Blutkuchen

Blutkuchen

Ein Gericht, das Mut braucht

Blutkuchen ist so ein Rezept, bei dem ich sofort weiß, dass es polarisiert. Schon der Name sorgt für hochgezogene Augenbrauen. Ich habe ihn das erste Mal bei einer Recherche zur hessischen Küche entdeckt und war erst einmal unschlüssig. Schweineblut, Kopffleisch, Majoran – das klang nach einer sehr alten, sehr direkten Küche. Genau das hat mich dann aber auch gereizt.


Erinnerungen an eine andere Zeit

Solche Gerichte erzählen viel über früher. Über Zeiten, in denen ein geschlachtetes Tier vollständig verwertet wurde und nichts einfach verschwand. Blutkuchen gehört eindeutig in diese Kategorie. Kein Festtagsessen, sondern etwas, das aus Notwendigkeit entstanden ist. Ich habe ein bisschen nachlesen müssen, bevor ich mich daran gewagt habe, und gemerkt, wie selbstverständlich solche Rezepte früher waren.

Zwischen Skepsis und Neugier

Das Arbeiten mit Blut ist nichts, was man routiniert nebenbei macht. Allein das Besorgen beim Metzger erfordert ein bisschen Überwindung. In der Küche selbst ist dann aber alles erstaunlich unspektakulär. Fleisch wolfen, würzen, Blut unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Der Majoran spielt dabei eine wichtige Rolle, er gibt dem Ganzen eine vertraute, fast tröstliche Note.

Im Ofen passiert die Magie

Wenn der Blutkuchen im Ofen ist, verändert sich alles. Der Geruch wird warm, würzig, fast wie bei einem kräftigen Leberkäse. Von außen sieht man dem Ganzen nicht mehr an, was drinsteckt. Genau das finde ich spannend. Viele Vorbehalte lösen sich spätestens beim Anschneiden auf, wenn man merkt, wie saftig und kompakt der Kuchen geworden ist.

Ehrlich, kräftig, nichts für jeden Tag

Serviert habe ich den Blutkuchen klassisch, in Scheiben geschnitten, mit Brot und etwas Senf. Er ist deftig, sättigend und verlangt nicht nach großen Beilagen. Kein Gericht für jeden Geschmack und sicher nichts für den schnellen Alltag. Aber eines, das Respekt verdient. Weil es zeigt, wie viel Handwerk, Wissen und Pragmatismus in der traditionellen Küche stecken. Und weil es gut tut, sich ab und zu genau daran zu erinnern.

Blutkuchen

Blutkuchen

Eine Art bayerischer Leberkäse mit Schweineblut. 
Gericht Fleisch
Küche Hessen
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 750 g Kopffleisch gekocht
  • 1 Zwiebel
  • 1 Brötchen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Majoran
  • 1 Tasse Blut Evtl. beim Metzger erhältlich
  • etwas Fleischbrühe

Und so wird's gemacht:
 

  • Das Fleisch in grobe Würfel schneiden, Zwiebel ebenfalls grob zerkleinern. Alles zusammen mit dem Brötchen durch einen Fleischwolf drehen. Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
  • Blut und soviel Fleischbrühe unterrühren, bis eine geschmeidige, nicht zu flüssige Masse entsteht. Eine Kastenform ausfetten und die Masse hineinfüllen. Bei 200 Grad 30 - 45 Minuten backen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.