Plov

Plov

Ein Topf, viele Hände, ein Rhythmus

Plov habe ich zum ersten Mal nicht gekocht, sondern beobachtet. In einer kleinen Reportage über Turkmenistan, spät abends, halb zufällig eingeschaltet. Männer standen um einen großen Topf, draußen, Wind, Staub, wenig Worte. Einer rührte, einer wartete, einer probierte. Es wirkte weniger wie Kochen und mehr wie ein Ablauf, den alle kannten. Kein Rezept, eher ein gemeinsamer Rhythmus.


Karotten sind hier kein Beiwerk

Was sofort auffällt: die Menge an Karotten. Mindestens ein halbes Kilo, eher mehr. In meiner Küche musste ich kurz schlucken, als der Berg auf dem Brett lag. Aber genau das ist der Punkt. Plov lebt von diesem Verhältnis. Reis, Fleisch und Karotten stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Karotten geben Süße, Farbe und Struktur, sie tragen das Gericht mindestens so sehr wie das Fleisch.

Einfachheit ohne Abkürzungen

Die Zutatenliste ist fast provozierend kurz. Reis, Fleisch, Zwiebeln, Karotten, Knoblauch, Öl, Salz. Mehr nicht. Und trotzdem passiert erstaunlich viel. Das heiße Öl, der Moment mit dem Zwiebelstück, der ganze Knoblauch, der später weich und mild wird. Nichts daran ist kompliziert, aber alles hat seine Reihenfolge. Wer versucht, Plov zu beschleunigen, merkt schnell, dass es nicht funktioniert.

Ein Gericht, das satt macht – auch im Kopf

Als ich Plov zum ersten Mal zu Hause gekocht habe, war die Küche still. Keine Nebenbei-Gerichte, kein Multitasking. Jonas fand es spannend, dass der Knoblauch ganz blieb, Lena mochte die Süße der Karotten, Thomas schätzte die Schlichtheit. Für mich war es eines dieser Gerichte, bei denen man merkt, wie weit Essen tragen kann. Ohne exotisch wirken zu wollen. Plov ist kein Showgericht. Es ist Nahrung im besten Sinn.

Plov

Plov

Gericht Fleisch
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 500 g Karotten mindestens!
  • 500 g Reis
  • 250 g Rindfleisch durchwachsen
  • 1 Knolle Knoblauch
  • 4 Zwiebeln
  • Salz
  • Öl

Und so wird's gemacht:
 

  • Zwiebeln fein würfeln, Karotten schälen und grob Raspeln. Fleisch in ca. 2,5cm große Würfel schneiden.
  • In einen großen Topf oder Wok etwa 1 cm hoch Öl einfüllen. Ein Zwiebelstück hineingeben und das Öl erhitzen. Wenn das Zwiebelstück schwarz wird, ist die Temperatur richtig. Zwiebelstück mit einer Gabel herausfischen.
  • Fleisch und die ganze Knoblauchzehe in das Öl geben. Turkmenen schälen die Knolle nicht, sondern geben sie ganz hinein, man kann sie aber auch schälen. Zwiebelwürfel zugeben und unter gelegentlichem Rühren braten bis die Zwiebelwürfel glasig sind. Karottenstifte zugeben und weiter unter Rühren garen. 
  • Reis zugeben und kurz mit anschwitzen. Wasser zugeben, so dass der Reis etwa 2-3 cm bedeckt ist. Mit Salz abschmecken. Kochen lassen, bis der Reis gar und das Wasser vollständig aufgesogen ist. Alles noch einmal gründlich vermischen und heiss servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.