Cumberland Sauce

Cumberland Sauce

Neulich im Wohnmobil hab ich gemerkt: Man kann noch so gut geplant haben – wenn draußen der Regen quer kommt und drinnen der Platz knapp ist, dann will man was, das ohne Theater funktioniert. Zu Wild hatten wir noch ein Glas Johannisbeergelee im Schrank, und da fiel mir diese Cumberland Sauce ein. Kommt ursprünglich aus Cumbria in England, schmeckt aber auch am Bodensee ganz hervorragend – fruchtig, ein bisschen scharf, und irgendwie „fein“, ohne dass man dafür geschniegelt kochen muss.


Warum die Cumberland Sauce bei mir immer „Reserve“ ist

Ich mag Soßen, die ein Gericht sofort auf Kurs bringen. Cumberland Sauce ist so eine. Die macht aus einfachem Braten oder Wildgeflügel was Besonderes, aber eben auf die ruhige Art. Orange, Zitrone, Johannisbeere – das ist süß-sauer, dazu Senf und ein Hauch Ingwer. Nicht laut, eher geschniegelt im Geschmack.

Und das Beste: Du brauchst keine verrückten Geräte. Ein kleiner Topf, ein Sieb, ein Messer – fertig. Gerade unterwegs ist das Gold wert. Wenn man im Wohnmobil kocht, ist die Arbeitsplatte ja mehr so ein Gerücht.

Zutatenliste – kurz, aber mit Spielraum

Für 4 Portionen:

  • Saft und Schale von 1 Orange
  • Saft und Schale von 1 Zitrone
  • 4 EL rotes Johannisbeergelee
  • 1 TL Dijonsenf
  • 4 EL Portwein
  • 1 Prise Ingwerpulver

Wenn du keinen Portwein hast: Ein Schuss Rotwein geht auch, zur Not sogar Traubensaft mit einem kleinen Spritzer Essig. Ist dann nicht ganz klassisch, aber wir kochen ja nicht für die Queen.

So koche ich die Sauce – ohne Hektik, Schritt für Schritt

  1. Schalen vorbereiten: Orange und Zitrone heiß abwaschen. Schale dünn abschälen oder abreiben (nur das Farbige, das Weiße wird bitter). Die Schalen mit Wasser bedecken und auf kleiner Flamme ca. 5 Minuten köcheln lassen. Dann durch ein Sieb abgießen.

    Die Schale danach fein hacken. Muss nicht geschniegelt aussehen – Hauptsache klein genug, dass sie später angenehm im Mund ist.

  2. Sauce ansetzen: Orangen- und Zitronensaft zusammen mit den Schalen, dem Johannisbeergelee und dem Senf in einen kleinen Topf geben. Bei mittlerer Hitze erwärmen und rühren, bis sich das Gelee komplett aufgelöst hat.
  3. Abschmecken und fertigstellen: Portwein und Ingwerpulver einrühren. Kurz heiß werden lassen, aber nicht wild kochen lassen. Dann ist sie fertig.

Wozu sie passt – und wie ich sie serviere

Klassisch kommt sie heiß zu Wild oder Wildgeflügel. Bei uns war’s schon zu Reh, Ente und auch mal zu einem schlichten Schweinebraten, weil gerade kein Wild im Haus war. Schmeckt trotzdem rund.

Ich stelle sie gern in einem kleinen Kännchen auf den Tisch, dann kann jeder so viel nehmen, wie er mag. Manche sind ja bei fruchtigen Soßen erst skeptisch – und nehmen dann doch noch einen Löffel nach.

Kleine Küchen, kleiner Topf: meine ruhigen Tricks

  • Schale sparen: Wenn’s unterwegs schnell gehen soll, reibe ich die Schale direkt fein ab und spare mir das Hacken. Das kurze Vorkochen mach ich trotzdem, weil’s die Bitterkeit rausnimmt.
  • Warmhalten: Die Sauce hält sich im Topf bei kleinster Flamme gut warm. Ab und zu einmal rühren, dann brennt auch nichts an.
  • Zu dick oder zu dünn: Zu dick: ein Schluck Wasser oder Orangensaft. Zu dünn: noch 1 Löffel Gelee dazu und kurz schmelzen lassen.

So ist das eine von den Soßen, die man einmal macht – und dann wundert man sich, warum man die nicht schon früher auf dem Zettel hatte.

Cumberlandsauce

Cumberland Sauce

Gericht Würzsoßen
Küche Cumbria
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • Saft und Schale von 1 Orange
  • Saft und Schale von 1 Zitrone
  • 4 El rotes Johannisbeergelee
  • 1 Tl Dijonsenf
  • 4 El Portwein
  • 1 Pr Ingwerpulver

Und so wird's gemacht:
 

  • Orangen- und Zitronenschale mit Wasser bedecken, auf kleiner Flamme 5 Minuten köcheln lassen, dann durch ein Sieb abgießen. Schale fein facken.
  • Orangen- und Zitronensaft und -schalen zusammen mit dem Johannisbeergelee und Senf in einen Topf geben und unter Rühren erhitzen, bis das Geleee volsständig aufgelöst ist. Portwein und Ingwerpulver unterrühren.
  • Heiss zu Wild oder Wildgeflügel reichen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.