Aachener Reisfladen

Aachener Reisfladen

Ich stand neulich im WG-Flur und jemand meinte so: „Reis… im Kuchen? Ernsthaft?“ Und genau das hat mich gekriegt. Aachener Reisfladen klingt erst mal wie ein Experiment aus Omas Notizbuch (und ein bisschen ist es das auch). Aber wenn das Ding aus dem Ofen kommt und nach Vanille, Milch und Hefe duftet, ist die Skepsis ziemlich schnell weg.


Warum Aachener Reisfladen für mich nach Zuhause riecht (obwohl ich nicht von da bin)

Ich hab das Rezept aus dem Rheinland/Westfalen-Eck aufgeschnappt, weil ich nach „Kuchen, der nicht immer nur Schoko ist“ gesucht hab. Reisfladen ist so ein Teil, das irgendwo zwischen Kuchen, Pudding und Hefeteig wohnt. Nicht fancy. Eher gemütlich.

Das Spannende: Der Hauptgeschmack kommt nicht von tausend Gewürzen, sondern von Milchreis, Vanille und Zitronenschale. Das ist echt simpel, aber genau deswegen muss man bei ein paar Stellen ein bisschen aufpassen (hab ich natürlich auch nicht sofort perfekt gemacht).

Der Milchreis-Moment: Geduld ist hier wirklich eine Zutat

Ich wasche den Milchreis erst im Sieb. Hab ich früher nie gemacht, aber hier hilft’s, damit’s nicht so kleistert. Dann kommt er mit der Milch und einer Prise Salz in den Topf.

Wichtig war für mich: mittlere Hitze und nicht weglaufen. 25 Minuten „quellen lassen“ klingt entspannt, aber wenn ich zu stark heize, brennt’s unten an und schmeckt direkt nach Stress. Ich rühre immer mal wieder um, vor allem gegen Ende, wenn’s dick wird.

Und ja: Die Reismasse muss wirklich abkühlen, bevor das Eiweiß reinkommt. Einmal war ich zu ungeduldig – Ergebnis: Das Eiweiß ist mir halb zusammengefallen und die Füllung wurde kompakter als geplant. Immer noch lecker, aber weniger fluffig.

Hefeteig: Ich bin noch Anfänger, aber so klappt’s bei mir

Hefeteig war lange mein Endgegner. Inzwischen hab ich’s halbwegs raus: Mehl sieben, Mulde rein, Hefe mit etwas lauwarmer Milch verrühren und mit einer Prise Salz und Zucker „anschubsen“. Dann in die Mulde und mit etwas Mehl zu so einem kleinen Vorteig rühren.

Die 20 Minuten Ruhezeit sind bei mir nicht optional. Wenn ich die abkürze, geht der Teig später schlechter auf und wird eher „Brotboden“ als Kuchenboden.

Danach kommen die restlichen Zutaten dazu: Butter, Milch, Eier – und dann kneten. Ich knete, bis der Teig nicht mehr so krümelig ist und sich elastischer anfühlt. Wenn er zu sehr klebt, nehm ich nur ein bisschen Mehl. Nicht gleich panisch eine halbe Tüte reinschütten (hab ich auch schon gemacht, war dann sehr… stabil).

Füllen, falten, hoffen: So kommt alles in die Form

Ich fette zwei runde Formen (20 cm) ein und mehle sie leicht. Dann rolle ich den Teig aus und lege ihn rein, bis zum Rand hochgezogen. Das ist so ein bisschen wie Bett beziehen: Sieht erst schief aus, wird aber mit Geduld besser.

Für die Füllung: Eigelb, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale kommen in die abgekühlte Reismasse. Dann schlage ich das Eiweiß steif und hebe es vorsichtig unter. „Unterheben“ hab ich früher immer kaputtgerührt. Jetzt mach ich’s wirklich langsam, mit einem Teigschaber, in großen Bewegungen. Dann bleibt mehr Luft drin.

Danach Füllung rein, Oberfläche halbwegs glatt streichen, fertig.

Backofen-Realität: 220 °C sind kein Witz

Bei 220 °C backt der Reisfladen ca. 40 Minuten, bis er oben leicht bräunt. Mein Ofen ist ein bisschen launisch, deshalb schaue ich ab Minute 30 öfter mal rein.

Wenn die Oberfläche zu schnell dunkel wird, decke ich locker mit Alufolie ab (nicht festdrücken). Und ich lass den Kuchen danach kurz in der Form stehen, weil die Füllung direkt nach dem Backen noch ziemlich weich sein kann. Nach dem Abkühlen wird das deutlich schnittfester.

Geschmacklich: mild, vanillig, ein bisschen zitronig, und dieser Hefeteig-Rand macht’s richtig „kuchig“. Ich find’s mega zu Kaffee oder einfach so aus der Hand, wenn keiner hinschaut.

Aachener Reisfladen

Aachener Reisfladen

Gericht Kuchen
Portionen 2 Kuchenformen

Zutaten
  

  • Reisfüllung
  • 150 g Milchreis
  • 3/4 l Milch
  • 1 Pr Salz
  • 125 g Zucker
  • 1 pk Vanillezucker
  • 4 Eigelb
  • 2 Eiweiss
  • 1/2 Zitronenschale; gerieben
  • 300 g Mehl
  • 80 g Butter
  • 1 Pr Zucker
  • 1 Pr Salz
  • 20 g Hefe
  • 1/4 l Milch
  • 2 Eier

Und so wird's gemacht:
 

  • Für die Füllung den Reis in einem Sieb waschen und gut abtropfen lassen. Dann mit Milch und Salz in einen Topf geben und bei mässiger Hitze etwa 25 Minuten quellen lassen.
  • Für den hefeteig das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe mit Salz, Zucker und etwas lauwarmer Milch verrühren, in die Mulde giessen und mit wenig Mehl zu einem kleinen Teig rühren. Etwa 20 Minuten ruhen lassen.
  • Alle übrigen Zutaten zugeben und gut verkneten. Den Teig mit Mehl bestäuben und weitere 20 Minuten gehen lassen.
  • 2 runde Kuchenformen mit 20 cm Durchmesser einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig auswalzen, in die Form geben und bis zum Rand hochziehen. Das Eiweiss steifschlagen und unter die kalte Reismasse heben. Die fertige Füllung in die Kuchenform geben.
  • Den Reisfladen bei 220 oC 40 Minuten im Backofen backen, bis die Oberseite leicht angebräunt ist.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.