Bul Go Gi (Gegrilltes Rindfleisch)

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Im Asialaden um die Ecke in Dresden stehe ich manchmal länger vor den Sojasaucen, als mir lieb ist. Nicht, weil es kompliziert wäre, sondern weil ich kurz vergesse, dass es am Ende einfach ums Essen geht. Bul Go Gi holt mich da zuverlässig wieder runter: dünnes Rindfleisch, ein bisschen Süße, ordentlich Knoblauch, Sesam. Mehr braucht’s nicht, damit die Küche nach „da passiert gleich was“ riecht.
Warum Bul Go Gi bei mir ein Feierabendgericht ist
Ich mag Rezepte, die nach mehr schmecken, als sie an Aufwand verlangen. Bul Go Gi ist genau so eins. Du machst eine Marinade, lässt das Fleisch kurz ziehen, und danach geht alles schnell. Dieses „kurz ziehen lassen“ ist bei mir meist die Zeit, in der ich die Küche aufräume, ein Glas Wasser trinke und so tue, als hätte ich den Tag komplett im Griff.
Das Ergebnis ist dann dieses typische Zusammenspiel: salzig von der Sojasauce, nussig vom Sesamöl, ein kleiner Zuckerkniff, der am heißen Metall karamellisiert. Und Knoblauch, klar. Nicht subtil. Eher ehrlich.
Das Fleisch: dünn schlägt zart (und spart Nerven)
Der entscheidende Punkt ist wirklich die Schnittstärke. Wenn das Rind aus der Keule hauchdünn geschnitten ist, brauchst du keine langen Garzeiten und keine Küchenakrobatik. Ich lasse mir das beim Metzger gern maschinell schneiden. Zuhause vierteln, damit es in der Pfanne gut zu handeln ist.
Der Zucker vorab ist kein Deko-Schritt. Er zieht kurz ein, nimmt dem Fleisch etwas Strenge und hilft später beim Bräunen. 30 Minuten sind dafür völlig ausreichend. Länger schadet nicht, aber Bul Go Gi lebt für mich auch davon, dass es nicht zur Tagesaufgabe wird.
Marinade mit Sesamöl: klein, laut, effektiv
Knoblauch, Sojasauce, gerösteter Sesam, Sesamöl – das ist die ganze Geschichte. Ich rühre das direkt in einer Schüssel zusammen und kippe es übers Fleisch. Dann einmal gründlich mischen, bis alles glänzt. Es sieht dabei ein bisschen aus, als würde man zu wenig Sauce haben. Passt schon. Beim Braten kommt genug Geschmack raus.
Sesamöl ist hier nicht „ein Hauch“, sondern Teil des Charakters. Wenn du Sesamöl sonst eher vorsichtig dosierst: bei Bul Go Gi darf es ruhig so sein, wie im Rezept. Das Gericht soll nach Sesam riechen, nicht nur daran erinnern.
Porree und Champignons: die praktische Begleitung
Porree und Champignons machen das Ganze alltagstauglich. Kein extra Beilagenzirkus, trotzdem Gemüse in der Pfanne. Ich schneide den Porree schräg, einfach weil er dann besser aussieht und sich gut mit dem Fleisch mischt. Champignons nur kurz waschen, in Scheiben, fertig.
Beim Braten mag ich es, wenn das Gemüse noch Struktur hat. Drei bis vier Minuten reichen, vor allem wenn die Pfanne wirklich heiß ist. Der Porree soll nicht zu Brei werden. Er darf noch ein bisschen „knacken“ und dabei die Sauce aufnehmen.
Braten in Portionen: damit es brät und nicht kocht
Bul Go Gi steht und fällt mit Hitze. Wenn zu viel auf einmal in der Pfanne landet, hast du schnell eher eine Fleisch-Gemüse-Dusche als Röstaromen. Ich brate deshalb portionsweise. Grillpfanne geht super, Bul-Go-Gi-Pfanne natürlich auch, aber ich bin da pragmatisch: Hauptsache heiß, Hauptsache Oberfläche.
Mit dem restlichen Sesamöl die Pfanne nur bepinseln, nicht fluten. Dann Fleisch rein, Champignons und Porree dazu, kurz und knackig braten. Salz und Pfeffer kommen bei mir erst am Ende dran. Die Sojasauce bringt schon genug Grundwürze mit, und ich will lieber nachjustieren als hinterher retten.
Bul Go Gi (Gegrilltes Rindfleisch)
Zutaten
- 500 g Rindfleisch aus der Keule
- 3 Tl Zucker
- 4 Knoblauchzehen
- 4 El Sojasauce
- 10 g Sesam Geröstet
- 5 El Sesamöl
- 250 g Porree
- 250 g Champignons
- Salz
- Pfeffer aus der Mühle
Und so wird's gemacht:
- Das Fleisch möglichst vom Metzger mit der Maschine in dünne Scheiben schneiden lassen. Die Scheiben dann vierteln.Das Fleisch mit dem Zucker bestreuen und zugedeckt 30 Minuten ziehen lassen.
- Knoblauch pellen, durchpressen und mit der Sojasauce, den gerösteten Sesamkörnern und 3 EL Sesamöl verrühren. Die Sauce über das Fleisch geben und gut mischen.
- Porree putzen, waschen und schräg in Scheiben schneiden. Champignons putzen, kurz unter fließendem Wasser waschen und in Scheiben schneiden. Zum Braten eine Bul-Go-Gi Pfanne, ersatzweise eine Grillpfanne, mit dem restlichen Öl bepinseln und das Fleisch portionsweise mit den Champignons und dem Porree 3-4 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
