Wildunger Creme

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Bei „Wildunger Creme“ hatte ich erst keine klare Vorstellung im Kopf. Der Name klingt ein bisschen nach Kurhaus und festlichem Dessertwagen. Dann habe ich die Zutaten gelesen: Maronen, Madeira-Rosinen, kandierte Früchte, Orange und Schokolade. Das ist ziemlich üppig, aber auf eine angenehme, leicht altmodische Art. Ich würde sie nach einem langen Herbstessen servieren, wenn draußen schon Jackenwetter ist.
Ein hessisches Dessert mit Maronen und Madeira
Die Wildunger Creme wird der hessischen Küche zugeordnet und ist definitiv kein leichter Joghurt-Nachtisch für zwischendurch. Maronenpüree bringt eine sanfte, nussige Note mit. Die eingelegten Rosinen geben dazu etwas Tiefe und die Orangenzeste verhindert, dass die Creme zu schwer wirkt.
Ich finde gerade diese Mischung spannend. Kandierte Früchte sind ja so eine Zutat, bei der sich die Geister scheiden. In kleinen Mengen passen sie hier aber gut hinein. Sie geben beim Essen kleine süße, fruchtige Punkte, während die Marone eher ruhig im Hintergrund bleibt.
Das Wasserbad braucht ein bisschen Geduld
Der Teil mit Eigelb, Zucker und Milch war für mich der Moment, bei dem ich nicht einfach nebenbei die Küche aufräumen würde. Die Masse soll über dem heißen Wasserbad fest und luftig werden, darf aber natürlich nicht zu heiß werden. Sonst gibt es eher süßes Rührei als Dessertcreme. Nicht ideal.
Ich würde die Schüssel deshalb so aufsetzen, dass ihr Boden das Wasser nicht berührt. Das Wasser soll nur leise köcheln. Beim Rühren merkt man nach einer Weile, wie die Masse etwas dicker wird und mehr Volumen bekommt. Genau dann lohnt es sich, dranzubleiben, auch wenn der Arm langsam meckert.
Die Gelatine sollte komplett weich eingeweicht sein und in der warmen Eiermasse sorgfältig aufgelöst werden. Kleine Gelatinestückchen in einer sonst feinen Creme wären schade. Danach darf die Masse erst etwas abkühlen und anziehen, bevor die Sahne dazukommt. Ist sie noch zu warm, fällt die Sahne schnell zusammen.
Lieber nicht zu früh stürzen
Eineinhalb Stunden im Kühlschrank sind die Mindestzeit. Wenn ich das Dessert für Gäste vorbereiten würde, würde ich ihm eher zwei bis drei Stunden geben. Dann lässt es sich entspannter aus den Förmchen lösen. Bei kleinen Schalen kann man die Creme natürlich auch einfach darin servieren. Das spart Stress und sieht mit der Deko trotzdem gut aus.
Zum Stürzen hilft es, die Form ganz kurz in warmes Wasser zu halten und mit einem schmalen Messer vorsichtig am Rand entlangzugehen. Wirklich nur kurz: Die Creme soll sich lösen, nicht anfangen zu schmelzen.
Schokolade als Kontrast zur hellen Creme
Die Schokoladensauce ist hier mehr als bloße Verzierung. Sie bringt eine leicht herbe Note gegen die süßen Rosinen, Früchte und die Sahne. Krokant macht das Ganze knusprig, was ich bei weichen Desserts immer ziemlich gut finde. Ein paar Schokoraspeln darüber und die Creme sieht sofort deutlich festlicher aus, als sie eigentlich Aufwand gemacht hat.
Die Wildunger Creme schmeckt gut gekühlt, aber nicht eiskalt direkt aus dem Kühlschrank. Nach fünf Minuten auf dem Teller kommen Vanille, Orange und Marone viel deutlicher durch.
Wildunger Creme
Zutaten
- 4 Eigelb
- 70 g Zucker
- 5-6 Blatt Gelatine
- 1/4 l Milch
- 1/4 l Schlagsahne
- 1/2 Vanilleschote Mark davon
- 2 El Maronenpüree frisch
- 2 El kandierte Früchte
- 2 El Rosinen in Madeira
- etwas Orangenzeste
- zur Verzierung:
- Schokoladensauce
- Krokantstreusel
- Schokoraspeln
Und so wird's gemacht:
- Eigelb und Zucker schaumig rühren. Milch dazugeben und die Zutaten über heißem Wasserbad zu einer festen Masse aufschlagen. Die in kaltem Wasser aufgeweichte Gelatine darunterrühren und nacheinander das Mark der Vanilleschote, Maronenpüree, kandierte Früchte, Rosinen und Orangenzeste hinzufügen. Die Masse etwas anziehen lassen, dann die steifgeschlagene Sahne unterziehen
- Die Creme in Portionsschalen füllen und 1 1/2 Stunden im Kühlschrank stocken lassen.
- Auf die Teller stürzen. Mit Schokoladensauce, Krokantstreuseln und Schokoraspeln verzieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
