Sanguinaccio Dolce (Schokoladenpudding mit Schweineblut)

Inhalt
- Warum ich bei so einem Rezept erstmal langsam atme
- Schweineblut besorgen: nicht schwierig, aber man muss fragen
- Die Stelle, an der man nicht trödelt: sanfte Hitze und Geduld
- Nüsse und Schokolade: so wird’s rund, ohne geschniegelt zu wirken
- Kaltstellen, servieren, und die Sache mit den Gesichtern am Tisch
- Sanguinaccio Dolce (Schokoladenpudding mit Schweineblut)
Das erste Mal, als ich von Sanguinaccio dolce gehört hab, stand ich an der Frischetheke und hab aus Versehen so geguckt, wie ich früher auf der Baustelle geguckt hab, wenn einer „Das geht schon so“ gesagt hat. Schokoladenpudding – mit Schweineblut. Klingt erstmal nach Mutprobe, ist in der Basilikata aber einfach ein altes, bodenständiges Ding. Und ganz ehrlich: Wenn man’s ruhig angeht, ist das nichts Wildes. Eher wie ein sehr dunkler, würziger Schokopudding mit Nuss – nur mit Respekt vor der Zutat.
Warum ich bei so einem Rezept erstmal langsam atme
Ich bin ja Ruhrpott-Kind, da wird nicht lange gefackelt. Aber bei Blut in der Küche bin ich inzwischen süddeutsch gelassener geworden: Erst gucken, dann machen. Das ist kein Gericht für „ach, ich rühr mal eben irgendwas zusammen“. Nicht kompliziert, aber man sollte wissen, was man da in der Hand hat.
In Italien ist das historisch gewachsen: Nichts verkommen lassen, alles nutzen. Und süß geht eben auch, nicht nur herzhaft. Das find ich eigentlich sympathisch. Ich mag Essen, das nicht geschniegelt daherkommt, sondern eine Geschichte hat.
Schweineblut besorgen: nicht schwierig, aber man muss fragen
Das Wichtigste ist: ordentliches, frisches Schweineblut vom Metzger. Im Supermarkt liegt das eher selten neben der Butter. Ich hab die Erfahrung gemacht: Wenn man freundlich fragt und nicht so tut, als wär’s das Normalste der Welt, geht da oft was. Manche Metzger bestellen’s mit, manche sagen direkt: „Mach ich nicht.“ Dann eben der Nächste.
Und dann: kühl halten. Wirklich. Ich behandel das wie rohes Fleisch, eher noch vorsichtiger. Zuhause kommt’s direkt in den Kühlschrank, und wenn ich im Wohnmobil unterwegs wäre, dann nur mit guter Kühlbox und kurzer Strecke. Das ist kein Zeug für „ach, steht schon ein bisschen rum“.
Die Stelle, an der man nicht trödelt: sanfte Hitze und Geduld
Bei dem Pudding ist die Hitze der Chef im Ring. Zu heiß, und du hast schneller Rührei-Feeling, als dir lieb ist. Also: ruhig bleiben, niedrige bis mittlere Hitze, und rühren, als würdest du ’nen alten Motor warm laufen lassen. Nicht hektisch, aber konsequent.
Ich mach das am liebsten in einem Topf mit dickem Boden. Wenn ich in einer kleinen Küche stehe – Wohnmobil oder Ferienwohnung – dann ist das sogar noch wichtiger, weil die Kochplatten da gern mal „nur an oder aus“ können. Dann lieber ganz klein anfangen und sich ranrobben.
Die Gewürze sind dabei nicht nur Deko. Zimtstange und ein bisschen Nelke geben dem Ganzen diesen warmen, fast weihnachtlichen Ton. Nelke aber mit Gefühl – die kann schnell alles erschlagen. Ich sag immer: Man soll’s schmecken, aber nicht suchen müssen.
Nüsse und Schokolade: so wird’s rund, ohne geschniegelt zu wirken
Mandeln und Haselnüsse machen das cremiger und geben Biss, ohne dass es „körnig“ sein muss. Wenn ich’s besonders fein will, rühr ich die gemahlenen Nüsse eher nach und nach ein, damit nichts klumpt. Klümpchen sind zwar kein Weltuntergang, aber ich muss ja nicht absichtlich welche züchten.
Bei der Schokolade: geraspelt löst sie sich leichter. Und man merkt beim Rühren richtig, wie das Ganze dunkler wird und dieser schwere Schokoduft hochkommt. Da wird’s dann auch für Skeptiker interessant, weil es plötzlich nicht mehr nach „Experiment“ riecht, sondern nach Dessert.
Kaltstellen, servieren, und die Sache mit den Gesichtern am Tisch
Ich füll das gern in kleine Schalen ab. Erstens sieht’s ordentlich aus, zweitens muss keiner mit der Kelle rumhantieren. Und kalt serviert gehört das einfach so – dann setzt sich die Konsistenz und der Geschmack wird runder.
Was ich gelernt hab: Sag nicht gleich beim ersten Löffel, was drin ist, wenn du Gäste hast, die bei „Innereien“ schon blass werden. Lass sie erstmal probieren. Danach kann man’s erzählen. Ist keine Hinterlist, eher eine faire Chance. Viele finden’s dann nämlich richtig gut – und sind überrascht, wie „normal“ das schmeckt.
Und wenn einer am Ende sagt: „Heinz, das ist mir zu speziell“ – auch okay. Ich zwing ja keinen. Ich stell’s hin, ess meinen Becher, und gut ist. Mehr Alltag brauch ich nicht.
Sanguinaccio Dolce (Schokoladenpudding mit Schweineblut)
Zutaten
- 1 l Schweineblut Vom Metzger
- 1 l Milch
- 500 gr. Zucker
- 100 gr. Mandeln gemahlen
- 100 gr. Haselnüsse gemahlen
- 300 gr. Schokolade geraspelt
- 1 Zimtstange
- Gemahlene Gewürznelken nach Geschmack
Und so wird's gemacht:
- Milch in einen Topf geben. Schweineblut durch ein feines Sieb gießen und zur Milch geben. Die Zimtstange und das Nelkenpulver zugeben. Nach und nach den Zucker einrühren.
- Die Milch-Blut-Mischung langsam unter rühren erhitzen, bis sie etwa die Konsistenz von flüssiger Sahne erreicht. Nach und nach die restlichen Zutaten einrühren. Rühren bis die Schokolade vollständig aufgelöst ist.
- In Portionsschalen abfüllen und kalt servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
