Fufu

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Bei uns daheim wird bei „Brei“ normalerweise erst einmal skeptisch geguckt – besonders von zwei Kindern, die Kartoffelpüree zwar mögen, aber bitte nur dann, wenn es eindeutig als Kartoffelpüree erkennbar ist. Fufu sieht auf den ersten Blick schlicht aus, hat aber eine ganz eigene Rolle auf dem Teller: Man formt kleine Stücke davon und nimmt damit Suppen, Saucen oder kräftige Eintöpfe auf. Ein bisschen wie essbares Besteck, nur deutlich sättigender. Und ja, Thomas fragte erst, ob das jetzt ein Knödel ohne Knödel sei. Gar nicht so falsch, ehrlich gesagt.
Fufu aus Ghana: schlicht, sättigend und überraschend vielseitig
Fufu gehört in vielen westafrikanischen Küchen ganz selbstverständlich zu den täglichen Beilagen. In Ghana wird es häufig zu würzigen Suppen und Saucen gegessen, etwa zu Erdnuss-, Palmfrucht- oder Okrasuppe. Die neutrale, leicht erdige Masse bringt dabei Ruhe zu Gerichten, die ordentlich Gewürz, Schärfe und Aroma mitbringen.
Für die klassische Variante werden stärkehaltige Knollen verwendet, häufig Maniok und Yams. Wer diese Zutaten nicht bekommt, kann auch mit Süßkartoffeln oder Kochbananen arbeiten. Das verändert natürlich den Geschmack: Süßkartoffeln machen das Fufu etwas milder und leicht süßlich, Kochbananen bringen eine angenehm herbe Note mit. Für den Einstieg finde ich Süßkartoffeln ziemlich unkompliziert – auch wenn das Ergebnis dann eher eine alltagstaugliche Annäherung als eine traditionelle Mischung ist.
Die Konsistenz darf gern ein bisschen widerspenstig sein
Bei Fufu geht es nicht um einen fluffigen Kartoffelstampf, sondern um eine feste, elastische Masse. Sie soll sich zu runden Klößen formen lassen und beim Essen nicht sofort auseinanderfallen. Wer beim Stampfen denkt: „Das ist aber zäh“, liegt also ziemlich richtig.
Wichtig ist, die gekochten Stücke möglichst heiß zu verarbeiten. Dann lassen sie sich besser stampfen oder im Mixer zu einer glatten Masse verarbeiten. Falls die Masse zu trocken und krümelig wirkt, hilft ein winziger Schluck vom Kochwasser. Wirklich vorsichtig dosieren: Aus einem festen Fufu wird sonst schneller ein Püree, als man „Semmelknödel“ sagen kann.
Traditionell wird Fufu oft lange und kräftig gestampft. Im normalen Familienalltag darf der Küchenmixer aber durchaus helfen. Ich bin Projektmanagerin, ich weiß: Nicht jede Aufgabe muss man manuell lösen, nur weil es theoretisch möglich wäre.
So wird Fufu gegessen
Fufu wird meist in einer Schüssel serviert, oft als glatter, runder Kloß. Gegessen wird es mit den Fingern der rechten Hand. Man zupft ein kleines Stück ab, formt es kurz und nimmt damit etwas von der Sauce oder Suppe auf. Dabei wird Fufu traditionell eher geschluckt als lange gekaut – wobei ich finde, dass jeder am eigenen Tisch seine ganz persönliche Essgeschwindigkeit behalten darf.
Besonders gut passt die Beilage zu Gerichten mit viel Sauce. Eine würzige Erdnusssuppe, ein Tomaten-Eintopf mit Hülsenfrüchten oder auch ein cremiges Curry funktionieren prima dazu. Wer es weniger exotisch anfangen möchte, kann Fufu sogar neben einem kräftigen Gulasch oder einer Gemüsesauce ausprobieren. Im Ruhrgebiet hätte man vermutlich gesagt: Hauptsache, man kann damit ordentlich was auftunken. In Bayern würde dazu wahrscheinlich irgendwer „Knödel“ murmeln. Beide Seiten hätten nicht ganz unrecht.
Welche Knolle kommt bei euch in den Topf?
Maniok und Yams bekommt man oft in gut sortierten Asia- oder Afrika-Läden, manchmal auch auf Wochenmärkten mit internationalem Sortiment. Beim Schälen von Maniok lohnt sich ein stabiles Messer, denn die Schale ist recht fest. Süßkartoffeln sind die unkomplizierte Supermarkt-Lösung, Kochbananen liegen geschmacklich irgendwo dazwischen und machen das Fufu etwas charaktervoller.
Reste lassen sich abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren, werden dort aber deutlich fester. Zum Aufwärmen hilft etwas Wasser und sanfte Hitze, damit die Masse wieder geschmeidiger wird. Ganz frisch, warm und direkt neben einer dampfenden Sauce schmeckt Fufu allerdings am besten – dann versteht man schnell, warum aus so wenigen Zutaten eine so wichtige Beilage werden kann.
Fufu
Zutaten
- 1 kg Maniok Yams, Süßkartoffeln oder Kochbananen
- 1 Prise Salz
Und so wird's gemacht:
- Knollen oder Bananen schälen, in Stücke schneiden und in leicht gesalzenem Wasser in 15-20 Minuten gar kochen. Zu einem Brei stampfen oder im Küchenmixer zerkleinern.
- Fufu ist ein sehr dicker Brei, ähnlich der Masse für Semmelknödel, der sich leicht zu Klößen formen lassen soll.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
