Geschmorter Hase

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Ein Gericht für langsame Tage
Geschmorter Hase ist kein Gericht, das man spontan an einem Dienstagabend kocht. Für mich gehört es zu diesen Rezepten, bei denen man innerlich schon einen Gang runterschaltet, sobald man die Zutaten liest. Ich verbinde dieses Gericht direkt mit Andorra, mit Bergen, kühler Luft und dem Gefühl, dass Zeit dort ein bisschen anders vergeht. Wir waren damals im Herbst dort, auf einer Reise durch die Pyrenäen, und alles fühlte sich ruhiger an als zuhause.
Andorra, abseits der Skipisten
Viele denken bei Andorra an Wintersport und Shopping. Ich erinnere mich eher an kleine Restaurants abseits der Hauptstraßen, an schwere Holztische und an Speisekarten, die nicht viel erklären. Der geschmorte Hase war so ein Gericht. Keine große Ankündigung, kein besonderes Drumherum. Er stand einfach da, als wäre es das Normalste der Welt. Und vielleicht ist es das dort auch.
Kräftige Aromen, die Zeit brauchen
Was mich an diesem Rezept besonders fasziniert, ist die Kombination der Aromen. Essig, Rotwein, Rosmarin, dazu Schokolade, Rosinen und Mandeln. Das liest sich erst einmal ungewohnt. Aber genau diese Mischung macht das Gericht so rund. Nichts dominiert, alles greift ineinander. Beim Schmoren passiert etwas, das man nicht beschleunigen kann. Der Hase wird zart, die Sauce tief und dunkel, fast samtig.
Ein bisschen Respekt gehört dazu
Ich gebe zu, Hase ist für viele kein Alltagsfleisch mehr. Auch ich habe kurz gezögert, als ich das Gericht zuhause nachkochen wollte. Vielleicht, weil man bewusster kocht, wenn man weiß, was da auf dem Teller liegt. Genau das finde ich aber auch richtig. Man geht sorgfältiger damit um, nimmt sich Zeit und kocht nicht nebenbei. Für mich gehört dieser Respekt ganz selbstverständlich dazu.
Essen, das verbindet
Als wir das Gericht später zuhause gegessen haben, saßen wir lange am Tisch. Thomas mochte die kräftige Sauce, die Kinder waren skeptisch, aber neugierig. Es war kein schnelles Abendessen, sondern eines, bei dem man erzählt, nachnimmt und irgendwann merkt, dass der Topf leer ist. Geschmorter Hase ist für mich genau das: ein Gericht, das nicht nur satt macht, sondern den Moment verlängert.
Geschmorter Hase
Zutaten
- 6 EL Rotweinessig
- 1 Wildhase in 8 Stücke zerteilt
- 3 EL Butter
- 1 große Zwiebel in Scheiben
- 60 g rohen Schinken
- 1 EL Zucker
- 60 ml Rotwein
- 300 ml kräftige Hühnerbrühe
- Salz und Pfeffer
- 1 TL gehacktes Rosmarin frisch
- 1 EL geraspelte Bitterschokolade
- 3 EL Rosinen
- 3 EL gestiftete Mandeln
Und so wird's gemacht:
- Ca. 2 EL vom Essig verwenden um den Hasen damit abzuwischen. Butter in einer schweren, großen Pfanne erhitzen, die Zwiebel, den Hasen und den Schinken hinein geben. Fünf Minuten auf jeder Seite goldgelb anbraten.
- Den Zucker im restlichen Essig auflösen und zusammen mit dem Wein und der Brühe zum Hasen geben. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Rosmarin bestreuen. zudecken und 40 Minuten weich schmoren.
- Nun die geraspelte Schokolade und die Rosinen beifügen und nochmals 15-20 Minuten köcheln, bis das Fleisch sehr zart ist.
- Gut umrühren und die Mandeln zufügen. Wenn einem die Sauce zu dünn vorkommt, nimmt man die Fleischstücke heraus und hält sie warm während man die Sauce etwas einkocht. Über das Fleisch geben und sofort servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
