Kutteln in Tomatensauce

Kutteln in Tomatensauce

Im Laden stehe ich manchmal länger vor der Fleischtheke als vor jedem Weinregal. Nicht, weil ich unentschlossen bin, sondern weil ich bei Dingen wie Kutteln kurz abklopfe: Will ich das wirklich heute? Und dann nehme ich sie doch. Weil ich dieses ehrliche, leicht störrische Produkt mag – und weil Tomatensauce mit Kreuzkümmel ziemlich überzeugend sein kann.


Kutteln: nichts fürs Schaufenster, aber fürs Abendessen

Kutteln sind nicht hübsch. Sie sind auch nicht „zart wie Butter“, egal was jemand behauptet. Aber sie haben Charakter, und wenn sie schon gekocht und fein geschnitten sind, wird das Ganze alltagstauglich. Ich mag solche Gerichte, die nicht so tun, als wären sie etwas anderes. Man kocht sie, man würzt sie, man gibt ihnen Zeit. Und am Ende schmeckt es nach etwas.

Wichtig ist hier eigentlich nur eins: Die Kutteln müssen wirklich vorgekocht sein. Der Rest ist dann eher Küchenroutine als Mutprobe.

Tomatenpüree, Wasser, Geduld – und dieser Kreuzkümmel-Moment

Der Start entscheidet, ob das Gericht später rund wirkt. Zwiebeln klein würfeln, Knoblauch in feine Scheiben. Beides zusammen mit den Kutteln in Bratbutter anschwitzen, dazu der Kreuzkümmel. Nicht braun rösten, eher hellgelb und duftend. Wenn Kreuzkümmel warm wird, kippt die Stimmung in der Küche sofort Richtung Nordafrika – ohne dass es laut werden muss.

Dann kommt das Tomatenpüree ins Spiel. Ich rühre es direkt mit dem Wasser glatt, damit es sich sauber verteilt und nicht als dicker Klumpen in der Pfanne sitzt. Einmal aufkochen, dann 30 Minuten leise köcheln lassen. Nicht hektisch rühren, nur ab und zu schauen, ob die Sauce so dick wird, wie du sie haben willst.

Würzen ohne Drama: Salz, Pfeffer, dann erst urteilen

Nach der halben Stunde erst abschmecken. Tomatenpüree kann je nach Marke ziemlich unterschiedlich sein – mal süßer, mal säuerlicher, mal salziger. Salz und Pfeffer reichen hier völlig, weil Kreuzkümmel schon genug Richtung vorgibt.

Wenn die Sauce zu streng wirkt, hilft oft kein zusätzlicher Gewürz-Zirkus, sondern einfach noch ein kleiner Schluck Wasser und fünf Minuten mehr Zeit. Das entspannt die Tomate und macht die Kutteln „weicher“ im Gesamteindruck.

Petersilie am Ende: frisch, grob, nicht verhandlungsbereit

Die Petersilie kommt wirklich erst kurz vorm Servieren drüber, grob gehackt. Das ist kein Deko-Reflex, das ist Geschmack. Sie nimmt dem Gericht diese schwere, dichte Tomatenwärme und macht es klarer.

Ich esse das gern schlicht, mit Brot zum Tunken oder mit Reis. Und wenn Freunde dabei sind, ist es meistens so: Erst ein kurzer Blick, dann ein Löffel, dann Ruhe. Das ist für mich ein gutes Zeichen.

Kutteln in Tomatensauce

Kutteln in Tomatensauce

Gericht Fleisch
Küche Ägypten
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1 kg Kutteln; gekocht feingeschnitten
  • 8 El Tomatenpüree
  • 750 ml Wasser
  • 2 Gr. Zwiebeln
  • 5 Knoblauchzehen
  • 2 El Bratbutter
  • 1 Bund Glattblättrige Petersilie
  • 1 El Kreuzkümmel
  • Salz
  • Pfeffer

Und so wird's gemacht:
 

  • Die Zwiebeln in kleine Würfel, den Knoblauch in feine Scheiben schneiden und zusammen mit den Kutteln in der Butter zusammen mit dem Kreuzkümmel hellgelb andünsten. Das Tomatenpüree mit Wasser verrühren und in die Pfanne geben. Aufkochen und 30 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Abschmecken und vor dem Servieren mit grob gehackter Petersilie garnieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.