Schwäbische Linsen mit Spätzle

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Bei uns daheim riecht es an kühleren Tagen irgendwann nach Essig, Petersilie und einer kräftigen Brühe. Dann weiß meine bessere Hälfte schon: Heinz hat wieder einen Topf mit Linsen aufgesetzt. Schwäbische Linsen mit Spätzle sind für mich kein feines Getue, sondern ordentliches Essen, das warm macht und einen ruhig werden lässt.
Ein schwäbischer Klassiker, der nicht geschniegelt sein muss
Seit ich in Süddeutschland wohne, gehören Linsen mit Spätzle für mich einfach dazu. Im Ruhrpott kannte ich natürlich auch Eintöpfe, schön deftig und mit Wurst darin. Die schwäbische Art hat aber ihren ganz eigenen Dreh: die säuerliche Note am Ende, dazu die weichen Spätzle und etwas Rauchiges von den Würstchen. Das passt erstaunlich gut zusammen.
Wichtig ist mir dabei, dass die Linsen nicht zu Brei werden. Sie dürfen weich sein, aber noch ein wenig Widerstand haben. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, ob man einen schönen Linsentopf auf dem Teller hat oder eher eine Angelegenheit, die aussieht wie Spachtelmasse. Als ehemaliger Elektriker darf ich das wohl so sagen.
Der Essig kommt nicht nebenbei hinein
Bei diesem Gericht ist der Essig kein Nebendarsteller. Erst durch die Säure bekommt der kräftige Geschmack seine Richtung. Ich taste mich da lieber langsam heran. Ein Schuss zu viel lässt sich schlecht wieder einfangen, ein kleiner Schluck nachlegen dagegen immer.
Auch der Rotwein bringt Tiefe in den Topf, ohne dass daraus ein Weingericht wird. Wer keinen offenen Rotwein hat, muss deshalb aber keinen kaufen. Die Linsen schmecken auch ohne ordentlich, besonders wenn die Brühe gut ist und das Gemüse seinen Geschmack mitbringt.
Die Würstchen sollen lediglich heiß werden. Kochen sie wild mit, platzen sie gern auf und geben ihr Inneres in die Brühe ab. Das ist nicht schlimm, sieht aber etwas traurig aus. Bei einem einfachen Essen darf es ruhig rustikal aussehen, aber ein bisschen Haltung kann eine Wurst schon haben.
Spätzle: lieber mit Ruhe als mit Gewalt
Selbst gemachte Spätzle sind eine schöne Sache, auch wenn die Küche hinterher nicht immer aussieht wie im Prospekt. Der Teig braucht keine Zauberei, aber er darf ordentlich bearbeitet werden. Wenn er zäh und glatt vom Löffel fällt und kleine Blasen zeigt, ist man auf einem guten Weg.
In einer kleinen Küche oder im Wohnmobil würde ich dafür ein Spätzlesieb nehmen, wenn eins da ist. Das spart Nerven und vor allem Platz auf der Arbeitsfläche. Mit Brett und Schaber geht es natürlich auch, nur braucht man etwas Übung und sollte sich nicht ärgern, wenn die ersten Exemplare eher freie Formen annehmen. Die schmecken genauso.
Das kurze Anschwenken in Butter ist für mich kein überflüssiger Schritt. Die Spätzle werden dadurch schön warm, bekommen einen feinen Glanz und kleben nicht als großer Klumpen zusammen. Mehr muss daran nicht passieren.
Ein Topf für einen ruhigen Mittag
Das Schöne an Linsen mit Spätzle ist die Bodenständigkeit. Man braucht keinen besonderen Anlass und keine lange Tischdekoration. Ein tiefer Teller, ein Löffel, vielleicht ein Stück Brot für den letzten Rest Brühe – fertig.
Für vier Personen ist der Topf reichlich bemessen. Bleibt etwas übrig, schmecken die Linsen am nächsten Tag oft sogar noch runder. Die Spätzle würde ich getrennt aufbewahren und später wieder in etwas Butter erwärmen. Dann bleibt alles so, wie es sein soll: Linsen würzig und sämig, Spätzle locker und die Würstchen nicht zerkocht.
Schwäbische Linsen mit Spätzle
Zutaten
- LINSENGEMÜSE
- 250 g Tellerlinsen
- 1 l Brühe kräftig
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Gr. Kartoffeln
- 1 Möhre
- 1 Lauchstange
- 1 Gr. Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1/4 Sellerieknolle
- 2 El Butter
- Salz
- 50 ml Rotwein
- Pfeffer
- Petersilie
- Essig zum AbschmeckenSPÄTZLE
- 6 Eier
- 400 g Mehl
- Salz
- Wasser nach BedarfEINLAGE
- 4 Paar Wiener Würstchen
Und so wird's gemacht:
- Die Linsen mit der Brühe bedecken , das Lorbeerblatt und die kleingewürfelten rohen Kartoffeln beifügen. Zugedeckt etwa 25-30 Minuten fast weich kochen. Ab und zu probieren: Die Linsen sollen noch Biss haben, dürfen auf keinen Fall zerfallen.
- In der Zwischenzeit das Würfelgemüse putzen und in linsengrosse Würfel schneiden. In einer Pfanne andünsten, dabei salzen. Zu den Linsen geben, den Wein einrühren, leise etwa 10 Minuten köcheln. Dann die Wiener Würstchen in der Suppe erwärmen aber nicht mehr kochen lassen, damit die Würstchen nicht platzen. Mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Reichlich feingehackte Petersilie unterrühren.
- Für die Spätzle Eier, Salz und Mehl mit einem Holzlöffel verrühren, dabei soviel Wasser zugeben, dass ein glatter, schwerer Teig entsteht. Diesen so lange schlagen, bis er seidig wirkt und Blasen wirft. Von einem Holzbrettchen in dünnen Streifen in kochendes Salzwasser schaben oder durch ein Spätzle-Sieb drücken. Oben schwimmende Spätzle sind gar. Mit einer Schaumkelle herausheben. In kaltem Wasser aschrecken und auf einem Sieb gut abgießen.
- In heisser Butter anschwitzen und mit den Linsen servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
