Erzgebirgischer Kaninchenbraten

Erzgebirgischer Kaninchenbraten

Ein Sonntagsessen aus einer anderen Zeit

Erzgebirgischer Kaninchenbraten ist für mich untrennbar mit ruhigen Sonntagen verbunden. Nicht mit großen Familienfesten, sondern mit diesen stillen Nachmittagen, an denen der Tag langsam vergeht und das Essen schon vormittags vorbereitet wird. Ich habe das Gericht zum ersten Mal bei einer Kollegin aus Sachsen gegessen, viele Jahre bevor ich selbst angefangen habe, mich intensiver mit regionalen Küchen zu beschäftigen. Sie sprach ganz selbstverständlich davon, dass Kaninchen früher einfach dazugehört habe. Kein Festessen, sondern Alltag.


Gespräche über Herkunft und Küche

Wir saßen damals in ihrer kleinen Küche, der Braten war schlicht, fast unscheinbar. Kein aufwendiger Bratensaft, keine lange Gewürzliste. Zwiebeln, Knoblauch, Butter, ein bisschen Zitrone. Ich erinnere mich, wie sie sagte, dass man im Erzgebirge gelernt habe, aus wenig viel Geschmack zu holen. Das hat mich beeindruckt. Vielleicht, weil ich selbst aus dem Ruhrgebiet komme, wo deftiges Essen zwar auch bodenständig ist, aber oft deutlich üppiger daherkommt.

Kochen ohne Schnörkel

Als ich den Kaninchenbraten später zu Hause nachgekocht habe, war ich kurz unsicher, ob das wirklich reicht. Keine Kräuter, kein Wein, kein Fond. Aber genau das macht den Reiz aus. Das Fleisch steht im Mittelpunkt, unterstützt von sanfter Säure und Röstaromen. Während das Kaninchen im Ofen schmorte, habe ich an alte Kochbücher gedacht, an Rezepte, die eher als Gedächtnisstütze gedacht waren als als genaue Anleitung.

Erinnerungen an einfache Tischrunden

Meine Familie war zunächst skeptisch. Kaninchen ist heute nichts Alltägliches mehr. Jonas hat vorsichtig probiert, Lena erst einmal nur Kartoffeln gegessen. Am Ende war die Platte fast leer. Thomas meinte nur, das schmecke „ehrlich“. Ich finde, das trifft es gut. Es ist ein Gericht, das nicht gefallen will, sondern einfach da ist.

Erzgebirge auf dem Teller

Ich war selbst nie lange im Erzgebirge, nur kurz auf der Durchreise. Aber solche Rezepte erzählen oft mehr über eine Region als viele Reiseführer. Der Kaninchenbraten ist ruhig, zurückhaltend und bodenständig. Genau so stelle ich mir auch die Küche dieser Gegend vor. Für mich ist er ein schönes Beispiel dafür, wie wenig es manchmal braucht, um ein stimmiges Essen auf den Tisch zu bringen.

erzgebirgischer kaninchenbraten

Erzgebirgischer Kaninchenbraten

Gericht Fleisch
Küche Sachsen
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 1 mittl. Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Kaninchen etwa 2 kg
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Zitrone Saft davon
  • 100 g Butter oder Margarine 

Uns so wird's gemacht:
 

  • Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Das Kaninchen in küchenfertige Teile zerteilen, waschen, gut trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer einreiben und mit dem Zitronensaft bettäufeln.
  • Fett in einem Bräter oder einem Schmortopf erhitzen und Kaninchenteile, Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anbraten. Dabei darauf achten, dass Twiebel und Knoblauch nicht verbrennen. Wenn die Zwiebelwürfel glasig sind mit einem halben Liter Wasser ablöschen.
  • Zudecken und etwa 30 Minuten bei 180°C im Ofen schmoren lassen. Deckel abnehmen und weitere 20 Minuten schmoren, damit das Kaninchen Farbe annehmen kann. 

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.