Backofen Hangi
Inhalt
Es gibt Gerichte, bei denen schon die Vorstellung der Zubereitung ein eigenes Bild im Kopf entstehen lässt. Beim ersten Lesen über Hangi war das bei mir sofort der Fall. Erde, heiße Steine, Dampf, Zeit. Viel Zeit. Kein hektisches Kochen, sondern ein langsames Garen, das mehr mit Warten als mit Tun zu tun hat. Genau diese Ruhe hat mich an Hangi immer fasziniert.
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Kochen unter der Erde
Hangi ist eine traditionelle Zubereitungsart der Māori in Neuseeland. Dabei werden Fleisch und Gemüse in Körben über erhitzte Steine in einer Erdgrube gelegt, mit feuchten Tüchern abgedeckt und schließlich mit Erde verschlossen. Stundenlang gart alles im eigenen Dampf. Diese Methode ist weniger Technik als Ritual und wird bis heute zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Beerdigungen oder Dorffesten praktiziert.
Gemeinschaft statt Geschwindigkeit
Was Hangi von vielen anderen Fleischgerichten unterscheidet, ist der soziale Aspekt. Es geht nicht darum, schnell satt zu werden. Hangi ist ein Gemeinschaftsessen. Das gemeinsame Vorbereiten, das Warten, das spätere Öffnen der Grube – all das gehört dazu. Essen wird hier zum Ereignis, nicht zum Programmpunkt zwischen zwei Terminen. Diese Haltung spürt man selbst dann noch, wenn man die Zubereitung in den heimischen Backofen verlegt.
Fleisch, Gemüse und Dampf
Typisch für Hangi ist die Kombination aus Fleisch und Wurzelgemüse. Kartoffeln, Kürbis oder Kohl nehmen die Fleischsäfte auf und werden besonders aromatisch. Das Fleisch selbst bleibt saftig und zart, ohne Röstaromen, dafür mit einer tiefen, klaren Würze. Knochen spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie Geschmack und Struktur geben. Alles wird geschichtet, nichts dominiert.
Eine Annäherung an die Tradition
Natürlich ist ein Backofen-Hangi kein Ersatz für das Original. Es fehlen das Erdige, der Rauch, das Gefühl von draußen. Aber die Idee bleibt erhalten: langes, schonendes Garen, wenig Eingriff, viel Geduld. Für mich ist diese Variante eine respektvolle Annäherung an die traditionelle Methode – praktikabel, aber dem Geist des Gerichts verpflichtet.
Ein Gericht mit Haltung
Hangi erzählt viel über den Umgang mit Lebensmitteln und Zeit. Es zeigt eine Küche, die nicht auf Effekte setzt, sondern auf Vertrauen in einfache Prozesse. Vielleicht ist es genau das, was dieses Gericht so besonders macht. Selbst aus dem Ofen wirkt Hangi entschleunigend. Ein Essen, das nicht beeindrucken will, sondern verbindet.
Backofen Hangi
Zutaten
- 4 Schweinekoteletts
- 4 Hähnchenkeulen
- 4 Stücke Kürbis
- 4 Kartoffeln
- Petersilie
- etwas gehackter Sellerie
- Schweineknochen
- Brunnenkresse
- Weißkohl
- 375 ml Wasser
Und so wird's gemacht:
- Gehackte Petersilie und in kleine Scheiben geschnittenen Sellerie in einen Bräter geben und dort verteilen. Darauf einige Schweineknochen (z.B. Spareribs) geben und darüber die Koteletts und die Hähnchenkeulen legen.
- Die Kürbisstücke und die Kartoffeln dazu legen. Brunnenkresse darüber streuen und mit den Weißkohlblättern gut und dicht bedecken.
- Das Wasser darüber gießen und im auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Ofen 3,5 Stunden bei geschlossenem Deckel garen.
Notizen
zuerst glühende Holzkohle und Steine als Wärmespeicher und dann die in
Drahtkörbe gesteckte Lebensmittel geschichtet werden. Anschließend
werden die Körbe mit feuchten Tüchern abgedeckt und die Grube
zugeschaufelt. Wer keine Erdgrube ausschaufeln kann oder will, sollte dieses Rezept
ausprobieren. Es ist zwar kein Vergleich zu einem echten Hangi aber das
Beste was man bekommen kann.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
