Haggis (Gefuellter Schafsmagen)
Inhalt
Ein Gericht, das erst einmal Mut braucht
Haggis ist so ein Gericht, bei dem ich selbst kurz schlucken musste, als ich es das erste Mal ernsthaft in Erwägung gezogen habe. Nicht, weil ich Innereien grundsätzlich ablehne, sondern weil der Respekt vor der Tradition groß ist. Ein gefüllter Schafsmagen ist nichts, was man mal eben nebenbei ausprobiert. Trotzdem gehört Haggis für mich untrennbar zum Burns Supper dazu. Wenn man sich schon auf schottische Küche einlässt, dann richtig.
Zwischen Neugier und Ehrfurcht
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich die Zutatenliste zum ersten Mal bewusst gelesen habe. Lunge, Leber, Herz, Nierenfett. Ich habe den Laptop kurz zugeklappt und mir einen Kaffee gemacht. Danach habe ich weitergelesen. Gerade diese Momente mag ich an meinem Hobby: Wenn Kochen nicht nur Genuss ist, sondern auch Auseinandersetzung. Ich musste einiges nachlesen, um zu verstehen, warum Haggis genau so gemacht wird und warum Hafermehl eine so zentrale Rolle spielt.
Ein Küchentag mit viel Zeit
Haggis ist kein Gericht für einen hektischen Nachmittag. Ich habe mir dafür bewusst einen freien Tag genommen. Der Schafsmagen, das Hacken der Innereien, das langsame Köcheln – das alles braucht Ruhe. Es hatte fast etwas Meditatives. Während der Topf vor sich hin simmert, merkt man, dass dieses Gericht aus einer Zeit stammt, in der man nichts verschwendet hat und Essen vor allem satt und warm machen musste.
Reaktionen am Tisch
Thomas war erstaunlich offen, was mich selbst ein wenig überrascht hat. Er ist bei ungewöhnlichen Rezepten sonst eher zurückhaltend. Die Kinder waren skeptisch, was ich ihnen nicht verdenken kann. Sie haben probiert, höflich, mit großen Augen. Begeisterung sieht anders aus, aber Ablehnung auch. Für mich war klar: Haggis ist kein Familienliebling, aber ein Erlebnis.
Warum ich Haggis trotzdem wieder kochen würde
Haggis ist kein Wohlfühlessen im klassischen Sinn. Es ist kräftig, würzig und sehr ehrlich. Genau das schätze ich daran. Es zwingt einen, sich mit Herkunft, Geschichte und Sinn eines Gerichts auseinanderzusetzen. Vielleicht koche ich es nicht jedes Jahr. Aber wenn ich es tue, dann bewusst, mit Zeit und Respekt. Und genau dafür hat Haggis seinen Platz in meiner Rezeptsammlung verdient.
Haggis (Gefuellter Schafsmagen)
Zutaten
- 1 Schafsmagen
- Schafsinnereien - Lunge, Leber, Herz
- 250 g Schafsnierenfett
- Salz schwarzer Pfeffer
- 3 Zwiebeln
- 500 g Grobes Hafermehl
Und so wird's gemacht:
- Den Schafsmagen gründlich waschen, umstülpen, und sauber auskratzen. In kaltes Salzwasser legen und über Nacht weichen lassen.
- Innereien und Fett waschen, in kochendes Wasser geben und zwei Stunden köcheln lassen. Herausnehmen, Luftröhre und Knorpel entfernen und alles fein hacken oder durch den Wolf drehen.
- Zwiebeln schälen und im Kochwasser blanchieren. Anschliessend ebenfalls fein hacken. Das Wasser aufbewahren.
- Das Hafermehl in einer Pfanne langsam rösten. Mit den anderen Zutaten und mit etwas Kochwasser zu einer geschmeidigen Masse kneten. Den Schafsmagen damit zu etwa zwei Dritteln füllen, die Luft herausdrücken, zunähen - gegebenenfalls auch in der Mitte abbinden und mehrmals einstechen, damit er beim Kochen nicht platzt.
- In leicht kochendem Wasser zugedeckt 3-4 Stunden garen. Danach warm stellen und die Fäden herausziehen. Nach dem Auschneiden mit Tattis n Neeps pürierte Kartoffeln und STeckrüben, servieren.
