Zeppelinis (Litauische Klöße)

Zeppelinis (Litauische Klöße)

Das erste Mal sind mir Zeppelinis auf dem Handy über den Weg gelaufen, irgendwo in einer Facebook-Gruppe. Die Form sah aus wie kleine Kartoffel-U-Boote, und ich dachte erst: „Okay, das wird entweder richtig gut oder eine ziemliche Matsche.“ Am Ende war’s genau mein Ding: bodenständig, sättigend, mit ordentlich Fleisch drin und einer Speck-Zwiebel-Sauce, die man nicht wegdiskutiert.


Warum Zeppelinis mehr sind als „nur Kartoffelklöße“

Zeppelinis kommen aus Litauen und sind im Kern Kartoffelklöße mit Fleischfüllung. Aber anders als viele deutsche Klöße sind die hier deutlich herzhafter und schwerer. Du hast rohe, geriebene Kartoffelmasse und dazu gekochte Kartoffeln als „Binder“. Das ergibt diese typische, leicht kernige Konsistenz.

Wenn das Ding auf dem Teller liegt, merkst du: Das ist kein Sonntagsbeilagen-Kloß. Das ist ein eigenes Gericht. Und mit der Speck-Zwiebel-Sahne oben drauf ist das auch nicht gerade Diät-Küche. Muss es aber auch nicht sein.

Der kritische Punkt: Kartoffeln ausdrücken, aber nicht totquetschen

Die rohen Kartoffeln sind der Knackpunkt. Schälen, reiben und dann durchs Tuch ausdrücken – das ist Pflicht. Wenn du zu viel Wasser drin lässt, zerfallen dir die Klöße später im Topf. Wenn du aber alles komplett trocken prügelst, wird die Masse krümelig und lässt sich schlecht formen.

Ich mach’s so: auspressen, bis keine richtige Flüssigkeit mehr läuft, aber die Kartoffelmasse noch „zusammenhängt“. Danach kommen die gestampften, gekochten Kartoffeln dazu. Die sorgen dafür, dass du am Ende einen formbaren Teig bekommst. Salz nicht vergessen, sonst schmeckt das Ganze nach gar nichts.

Alltagstipp aus der Praxis: Hände leicht anfeuchten beim Formen. Dann klebt der Kartoffelteig nicht so brutal an den Handflächen.

Füllung mit Schweinehack: simpel, aber sauber gewürzt

Bei der Füllung brauchst du kein großes Theater. Schweinehack, Zwiebel, Salz, Pfeffer – passt. Wichtig ist nur, dass die Zwiebel vorher in Schmalz glasig gedünstet wird. Roh im Hack kann sie später komisch „beißen“ und bleibt oft zu hart.

Ich würze Hack für sowas lieber einen Tick kräftiger als normal, weil die Kartoffelhülle viel Geschmack schluckt. Du willst am Ende beim Anschnitt eine saftige, gut gewürzte Mitte haben. Nicht scharf, nicht exotisch – einfach rund.

  • Schmalz bringt Geschmack und passt zur Speck-Sauce.
  • Hack gut verkneten, damit es bindet und beim Garen nicht zerbröselt.

Garen im Wasser: nicht kochen lassen, nur ziehen

Wenn du Zeppelinis in sprudelnd kochendes Wasser wirfst, brauchst du dich nicht wundern, wenn du nachher Kartoffelsuppe mit Hackeinsatz hast. Das Wasser soll leicht sieden, also kleine Bläschen, aber kein wildes Kochen. Dann 25 bis 30 Minuten ziehen lassen.

Ich geb die Klöße vorsichtig rein und rühr am Anfang einmal ganz sanft um, damit nichts am Topfboden festklebt. Danach in Ruhe lassen. Und wenn sie fertig sind: mit der Schaumkelle raus, kurz auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Das klingt banal, macht aber einen Unterschied, weil die Oberfläche sonst schnell wässrig wird.

Speck, Zwiebel, saure Sahne: die Sauce, die alles zusammenhält

Die Sauce ist bei Zeppelinis nicht Deko, sondern Pflichtprogramm. Speck auslassen, Zwiebel grob dazu, anrösten. Das darf ruhig Farbe kriegen, das bringt Röstaromen. Dann mit saurer Sahne verrühren.

Ich nehm die Pfanne dabei gern kurz vom Herd, bevor die saure Sahne rein kommt. Dann flockt sie nicht so schnell aus. Und falls die Sauce zu dick wird: ein kleiner Schluck heißes Wasser aus dem Kloßtopf rettet das meistens.

Servieren würde ich’s genau so, wie’s gedacht ist: Klöße in eine vorgewärmte Schüssel, Sauce drüber. Das ist rustikal, macht satt und passt gut an Tagen, wo’s draußen eher nach südlichem Schmuddelwetter als nach Grillabend aussieht.

Zeppelinis Litauische Kloesse

Zeppelinis (Litauische Klöße)

Gericht Beilagen, Fleisch
Küche Litauen
Portionen 6 Portionen

Zutaten
  

  • Klöße
  • 15 mittl. Kartoffeln; roh
  • 5 mittl. Kartoffeln; gekocht
  • SalzFüllung
  • 500 g Schweinehack
  • 1 mittl. Zwiebel
  • 1/2 El Schmalz
  • Pfeffer
  • SalzSauce
  • 70 g Speck
  • 1 mittl. Zwiebel
  • 3 El Saure Sahne

Und so wird's gemacht:
 

  • Die rohen Kartoffeln schälen, reiben und durch ein Leinentuch ausdrücken. Die gekochten Kartoffelnstampfen und mit den geriebenen Kartoffeln vermengen. Salzen.
  • Für die Füllung Zwiebeln in Schmalz glasig dünsten, zum Hackfleisch geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles gut verkneten.
  • Vom Kartoffelteig jeweils 70-80g abnehmen, mit der Handfläche breitklopfen. In die Mitte etwa einen Esslöffel der Füllung geben. Füllung mit dem Kartoffelteig sorgfältig umhüllen und einen länglichen, enteneigrossen Kloss formen.
  • Die so vorbereiteten Klösse in leicht siedendes Wasser geben und auf kleiner Flamme etwa 25 bis 30 Minuten gar ziehen lassen.
  • In der Zwischenzeit für die Sauce Speck auslassen und grob gehackte Zwiebel darin anrösten. Mit saurer Sahne verrühren.
  • Klösse mit einer Schaumkelle entnehmen auf einem Küchentuch abtropfen lassen, in eine vorgewärmte Schüssel geben und mit der Sauce übergiessen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.