Künefe (Engelshaar-Dessert)

Künefe (Engelshaar-Dessert)

Manche Desserts bleiben nicht wegen ihrer Süße im Gedächtnis, sondern wegen des Moments, in dem man sie isst. Künefe gehört für mich genau dazu. Ich erinnere mich an einen späten Abend, an dem eigentlich schon alles gegessen war, der Tisch längst abgeräumt. Dann kam dieses Dessert, noch heiß, knusprig, glänzend vom Sirup. Es war kein Abschluss, sondern ein eigener Programmpunkt.



>Knuspern trifft Schmelz

Künefe lebt von Gegensätzen. Außen die feinen, goldbraun gebackenen Engelshaarfäden, die beim Anschneiden leise knacken. Innen der weiche, leicht salzige Käse, der Fäden zieht und dem Dessert seine charakteristische Textur verleiht. Dazu der Zuckersirup, der heiß auf kalt trifft und alles miteinander verbindet. Nichts davon funktioniert allein. Erst das Zusammenspiel macht Künefe zu dem, was es ist.

Ein Dessert mit regionaler Verwurzelung

Seinen Ursprung hat Künefe im Süden der Türkei, besonders in der Region Hatay. Dort gehört es fest zur Esskultur und wird oft frisch in kleinen Pfannen zubereitet. Künefe ist kein Dessert für den Vorrat, sondern eines, das unmittelbar serviert wird. Es wird geteilt, diskutiert, manchmal sogar kontrovers bewertet – je nachdem, wie knusprig, wie süß oder wie käsig es ausfällt.

Der richtige Käse als Schlüssel

Traditionell wird Künefe mit einem milden, ungesalzenen Käse zubereitet, der gut schmilzt, ohne zu zerfließen. Dill Peyniri ist eine Möglichkeit, alternativ funktioniert auch Mozzarella. Wichtig ist weniger der Name als die Eigenschaft: Schmelzfähigkeit ohne Dominanz. Der Käse soll tragen, nicht führen. Genau das unterscheidet Künefe von vielen anderen sirupgetränkten Desserts.

Sirup mit Maß

Der Sirup ist bewusst dünnflüssig und nicht zu schwer. Zitronensaft sorgt für Frische und verhindert, dass die Süße kippt. Entscheidend ist der Moment, in dem er über das Dessert gegossen wird: heiß trifft auf kalt. So zieht der Sirup ein, ohne die Knusprigkeit komplett zu zerstören. Künefe bleibt saftig, aber nicht matschig.

Ein Dessert, das Zeit braucht

Künefe ist nichts für Eile. Es verlangt Vorbereitung, Aufmerksamkeit und den richtigen Zeitpunkt zum Servieren. Vielleicht ist es genau das, was seinen Reiz ausmacht. Dieses Dessert fordert Präsenz. Man wartet, man hört das Knuspern, man isst langsam. Künefe ist kein stiller Abschluss, sondern ein bewusstes Innehalten – warm, süß und überraschend ausgewogen.

Kuenefe

Künefe (Engelshaar-Dessert)

Gericht Nachspeisen
Küche Türkei
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 125 g Zucker
  • 1 EL Zitronensaft
  • 250 g Tel Kadayif frische Engelshaar-Teigfäden, erhältlich in türkischen Lebensmittelgeschäften
  • 60 g Butter
  • Butter für die Förmchen
  • 100 g Dill Peyniri ersatzweise Mozzarella

Uns so wird's gemacht:
 

  • Zuerst einen dünnflüssigen Sirup herstellen. Dazu Zucker mit 1/8 l Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Zitronensaft dazugießen und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten ohne Deckel kochen. Sirup abkühlen lassen.
  • Engelshaar-Teigfäden etwa 15 Minuten zwischen zwei feuchte Küchentücher legen, damit sie geschmeidiger werden.
  • Backofen auf 200 °C (Gas Stufe 3) vorheizen. 4 Portionsförmchen von etwa 12 cm Durchmesser oder 4 ofenfeste Dessertteller mit Butter ausstreichen. Fadenteig in 8 gleich große Häufchen teilen. Jeweils 1 Portion in die Förmchen legen. Butter zerlassen und die Hälfte mit einem großen Pinsel auf die 4 Teigportionen tupfen. Käse würfeln und auf den Teig verteilen. Mit dem übrigen Teig den Käse bedecken, andrücken und mit der restlichen Butter bepinseln.
  • Dessert im vorgeheizten Backofen (Mitte) etwa 20 Minuten goldbraun backen. Das heiße Dessert mit dem kalten Sirup begießen. 1/2 Minuten einziehen lassen, mit Pistazien bestreuen und heiß servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.