Borschtsch

Borschtsch

 

Ein Eintopf, der Geduld verlangt

Borschtsch ist für mich kein Gericht, das man spontan kocht. Er gehört zu den Rezepten, bei denen ich vorher weiß: Heute läuft alles ein bisschen langsamer. Vielleicht liegt das an der Roten Bete, die erst gekocht, dann abgekühlt und geraspelt werden will. Oder daran, dass dieser Eintopf Zeit braucht, um wirklich rund zu werden. Ich habe Borschtsch irgendwann als klassisches „Sonntagsessen“ abgespeichert, auch wenn er bei uns meist unter der Woche auf dem Herd landet.


Erinnerungen an lange Abende

Ich verbinde diesen Borschtsch weniger mit einer Reise als mit Abenden, an denen draußen alles grau und nass ist. Wenn der Herbst hier in Bayern beginnt und man merkt, dass der Winter nicht mehr weit ist, habe ich plötzlich Lust auf genau solche Gerichte. Deftig, warm, erdig. Ich erinnere mich an eine Fernsehdokumentation über Familienküche in Russland, in der große Töpfe eine zentrale Rolle spielten. Der Borschtsch stand dort oft stundenlang auf dem Herd und wurde immer wieder aufgewärmt. Niemand hatte es eilig.

Kochen ohne Hektik

Was mir an dieser Variante besonders gefällt, ist die klare Abfolge. Erst die Rote Bete, dann das Fleisch, dann Schritt für Schritt alles zusammenführen. Es ist fast wie ein kleines Ritual. Während die einzelnen Töpfe vor sich hin köcheln, erledige ich Kleinigkeiten, höre Radio oder sortiere Fotos vom letzten Kochprojekt. Dieses Rezept zwingt mich förmlich dazu, nicht alles gleichzeitig zu wollen.

Ein Eintopf für mehrere Tage

Dass Borschtsch am nächsten Tag besser schmeckt, kann ich nur bestätigen. Bei uns ist es oft so, dass der erste Teller eher neugierig gegessen wird, und der zweite Tag dann der eigentliche Höhepunkt ist. Die Aromen verbinden sich, die Süße der Roten Bete wird runder, das Gemüse fügt sich ganz selbstverständlich in die Brühe. Thomas sagt dann gern, das sei „jetzt erst richtig Borschtsch“.

Bodenständig und überraschend vielseitig

Trotz der vielen Zutaten wirkt der Eintopf nie kompliziert. Alles hat seinen Platz, nichts drängt sich in den Vordergrund. Für mich ist das typische Alltagsküche, wie sie in vielen Ländern entstanden ist: aus dem, was da war, und mit dem Ziel, viele satt zu machen. Borschtsch ist kein leichtes Essen, aber eines, das wärmt und trägt. Genau deshalb kommt er bei mir immer wieder auf den Tisch.

Borschtsch Eintopf

Borschtsch

Gericht Eintöpfe
Küche Russland
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1 Rote Bete roh
  • 500 g Rindfleisch; Brust
  • 250 g Weisskohl; in Streifen
  • 2 Kartoffeln
  • 1 Karotte; grob geraspelt
  • 1 Petersilienwurzel gewürfelt
  • 3 Zwiebeln; gehackt
  • 2 El Butter
  • 4 Tomaten; geschält entkernt kleingeschnitten
  • 1 Paprikaschote; rot klein geschnitten
  • 1 El Tomatenmark
  • 1 El Zucker
  • 1 El Dill; frisch gehackt
  • 1 El Petersilie; frisch gehackt
  • Salz

Und so wird's gemacht:
 

  • Zunächst die Rote Bete ungeschält in einen Stahltopf oder einen alten Topf (er färbt sich dunkel) geben, mit kochendem Wasser bedecken und 60 bis 90 Minuten bei mässiger Hitze garen.
  • In dem Kochwasser abkühlen lassen, schälen und grob raspeln.
  • Das Fleisch in kochendes Wasser geben und garen. Aus der Brühe herausnehmen, abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden.
  • Kohlstreifen in Wasser garen.
  • Die Kartoffeln schälen und kochen.
  • Die Rote Bete, die Karotten, Petersilienwurzel und Zwiebeln 10 bis 15 Minuten in der Butter dünsten.
  • Die gegarten Kartoffeln zerstampfen und dem Gemüse beifügen, das Kartoffelwasser zur Fleischbrühe giessen.
  • Tomaten und Paprikaschote mit dem Tomatenmark und dem Zucker zum Gemüse geben. Die heisse Fleischbrühe zugiessen. Wenn nötig, siedendes Wasser hinzufügen. Den gegarten Kohl hineinstreün, umrühren und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • Dill und Petersilie hinzufügen, die Fleischstücke unterrühren. Salzen.
  • Den Topf vom Herd nehmen, mit einem Deckel fest verschliessen und die Suppe mindestens 15 Minuten ziehen lassen.
  • Bemerkung: Borschtsch schmeckt besser, wenn er einen Tag steht.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.