Crema lodigiana (Gefrorene Mascarpone-Creme mit Rum)

Crema lodigiana (Gefrorene Mascarpone-Creme mit Rum)

Rum im Gefrierfach klingt erstmal nach einer schlechten Idee – bis man merkt, dass er hier nicht zum Kühlen da ist, sondern zum Balancieren. Diese Crema lodigiana habe ich in einem alten lombardischen Rezeptheft entdeckt, irgendwann zwischen Bildschirmarbeit und dem Gedanken, dass Dessert auch mal ohne Eismaschine gehen darf.


Warum ich diese Crema lodigiana mag (und Mascarpone dabei nicht geschniegelt wirkt)

Mascarpone hat ja manchmal so eine „Ich bin eigentlich Tiramisu“-Attitüde. Hier nicht. Durch die Eier wird das Ganze luftig, durch den Zucker stabil, und der Rum gibt dieser Creme eine klare Kante. Nicht scharf, eher warm. So ein Geschmack, der kurz stehen bleibt, bevor er verschwindet.

Das Ergebnis ist kein Eis wie aus der Gelateria, eher eine gefrorene Creme: weich, dicht, ein bisschen samtig. Genau das macht sie für mich so angenehm. Sie will nicht beeindrucken. Sie funktioniert einfach.

Der Moment mit dem Eischnee: einmal zu viel Mut, und es wird Beton

Der kritische Punkt ist tatsächlich weniger das Gefrieren als das Unterheben. Wenn der Eischnee halbherzig untergerührt wird, bleibt die Creme schwer. Wenn man zu energisch wird, verliert sie ihre Luftigkeit. Ich mache das inzwischen ziemlich pragmatisch: erst ein Drittel Eischnee „opfern“ und zügig unterrühren, damit die Masse leichter wird. Dann den Rest vorsichtig unterheben, bis keine weißen Schlieren mehr da sind.

Und ja: Gefrierzeit ist wichtig, aber nicht dogmatisch. Nach ein paar Stunden ist sie gut. Nach einer ganzen Nacht wird sie fester. Dann hilft es, die Tassen fünf bis zehn Minuten vorher rauszustellen. Dresden im Winter erledigt das manchmal auch von allein.

So serviere ich sie: Espressotasse, trockener Keks, fertig

Ich fülle die Creme gern in Espressotassen, so wie es im Rezept steht. Das hat etwas Unaufgeregtes: kleine Portion, klare Form, kein Dessertteller-Theater. Dazu trockene Kekse – Cantuccini, Biscotti, oder einfach Butterkekse, wenn der Abend ohnehin schon genug Entscheidungen hatte.

Die Kekse sind nicht nur „dabei“, sie sind praktisch: etwas zum Knuspern, etwas zum Abfangen von Süße und Rum. Und wenn jemand fragt, ob da wirklich so viel Alkohol drin ist, kann man sehr ruhig nicken.

Zutaten & Ablauf, wie ich es mache (ohne Eismaschine)

Die Zutaten bleiben genau so schlicht, wie sie sind:

  • 200 g Mascarpone
  • 200 g Zucker
  • 3 Eidotter
  • 2 Eiweiß
  • 3 cl Rum

Und so läuft’s bei mir in der Küche:

  1. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.
  2. Eidotter mit Zucker cremig schlagen. Mascarpone untermischen.
  3. Rum langsam einträufeln.
  4. Eischnee vorsichtig unterheben.
  5. In Espressotassen füllen und einige Stunden gefrieren lassen.
  6. Mit trockenen Keksen servieren.

Mehr ist es nicht. Und genau deshalb mache ich sie immer wieder.

Crema Lodigiana Gefrorene Mascarpone Creme Mit Rum

Crema lodigiana (Gefrorene Mascarpone-Creme mit Rum)

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 200 g Mascarpone
  • 200 g Zucker
  • 3 Eidotter
  • 2 Eiweiß
  • 3 cl Rum 

Und so wird's gemacht:
 

  • Eiweiß mit einer Brise Salz steif schlagen. 
  • Eidotter mit Zucker cremig schlagen. Mascarpone dazugeben und untermischen. Den Rum einträufeln und den Eischnee vorsichtig unterheben. Die Crème in Espressotassen füllen und einige Stunden gefrieren lassen.
  • Mit trockenen Keksen reichen.

Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.