zitronensaft)

Poulet Yassa (Geschmortes Hähnchen mit Zwiebeln und Zitronensaft)

Gericht Hauptgänge
Küche Senegal
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1/2 Tasse Erdnussöl
  • 1 Brathähnchen in 6-8 Stücke zerteilt
  • 4-6 Zwiebeln in Streifen geschnitten
  • 8 El Zitronensaft
  • 8 El Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Zehen Knoblauch fein gehackt
  • 2 El Dijonsenf optional
  • 1-2 El Geflügelbrühe oder Sojasauce
  • 1/2 Chilischote fein gehackt (optional)
  • Cayenne Pfeffer
  • Salz
  • 1 kleinen Kohlkopf in Streifen geschnitten (Optional)
  • 1-2 Karotten in Stücke geschnitten (Optional)

Und so wird's gemacht:
 

  • Alle Zutaten bis auf das optionale Gemüse in eine Schüssel geben und gründlich mischen. Mit Folie abdecken und mehrere Stunden oder über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.
  • Die Hähnchenteile aus der Marinade nehmen und mit Küchenpapier abtrocknen. Dann entweder auf dem Grill oder Backofen grillen oder in heißem Öl in der Pfanne rundherum braun braten.
  • Die Marinade durch ein Sieb gießen. Marinade dabei in einer Schüssel auffangen. Die Zwiebelstreifen aus dem Sieb in eine Pfanne geben und darin glasig andünsten. Das optionale Gemüse und die Marinade zugeben und auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten köcheln lassen.
  • Die Hähnchenteile in die Soße geben und zugedeckt köcheln lassen, bis das Fleisch durch und durch gar ist.
  • Mit Reis oder Couscous servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.