Schmandkuchen

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Bei diesem Schmandkuchen passiert der entscheidende Moment erst nach den ersten zwanzig Minuten im Ofen: Der Hefeboden ist schon goldgelb, die Rosinen sitzen weich im Teig, und dann kommt noch eine zweite, sahnige Schmandschicht darauf. Das klingt zunächst etwas umständlich, macht den Kuchen aber gerade so angenehm saftig und frisch.
Ein hessischer Blechkuchen mit zwei Schmandschichten
Schmandkuchen gehört zu den unkomplizierten Kuchen, die auf einem großen Blech besonders gut aufgehoben sind. Der Boden ist ein leichter Hefeteig, darauf liegen Rosinen und zwei unterschiedlich zusammengesetzte Beläge. Die erste Schicht enthält Quark und sorgt für etwas mehr Stand. Die zweite wird mit Schlagsahne angerührt und bleibt weich und cremig.
Wichtig ist, den Kuchen nicht zu dunkel werden zu lassen. Der Hefeteig darf am Rand Farbe bekommen, soll aber unter den Belägen noch saftig bleiben. Wer ihn lauwarm anschneidet, bekommt einen weichen Boden und einen Belag, der gerade eben fest genug ist. Kalt schmeckt er ebenfalls gut, wirkt dann aber deutlich kompakter.
Beim Hefeteig lieber etwas Geduld einplanen
Die Milch für die Hefe sollte wirklich nur lauwarm sein. Ist sie zu heiß, verliert die Hefe ihre Triebkraft; ist sie sehr kühl, dauert das Gehen unnötig lange. Nach dem Verrühren mit Zucker darf die Hefemischung in Ruhe stehen, bis sich sichtbar kleine Bläschen bilden. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Teig später aufgeht.
Je nach Raumtemperatur braucht der Teig etwas mehr oder weniger Zeit, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Eine feste Minutenangabe hilft da nur bedingt. In einer warmen Küche geht es oft zügig, an einem kühlen Tag darf die Schüssel ruhig länger stehen. Zugluft mag Hefeteig nicht besonders. Ich decke ihn einfach mit einem sauberen Küchentuch ab und stelle ihn an einen ruhigen Platz.
Auf dem Blech sollte der ausgerollte Teig noch einmal ruhen. Dadurch lässt er sich besser backen und bleibt lockerer. Das Blech vorher gründlich mit Öl einfetten, vor allem an den Rändern. Bei diesem Kuchen würde ich kein Backpapier bevorzugen, denn der Boden bekommt auf dem geölten Blech eine angenehm zarte Unterseite.
Rosinen und Quarkbelag richtig verteilen
Die Rosinen werden nicht einfach oben auf den Belag gestreut, sondern in den Teig gedrückt. So trocknen sie beim Backen weniger aus und bleiben dort, wo sie hingehören. Wer Rosinen nicht mag, kann sie weglassen. Der Kuchen funktioniert trotzdem, allerdings fehlt dann diese kleine, süße Note zwischen Hefeteig und Schmand.
Der Quark-Schmand-Belag kommt zuerst auf den Teig. Er sollte gleichmäßig verteilt werden, muss aber nicht millimetergenau aussehen. Am besten lässt man am Rand einen schmalen Streifen frei, damit nichts überläuft. Magerquark bringt etwas Frische in die erste Schicht und verhindert, dass der Kuchen ausschließlich nach Sahne und Schmand schmeckt.
Beim Backen darf der Belag leicht fest werden, bevor die zweite Schmandschicht daraufkommt. Das ist der Grund für das Backen in zwei Etappen. Würde alles von Anfang an gemeinsam auf den Boden kommen, wäre die obere Schicht schneller zu dunkel oder der Hefeteig hätte Schwierigkeiten, durchzugaren.
Die zweite Schmandschicht erst gegen Ende auftragen
Nach etwa zwanzig Minuten wird das Blech aus dem Ofen genommen. Die Mischung aus Schmand, Sahne und Zucker wird nun vorsichtig auf dem heißen Kuchen verteilt. Dabei braucht man keine Eile, aber eine ruhige Hand: Am einfachsten setzt man portionsweise etwas von der Creme auf und streicht sie dann mit einem Löffelrücken oder einer kleinen Palette auseinander.
Danach kommt der Kuchen noch einmal für zehn bis fünfzehn Minuten in den Ofen. Die Oberfläche soll nicht stark bräunen. Sie darf am Ende noch weich aussehen, denn beim Abkühlen zieht der Belag an. Wird der Kuchen zu lange gebacken, verliert die zweite Schmandschicht ihre cremige Konsistenz.
Lauwarm schmeckt er am angenehmsten
Schmandkuchen ist kein Kuchen, der stundenlang perfekt geschniegelt auf einer Platte stehen muss. Gerade lauwarm hat er seinen besten Moment: Der Hefeteig ist noch weich, die Rosinen sind saftig, und die obere Schmandschicht schmeckt mild und frisch.
Für eine Kaffeetafel lässt er sich gut am Vormittag backen und nach einer kurzen Ruhezeit servieren. Bleibt etwas übrig, kommt das Blech abgedeckt in den Kühlschrank. Am nächsten Tag ist der Kuchen fester, aber keineswegs trocken. Ein Stück bei Zimmertemperatur oder kurz angewärmt erinnert dann wieder an den ersten, noch warmen Anschnitt.
Schmandkuchen
Zutaten
- 30 g Hefe
- 45 g Zucker
- 200 ml lauwarme Milch
- 3 El Öl
- 375 g Mehl
- 1 Pr Salz
- 250 g Magerquark
- 500 g Schmand
- 100 g Schlagsahne
- 4 El Zucker
- 100 g Rosinen
Und so wird's gemacht:
- Die Hefe zerbröseln, mit 45 g Zucker und der lauwarmen Milch verrühren und 15-20 Minuten gehen lassen. Dann nach und nach das Öl, das Mehl und die Prise Salz unterrühren. Den Teig so lange gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- In der Zwischenzeit aus dem Magerquark, 125 g Schmand und 2 EL Zucker einen Belag zubereiten. Für den zweiten Belag 375 g Schmand, die Schlagsahne und 2 EL Zucker verrühren.
- Den Teig ausrollen und auf einem geölten Backblech nochmal 20 Minuten gehen lassen. Die gewaschenen Rosinen in den Teig drücken. Den ersten Schmandbelag daraufstreichen. Den Kuchen bei 200° (Gas 3) ungefähr 20 Minuten goldgelb backen.
- Dann den zweiten Belag nach auf den Kuchen geben und noch mal für 10-15 Minuten in den Backofen schieben.
- Lauwarm servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
