Bielefelder Schwarzbrotpudding

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Neulich stand ich in Dresden vor dem Brotkorb und hatte dieses typische Problem: Das Roggenbrot war noch da, aber nicht mehr in dem Zustand, in dem man es stolz „frisch“ nennt. Wegwerfen kommt für mich nicht infrage, aber jeden Abend Brotsalat ist auch keine Persönlichkeit. Also habe ich mich an etwas gehalten, das ich mal online gefunden habe: Bielefelder Schwarzbrotpudding – Westfalen trifft Resteverwertung, nur eben süß und ziemlich erwachsen.
Schwarzbrot, aber bitte als Dessert
Was ich an diesem Pudding mag: Er tut nicht so, als wäre er Tiramisu. Roggenbrot bringt eine herbe, fast malzige Tiefe mit, die mit Zimt und Vanille nicht geschniegelt wird, sondern einfach gut zusammenarbeitet. Dazu Beeren, die Säure liefern, und dunkle Schokolade, die das Ganze erdet.
Das Ergebnis ist kein fluffiger Soufflé-Traum, sondern ein kompakter, saftiger Auflauf. Mehr „Löffel und Ruhe“ als „Dessertgabel und Aufregung“.
Die Sache mit Eischnee: lohnt sich, wenn man’s ruhig angeht
Der einzige Moment, an dem man kurz konzentriert sein muss, ist das Trennen und Schlagen. Ich schlage das Eiweiß wirklich nur bis steif, aber nicht trocken. Wenn es anfängt, krümelig auszusehen, ist man zu weit. Dann wird der Pudding später eher bröselig als saftig.
Das Eigelb rühre ich so lange mit Zucker, bis es heller wird. Das ist keine Wissenschaft, eher ein kleines Ritual: ein paar Minuten Geduld, und der Pudding wirkt am Ende weniger „Brot in Form“ und mehr wie ein richtiges Dessert.
Schichten wie ein guter Plan: Beeren, Brot, Schokolade
Ich halte mich beim Schichten ziemlich genau an die Abfolge, weil sie Sinn ergibt: Unten Beeren, damit es nicht trocken startet. Dazwischen Schokolade, damit sie sich im warmen Pudding verteilt, ohne komplett zu verschwinden. Und oben auch Schokolade – weil wir nicht so tun müssen, als wäre Zurückhaltung hier das Ziel.
Bei den Beeren entscheide ich nach Stimmung: Blaubeeren sind weicher und „rund“. Preiselbeeren sind spitzer, säuerlicher, ein bisschen nordischer im Ton. Beides funktioniert. Wenn ich Gäste habe, nehme ich oft Preiselbeeren, weil die Leute kurz überlegen müssen, was da eigentlich so gut schmeckt.
Bier zum Servieren: klingt schräg, passt aber
Das Mischbier ist der Westfalen-Moment, den ich erst belächelt habe. Inzwischen: verstanden. Dieses helle/dunkle Bier nebeneinander bringt Bitterkeit und Malz, und genau das passt zu Roggen und Schokolade. Ich serviere es nicht als „Sauce“ im Sinne von tränken, eher als Begleiter: ein kleiner Schluck dazu, nicht drüberkippen.
Wenn du Bier am Dessert grundsätzlich merkwürdig findest: Stell es einfach daneben und probier’s einmal. Danach kannst du immer noch konsequent bleiben.
Rezeptnotizen aus meiner Küche (damit es wirklich funktioniert)
- Brotwürfel: Eher fein schneiden. Große Würfel bleiben manchmal trocken im Kern.
- Backform: Gut buttern. Der Pudding hat Zucker, Schokolade und Frucht – das klebt sonst mit Überzeugung.
- Alufolie: Die Stunde mit Folie ist wichtig, damit oben nichts austrocknet. Wenn du am Ende mehr Kruste willst, kannst du die letzten 10 Minuten ohne Folie backen.
- Servieren: Stürzen klappt besser, wenn der Pudding kurz ruht. Warm ist er am saftigsten, lauwarm am aromatischsten.
Für mich ist das genau die Art Rezept, die man einmal ausprobiert und dann im Kopf behält: nicht, weil es spektakulär ist, sondern weil es zuverlässig aus „altem Brot“ etwas macht, das man freiwillig noch mal kochen will.
Bielefelder Schwarzbrotpudding
Zutaten
- 3 Eier
- 2/3 Tasse Zucker
- 1 Tl Vanille
- 1/2 Tl Zimt
- 4 Tassen Feines Roggenbrot in Würfel geschnitten
- 250 g Blaubeeren frisch; ODER 250 g Preiselbeeren
- 170 g Halbbittere Schokolade gerieben
- Helles und Dunkles Bier gemischt nach Geschmack
Und so wird's gemacht:
- Eiweiss schaumig schlagen, nach und nach die Hälfte des Zuckers und die Vanille dazu rühren und die Masse zu steifem, aber nicht trockenem Schnee schlagen.
- Eigelb cremig rühren, unter Rühren nach und nach den Rest Zucker dazu geben und die Masse hell und cremig rühren.
- Beide Massen verrühren und mit den Brotwürfeln vermengen.
- Hälfte der Beeren in eine gebutterte Backform geben, 1/3 der Brotwürfel darübergeben, die Hälfte der Schokolade darauf streuen, mit einem weiteren Drittel des Brotes belegen und die restlichen Beeren darauf verteilen. Zuletzt kommt das restliche Brot und darauf die restliche Schokolade.
- Mit Alufolie bedecken und im vorgeheizten Backofen bei 160°C etwa 1 Stunde backen lassen.
- Pudding stürzen und mit dem Mischbier servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
