Potetkaker (Norwegische Kartoffelplinsen)

Potetkaker (Norwegische Kartoffelplinsen)

Beim Aufräumen im Laden fällt mir immer wieder auf, wie viele Leute Kartoffeln nur als Beilage auf dem Schirm haben. Dabei kannst du aus ’nem simplen Kartoffelbrei auch was machen, das richtig satt und zufrieden macht. Potetkaker aus Norwegen sind genau so ein Ding: außen knusprig, innen weich, und mit Käse plus Schinkenwürfeln wird’s herzhaft, ohne kompliziert zu sein.


Warum Potetkaker bei mir unter „ehrliches Pfannenessen“ laufen

In Norwegen sind Kartoffelplinsen nichts Abgehobenes, eher Hausmannskost. Und genau das mag ich daran. Du kochst Kartoffeln, machst ’ne Masse draus, formst Taler und brätst die aus. Mehr ist es im Kern nicht.

Wichtig ist nur: Die Dinger sollen nicht fettig werden, sondern sauber gebacken. Wenn die Pfanne passt und die Masse stimmt, bekommst du so eine goldene Kruste, die beim Reinbeißen leise knackt. Innen bleibt’s cremig, gerade durch Sahne, Ei und den Käse.

Kartoffeln, Konsistenz und der kleine Unterschied beim Passieren

Ich nehme dafür vorwiegend festkochende Kartoffeln. Die sind ein guter Mittelweg: genug Stärke, damit’s bindet, aber nicht so mehlig, dass die Masse trocken wird. Nach dem Kochen (20 Minuten passt meistens) müssen die Kartoffeln wirklich gut ausdampfen. Wenn du die zu feucht verarbeitest, brauchst du am Ende mehr Paniermehl und dann werden die Potetkaker schnell „brotig“.

Passieren ist hier nicht nur Show. Mit dem Kartoffelstampfer geht’s auch, klar. Aber beim Passieren wird die Masse feiner und gleichmäßiger. Das hilft, dass die Plinsen später nicht reißen und die Oberfläche schöner wird.

  • Zu weich? Ein bisschen mehr von den zwei Dritteln Paniermehl in die Masse geben, aber nicht übertreiben.
  • Zu fest? Ein Schluck Sahne nachlegen und kurz ruhen lassen, damit das Paniermehl nachzieht.

Schinkenwürfel und Jarlsberg: so wird’s würzig, ohne laut zu werden

Die Schinkenwürfel brate ich separat kross an. Das ist so ein Schritt, den viele überspringen, und dann wundert man sich, warum’s am Ende flach schmeckt. Durch das Anbraten kommt Röstaroma rein, und das Fett aus dem Schinken verteilt sich später in der Kartoffelmasse. Das macht’s runder.

Jarlsberg ist mild und schmilzt gut. Du kannst auch einen anderen Käse nehmen, aber ich würde bei einem bleiben, der nicht zu aggressiv ist. Potetkaker sollen herzhaft sein, aber nicht wie Käsefrikadellen schmecken.

Bei den Gewürzen reicht mir frisch gemahlener Pfeffer und Muskat. Muskat bitte vorsichtig: einmal zu viel und du schmeckst nur noch Weihnachtsbäckerei. Petersilie bringt Frische rein, gerade wenn du die Plinsen mit Salat servierst.

Goldgelb statt dunkel: so brätst du die Plinsen sauber aus

Ich forme Taler mit etwa sechs bis acht Zentimetern Durchmesser. Nicht zu dick, sonst brauchen sie ewig und werden außen zu dunkel, bevor innen alles heiß ist. Dann wälze ich sie im restlichen Paniermehl. Das ist deine zusätzliche Knusper-Schicht.

Öl soll heiß sein, aber nicht rauchen. Mittlere bis etwas höhere Hitze ist meist richtig. Wenn’s zu heiß ist, wird die Kruste schnell dunkel und bitter, und innen bleibt’s labberig. Wenn’s zu kalt ist, saugen sie sich voll Fett.

  • Plinsen erst wenden, wenn die Unterseite wirklich Farbe hat und sich löst.
  • Nicht zu viele auf einmal in die Pfanne, sonst fällt die Temperatur ab.
  • Nach dem Braten kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Was dazu passt, wenn’s nicht nur „Beilage“ sein soll

Mit frischem Salat ist das klassisch und passt auch am besten, weil die Plinsen schon ordentlich Substanz haben. Ich mag was Knackiges dazu: Gurke, Blattsalat, vielleicht ein bisschen säuerliches Dressing. Das schneidet gut durch Sahne, Käse und Schinken.

Wenn du’s vegetarisch halten willst, lass die Schinkenwürfel weg und nimm stattdessen angebratene Zwiebeln oder ein paar fein gewürfelte Champignons. Wichtig ist nur, dass du die vorher anröstest, sonst bringst du wieder zu viel Wasser in die Masse.

Potetkaker (Norwegische Kartoffelplinsen)

Potetkaker (Norwegische Kartoffelplinsen)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 400 g Kartoffeln vorwiegend festkochend
  • 120 g Paniermehl
  • 1/8 l süsse Sahne
  • 1 Ei
  • 2 El gehackte Petersilie
  • 2 El geriebener Käse; Jarlsberg
  • 120 g Schinkenwürfel; vom durchwachsenen Schinken
  • Pfeffer
  • Muskat; frisch gerieben
  • Öl; zum Ausbacken

Und so wird's gemacht:
 

  • Die Kartoffeln schälen, in Salzwasser etwa 20 Minuten kochen und anschliessend passieren.
  • Zwei Drittel des Paniermehls, Sahne, Ei, Petersilie und den Käse miteinander verrühren. Die Schinkenwürfel in einer Pfanne kross anbraten, dann hinzufügen, würzen und alles zu der Kartoffelmasse geben.
  • Runde Plinsen von etwa sechs bis acht Zentimeter Durchmesser formen, in dem restlichen Paniermehl wälzen und im heissen Öl goldgelb backen.
  • Mit frischem Salat servieren.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.