Fisch-Curry

Fisch-Curry

Bei einem Fisch-Curry aus Malaysia darf es in der Küche ruhig ein bisschen nach Urlaub riechen, auch wenn draußen bloß der Nachbar seine Hecke schneidet. Die würzige, leicht säuerliche Richtung gefällt mir besonders gut, weil der Fisch dabei nicht unter einer schweren Soße verschwindet. Dazu Reis, ein kaltes Getränk und fertig ist ein Essen, für das man keinen großen Tisch und keine drei Stunden Zeit braucht.

Malaysische Würze mit ordentlich Charakter

Dieses Curry hat mehr Ecken und Kanten als das, was bei uns oft unter „mildem Kokoscurry“ läuft. Die frische Schärfe, die warme Würze und die säuerliche Note gehören zusammen. Gerade diese Säure macht den Fisch lebendig und verhindert, dass die Kokosbasis zu satt wirkt.

Mit den Chilis darf man allerdings vernünftig umgehen. Acht rote Schoten sind kein Kindergeburtstag, das muss man so sagen. Ich nehme je nach Sorte auch weniger und stelle lieber später noch etwas Schärfe auf den Tisch. Im Wohnmobil wäre das sowieso meine Empfehlung: Wenn die kleine Küche einmal nach Chili qualmt, hilft auch das weit aufgerissene Dachfenster nur bedingt.

Beim Fisch lieber Ruhe bewahren

Fischfilet braucht keine lange Behandlung. Das ist bei diesem Gericht der Punkt, an dem man nicht nebenbei noch die Spülmaschine ausräumen sollte. Sobald der Fisch in die heiße Currybasis kommt, geht es zügig. Er soll saftig bleiben und in schönen Stücken auf dem Teller landen, nicht als zerfallene Beilage in der Soße.

Ein festes, weißes Filet passt gut, weil es die kräftigen Gewürze aushält. Wichtig ist vor allem, dass es ordentlich trocken ist, bevor es weiterverarbeitet wird. Dann verwässert nichts, und der Geschmack bleibt dort, wo er hingehört: im Curry und nicht am Boden der Pfanne.

Die Gewürzpaste darf kurz ihren Duft machen

Der entscheidende Geruch kommt, wenn die frisch gemahlene oder pürierte Gewürzpaste in das Öl trifft. Dann riecht es erst nach Ingwer und Knoblauch, danach nach den trockenen Gewürzen. Das dauert nicht lange, aber diesen Moment sollte man ihr gönnen. Zu große Hitze ist dabei keine gute Idee. Angebrannte Gewürze schmecken unerquicklich, da kann auch die beste Kokoscreme nichts mehr geradebiegen.

Wer keinen Mörser hat, nimmt einen kleinen Mixer oder Pürierstab. Ich mag den Mörser zwar, aber nur, wenn ich nicht gerade mit wenig Platz unterwegs bin. Im Wohnmobil zählt jedes Gerät doppelt, und einen guten Stabmixer kann man schließlich auch für Suppen oder einen schnellen Aufstrich gebrauchen.

Basilikum und Erdnüsse erst ganz zum Schluss

Das frische Grün und die gerösteten Erdnüsse sind hier keine bloße Dekoration. Der Basilikum bringt eine helle, würzige Frische hinein, während die Erdnüsse den nötigen Biss liefern. Gerade bei der weichen Kokossoße und dem zarten Fisch merkt man erst dann, wie gut so ein kleiner Knusperpunkt tut.

Mit schlichtem Reis ist man bestens bedient. Der nimmt die Soße auf, ohne sich wichtigzumachen. Mehr Beilage braucht es aus meiner Sicht nicht. Vielleicht noch ein paar Gurkenscheiben daneben, falls die Chilis besonders ernst gemeint waren.

Ein Essen für einen normalen Abend

Ich mache solche Currys gern, wenn es nach Feierabend-artigem Essen schmecken soll, obwohl ich längst in Rente bin. Es hat etwas Wohliges, aber es liegt nicht schwer im Magen. Und wenn von der Currybasis etwas übrig bleibt, ist das kein Unglück: Am nächsten Tag schmeckt sie mit Reis oft noch runder. Nur den Fisch würde ich frisch dazugeben – der hat schließlich auch seinen Stolz.

Fisch Curry

Fisch-Curry

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 750 g Fischfilet; z.B. Rotbarsch
  • 1 El Tamarindenpaste ersatzweise
  • 2 El - Zitronensaft
  • 8 rote Chilischoten
  • 30 g Ingwer; frisch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 md Zwiebel
  • 1 Tl Kreuzkümmel; gemahlen
  • 1 Tl Koriander; gemahlen
  • 1 Tl Kurkuma; gemahlen
  • schwarzer Pfeffer a.d.M.
  • 60 g feste Kokosnußcreme
  • 6 El Fischsauce
  • 3 El Öl
  • Basilikum; möglichst thailändisches
  • Erdnüsse; geröstet 

Und so wird's gemacht:
 

  • Fischfilet waschen, abtrocknen und grob schnetzeln. Tamarindenpaste mit etwas Wasser verquirlen, das Fischfilet damit beträufeln. Zudecken und kalt stellen.
  • Chilischoten, Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln putzen, grob zerteilen, mit Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma und Pfeffer im Mörser zerstampfen oder im Mixer zu einer feinen Paste pürieren.
  • Die Kokosnußcreme raspeln, mit der Fischsauce glattrühren dabei evtl. leicht erwärmen, damit sich die Bestandteile besser vermischen.
  • Das Öl im heißen Wok nicht zu stark erhitzen, die Gewürzmischung unter Rühren anbraten. Die Fischstücke kurz mitbraten, die Kokosmilch unterrühren, alles nur noch kurz vermengen. Mit Basilikum und Erdnüssen bestreuen. 
  • Mit Reis servieren. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.