Faelaefil (Falafel)

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Beim Namen Falafel denken viele erst einmal an Kichererbsen. In Ägypten läuft die Sache aber oft anders: Dort werden sie häufig mit geschälten braunen Bohnen oder gelben Erbsen gemacht. Das ergibt innen eine kräftig grüne, würzige Masse und außen eine schöne, knusprige Hülle. Mir gefällt daran, dass diese kleinen Bällchen satt machen, ohne dass man nachher das Gefühl hat, einen Ziegelstein im Magen zu tragen.
Ägyptische Falafel mit viel Grünzeug
Faelaefil, manchmal auch Taameya genannt, gehört in die arabische Küche wie bei uns das Brötchen zur Metzgerei. Die vielen frischen Kräuter sind hier nicht bloß Deko. Dill, Petersilie, Schnittlauch und grüner Koriander geben der Masse ihren typischen Geschmack und vor allem die kräftige Farbe.
Wer frischen Koriander nicht mag, kann auf getrockneten ausweichen, wie es im Rezept auch vorgesehen ist. Der schmeckt anders und weniger frisch, aber das Gericht funktioniert trotzdem. Ich würde dann nur nicht erwarten, dass es genau gleich wird. Ist aber auch nicht schlimm – in einer normalen Küche darf ein Rezept ruhig ein bisschen nach dem schmecken, was gerade da ist.
Der Kreuzkümmel, im Rezept als Kamun bezeichnet, gehört für mich unbedingt dazu. Kurz angeröstet riecht er noch mal deutlich kräftiger. Dafür reicht eine trockene Pfanne und ein kleiner Moment Aufmerksamkeit. Schwarz werden lassen soll man ihn nicht, dann wird er schnell bitter. Der Duft sagt einem eigentlich rechtzeitig Bescheid.
Die Masse braucht Zeit und eine feine Struktur
Bei solchen Falafel ist nicht das Formen der entscheidende Punkt, sondern die Beschaffenheit der Masse. Sie sollte fein genug sein, damit die Bällchen im heißen Öl nicht auseinanderfallen, aber auch nicht zu einer glatten Paste zermahlen werden. Ein Fleischwolf passt dafür sehr gut. In einer kleinen Küchenmaschine geht es ebenfalls, nur lieber portionsweise arbeiten.
Die Stunde zum Durchziehen lohnt sich. In der Zeit verbinden sich die Kräuter, Zwiebeln und Gewürze besser mit den eingeweichten Hülsenfrüchten. Gerade in einer Wohnmobilküche würde ich die Masse früh am Tag vorbereiten und abgedeckt kühl stellen. Später muss man dann nur noch frittieren, und das geht auch auf einem einzelnen Gaskocher recht ordentlich.
Das Backpulver ist eine kleine, aber wichtige Sache. Es lockert die Bällchen etwas auf, damit sie innen nicht zu kompakt werden. Mehr ist dabei nicht besser. Falafel sollen kernig und saftig sein, nicht wie grüne Biskuitkugeln. Das wäre nun wirklich nicht der Plan.
Goldbraun aus dem Topf, nicht dunkelbraun
Zum Frittieren nehme ich einen eher hohen, nicht zu breiten Topf. Dann braucht man weniger Öl als in einer großen Pfanne und die Bällchen haben trotzdem genug Platz. Wichtig ist, nicht zu viele auf einmal hineinzulegen. Sonst fällt die Temperatur ab, und statt einer knusprigen Kruste bekommt man eine ölige Angelegenheit. Das muss keiner haben.
Die Sesamkörner geben außen einen angenehmen Biss und sehen nebenbei hübsch aus. Wenn die Falafel gleichmäßig goldbraun sind, hole ich sie auf einen Teller mit Küchenpapier. Ein paar Minuten dürfen sie dort ruhen. Frisch aus dem Öl sind sie nämlich innen höllisch heiß, da hilft auch keine Ruhrpott-Tapferkeit.
So esse ich die Falafel am liebsten
Warm schmecken sie mir am besten mit Fladenbrot, etwas Joghurt oder Tahin und einem einfachen Salat aus Tomaten, Gurke und Zwiebeln. Ein Spritzer Zitrone passt ebenfalls gut dazu. Für einen kleinen Abend reichen die Bällchen auch einfach mit einem Dip auf dem Tisch, dazu ein kühles Getränk und ein paar Servietten mehr, als man zunächst für nötig hält.
Übrig gebliebene Falafel halten sich im Kühlschrank bis zum nächsten Tag. Aufgewärmt werden sie im Ofen oder in der Pfanne wieder besser als in der Mikrowelle, weil die Kruste dann nicht schlappmacht. Kalt in ein Brot gepackt, sind sie aber auch ein ordentliches Mittagessen für unterwegs – gerade auf Reisen, wenn nicht jeder Parkplatz nach großer Kochkunst verlangt.
Faelaefil (Falafel)
Zutaten
- 300 g Trockene braune Bohnen geschaelt oder trockene gelbe Erbsen
- 3 Gr. Zwiebeln
- 1 Trockenes Brötchen
- 1 Bund Dill
- 1 Bund Schnittlauch
- 2 Bund Petersilie
- 1 Bund Grüner Koriander Oder 2 Tl Trockener Koriander
- 2 Tl Pfefferminzblätter
- 1 El Kamun; geröstete oder gemahlene Kreuzkümmelkörner
- 1 Tl Roter Chilipfeffer
- 1/2 Tl Backpulver
- Salz nach Geschmack
- Sesamkörner
- 1/2 l Öl; zum Frittieren
Und so wird's gemacht:
- Alle Zutaten sehr klein schneiden und zusammen mit den braunen<br> Bohnen, dem eingeweichten Brötchen und den Gewürzen vermischen und<br> durch den Fleischwolf drehen. Eine Stunde durchziehen lassen.
- Dann die Masse in Bällchen formen, in Sesamkörner wenden und in einem tiefen Kochtopf in heissen Öl goldbraun frittieren. Mit Petersilie bestreut servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
