Thüringer Sauerbraten

Thüringer Sauerbraten

Neulich hat meine Partnerin beim Einkaufen so einen Soßenkuchen in den Wagen gelegt, als wär’s das Normalste auf der Welt. Ich hab erst geguckt wie ein Auto: „Wofür denn dat?“ – „Für Sauerbraten, wie früher.“ Tja, und zack war ich gedanklich wieder ein Stück weiter oben in Deutschland. Thüringer Sauerbraten ist nichts für Hektik, aber für einen ruhigen Tag zu Hause (oder im Wohnmobil, wenn man einen Topf mit Deckel hat) genau richtig: einmal ansetzen, dann macht er im Grunde sein Ding.


Thüringer Sauerbraten: erst mal in Ruhe ziehen lassen

Das Wichtigste beim Sauerbraten ist nicht das Braten, sondern vorher das Einlegen. Ich mach das gern am Vortag, wenn abends noch ein bisschen Zeit ist. Schüssel, Deckel drauf, ab in den Kühlschrank – fertig. Am nächsten Tag muss man dann nur noch kochen, nicht mehr planen.

Für die Marinade nehm ich es praktisch: Wasser und Essig zusammen, dazu Lorbeer, Pfefferkörner und reichlich Zwiebelringe. Einmal kurz aufkochen, ein paar Minuten köcheln lassen, dann wirklich abkühlen lassen. Heiß über’s Fleisch kippen ist keine gute Idee – das gart dir sonst außen schon an, und dat soll hier nicht.

Welche Stücke ich nehme – und warum das auch im Alltag klappt

Bei 800 g Rinderschmorfleisch bist du auf der sicheren Seite. Das darf ruhig was sein, das Zeit braucht: Schulter, Bug, was der Metzger dir als Schmorstück gibt. Sauerbraten ist ja im Kern ein Schmorgericht, und die Geduld zahlt sich aus.

Wenn ich wenig Platz hab, zum Beispiel im Wohnmobil, mach ich’s so:

  • Marinade im kleineren Topf kochen, abkühlen lassen.
  • Fleisch in eine gut schließende Dose oder einen Gefrierbeutel legen (steht sicherer als eine riesige Schüssel).
  • Dann die kalte Marinade drüber, 24 Stunden ziehen lassen.

Anbraten, schmoren, Deckel drauf: der Teil, der fast von allein läuft

Am Kochtag hol ich das Fleisch aus der Marinade und tupf es gründlich trocken. Das ist kein Luxus, das ist wichtig: Nur trockenes Fleisch brät ordentlich an. Dann salzen und pfeffern und in einem Topf von allen Seiten kräftig anbraten. Nicht zaghaft – Farbe ist Geschmack.

Die Marinade gieße ich durch ein Sieb und fang sie auf. Die Zwiebelringe aus der Marinade kommen mit in den Topf und dürfen kurz mitbraten. Danach mit der aufgefangenen Marinade auffüllen, Deckel drauf, kleine Flamme. Dann lässt du das 1,5 Stunden leise schmoren. Nicht dauernd drin rumstochern – der Topf macht das schon.

Soßenkuchen und Rosinen: das Thüringer Ding an der Soße

Zum Schluss kommt das, was den Thüringer Sauerbraten für mich besonders macht: Soßenkuchen zum Binden und die Rosinen für die leichte Süße. Ich brösel den Soßenkuchen nach und nach in die Soße und rühr gut um, bis die Konsistenz passt. Wenn’s zu dick wird, einfach einen Schluck Wasser oder Marinade nachgeben.

Die Rosinen geb ich erst am Ende dazu, dann bleiben sie schön saftig und zerfallen nicht. Wer Rosinen nicht mag: kann man weglassen – aber dann fehlt eben diese typische Ecke Süß-Sauer. Ich find, gerade das macht’s rund.

Servieren wie’s sich gehört: mit Thüringer Klößen

Bei uns kommt der Sauerbraten mit Thüringer Klößen auf den Tisch. Die Klöße saugen die Soße weg, als hätten sie den Job gelernt. Ein bisschen Rotkohl passt natürlich auch, muss aber nicht – der Braten steht für sich.

Und wenn was übrig bleibt: am nächsten Tag schmeckt der Sauerbraten oft noch besser. Ist wie bei vielen Schmorgerichten – der hat über Nacht noch mal Zeit, sich zu sortieren. Kann man sich ruhig zunutze machen.

Thueringer Sauerbraten

Thüringer Sauerbraten

Gericht Fleisch
Küche Thüringen
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 800 g Rinderschmorfleisch
  • Essigessenz
  • 4 Lorbeerblätter
  • reichlich Zwiebelringe
  • Pfefferkörner
  • 100 g Rosinen
  • 1 Soßenkuchen 

Und so wird's gemacht:
 

  • Rindfleisch in eine Schüssel geben. Essig und Wasser mischen Pfefferkörner, Zwiebelringe und Lorbeerblätter hinzufügen und aufkochen. Einige Minuten köcheln lassen, dann abkühlen und über das Fleisch gießen. Zudecken und 24 Stunden ziehen lassen.
  • Fleisch aus der Marinade nehmen und gründlich abtrocknen. Mit Salz und Pfeffer würzen und von allen Seiten kräftig anbraten. Die Marinade durch ein Sieb gießen, Marinade auffange. Zwiebelringe aus der Marinade zum Fleisch geben und ebenfalls mitbraten. Mit Marinade affüllen und zudecken. Auf kleiner Flamme ca. 1,5 Stunden schmoren lassen. Zum Schluss die Soße mit dem Soßenkuchen abbinden und die Rosinen zugeben.
  • Mit Thüringer Klößen servieren. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.